Diese Möglichkeit hatte vor dem GP Italien in Monza so kaum einer auf der Rechnung: Charles Leclerc beschert den Tifosi den ersten Ferrari-Triumph im Königlichen Park von Monza seit fünf Jahren. Der Schlüssel zum Erfolg in Rot: Die Ferrari von Leclerc und Carlos Sainz, der Vierter wird, setzen beide auf eine hochriskante Einstopp-Strategie, während die anderen Top-Stars zweimal ihre Pirelli-Reifen wechseln müssen.
Die Fans in Monza sind ob der positiven Überraschung durch ihr Heimteam aus dem Häuschen, genau wie der Pilot aus Monaco: „Mamma mia“, funkt Leclerc nach der Zieldurchfahrt an die Box: „Grazie, grazie, grazie“, schallt es zurück. Für Leclerc ist es der siebte Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, nachdem er in dieser Saison bereits seinen Heim-GP in Monaco gewinnen konnte.
Netter Nebeneffekt des Ferrari-Triumphes für WM-Leader Max Verstappen: Die Scuderia bewahrt den Champion so vor einem noch schwereren Rückschlag im WM-Kampf, denn sie verhindern einen Doppelsieg von McLaren. Oscar Piastri und Lando Norris kommen „nur“ auf den Rängen zwei und drei ins Ziel, während Verstappen auf Rang sechs über die Linie rast.
Oscar Piastri wird in Monza Zweiter.
Bild: McLaren

Hartes Duell Piastri vs. Norris

Im WM-Kampf verpasst Verstappens ärgster Verfolger Lando Norris derweil trotz Startplatz eins und der schnellsten Rennrunde auch teamintern die maximal mögliche Punktzahl. Grund: ein ungestümes Überholmanöver seines Teamkollegen aus Australien, bei dem Norris mit viel Geschick einen Unfall verhindert hat. Schlimmer noch: Weil der Brite dabei Schwung verliert, zieht auch Leclerc am WM-Kämpfer vorbei.
McLaren fährt nach den „Papaya-Regeln“. Soll heißen: Teamchef Andrea Stella verzichtet abermals auf Stallorder. Die Folge: In der WM hat Norris weiter 62 Punkte Rückstand auf Max Verstappen. Bei den Konstrukteuren ist Red Bulls Vorsprung mittlerweile auf zehn Zähler geschrumpft.
Die Alarmglocken im Team schrillen immer lauter, zumal auch einer der zwei Verstappen-Stopps gründlich in die Hose geht und so an ein Vorbeikommen am Fünftplatzierten Mercedes von Lewis Hamilton nicht zu denken ist. Platz sieben im Qualifying, Platz sechs im Rennen: Red Bull hat viel Arbeit vor sich.

Hülkenberg enttäuscht in Monza

Der einzige Deutsche im Feld, Nico Hülkenberg, kann ebenfalls nicht zufrieden sein. In Runde eins gerät der Haas-Pilot von Platz zehn aus gestartet unverschuldet in einen Unfall und landet im Haas schließlich auf dem 17. Rang.

Formel 1 Grand Prix von Italien
Ergebnis

1. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 1:14:40,727 Std.
2. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +2,664 Sek.
3. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +6,153
4. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +15,621
5. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +22,820
6. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +37,932
7. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +39,715
8. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +54,148
9. Alexander Albon (Thailand) - Williams +1:07,456 Min.
10. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas +1:08,302
11. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +1:08,495
12. Franco Colapinto (Argentinien) - Williams +1:21,308
13. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls +1:33,452
14. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine + 1 Rd.
15. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine + 1 Rd.
16. Valtteri Bottas (Finnland) - Kick Sauber + 1 Rd.
17. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas + 1 Rd.
18. Zhou Guanyu (China) - Kick Sauber + 1 Rd.
19. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin + 1 Rd.
Ausfälle
Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls (8. Rd.)

Formel 1: Fahrer-Wertung
Stand nach 16 von 24 Rennen

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 303 Pkt.
2. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren 241
3. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 217
4. Oscar Piastri (Australien) - McLaren 197
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 184
6. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 164
7. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 143
8. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 128
9. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin 50
10. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 24
11. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas 22
12. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls 22
13. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls 12
14. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 8
15. Oliver Bearman (Großbritannien) - Ferrari 6
16. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 6
17. Alexander Albon (Thailand) - Williams 6
18. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 5

Konstrukteurs-Wertung

1. Red Bull 446 Pkt.
2. McLaren 438
3. Ferrari 407
4. Mercedes 292
5. Aston Martin 74
6. Racing Bulls 34
7. Haas 28
8. Alpine 13
9. Williams 6
10. Sauber 0