Jetzt wird es ernst für Ferrari. Die Scuderia muss beim Spanien-GP in Barcelona (12. Mai) die Wende erzwingen, wenn sie im Kampf um die Formel-1-WM nach vier Doppelsiegen von Mercedes noch ein Wörtchen mitreden will. Und die Chancen stehen nicht schlecht. Im Winter hat Ferrari über 15 Renndistanzen in Barcelona erfolgreich abgespult – und ging anschließend als Favorit in die Saison. Die Strecke, die seit 1991 im Kalender ist, dürfte Ferrari wegen ihres rauen Asphalts also liegen.

Binotto rechtfertigt vorgezogenes Motor-Upgrade

Doch das ist noch nicht alles: Ferrari zieht nun auch das erste Motor-Upgrade vor. Es war eigentlich erst für den Kanada-GP im Juni geplant. Teamchef Mattia Binotto aber erklärt: "Barcelona ist jenes Rennen, bei welchem fast alle Rennställe teils erhebliche Verbesserungen bringen, also erwarten wir von unseren Gegnern einen Schritt nach vorne. Wir liegen in der WM hinten und müssen aufholen. Der Schlüssel zum Erfolg im weiteren Verlauf dieser Saison liegt in der Entwicklung. Wir haben die Entwicklung etwas umgestellt und bringen den neuen Motor schon in Barcelona."

Shell liefert leistungsstärkere Spritvariante

Vettel
Sebastian Vettel will mit Ferrari in Barcelona endlich wieder gewinnen.
Zudem soll Spritpartner Shell eine verbesserte Variante des Kraftstoffs liefern, der in den Labors im Hamburger Hafen hergestellt wird. Mithilfe dieser neuen Motor-Sprit-Kombination soll der Ferrari nach ABMS-Informationen etwa zehn PS mehr Leistung auf die Strecke bringen. Ein neues Aerodynamik-Paket kam bei Ferrari bereits in Baku zum Einsatz. Aber auch in Barcelona wird es auf diesem Gebiet Neuerungen geben. Bereits nach dem China-GP hatte Binotto einen neuen Heckflügel angekündigt, der mehr Abtrieb bringen soll.
Mittlerweile gibt es auch eine neue Theorie, warum der Ferrari die Reifen nicht auf Temperatur bekommt: Die neuen Pneus mit 0,4 Millimeter dünnerer Lauffläche haben auch eine Karkasse, die sich nicht so stark aufheizt, wie bei den Vorjahres-Reifen geschehen. Der raue Asphalt in Barcelona, die Sonnenwärme und mehr Abtrieb sollen den extrem effizienten und PS-starken Ferrari nun auch ins richtige Reifenfenster bringen. Übrigens: Auch Renault wird aller Voraussicht nach mit einem neuen Motor beim Spanien-GP antreten.