Formel 1: Ferrari vs. Mercedes
Hat Vettel eine Chance?

Das WM-Duell 2016 wird lauten: Ferrari gegen Mercedes. Oder sind die Roten gar nicht so nah an Silber dran, wie der Auftakt suggeriert? ABMS analysiert.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Die Stimmung bei Mercedes war ausgelassen nach dem Großen Preis von Australien. Keine Spur von großer Erleichterung, dass man Ferrari dank der roten Flagge doch noch hatte einholen können. Die Mannen in Silber schienen sich ihrer Sache sehr sicher.
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Wenig später scherzte Cowell mit Motorsportchef Toto Wolff, der neuerdings Brillenträger ist: "Toto, Du siehst mit der Brille viel intellektueller aus." Wolff schmunzelte zurück: "Ja, meine ist aber echt. Keine Modebrille wie bei Lewis."Die lockere Stimmung der Mercedes-Protagonisten passt denn auch gar nicht zu den Warnungen, die Formel-1-Chef Niki Lauda zum besten gibt: "Ferrari ist dran. Zwei Zehntel Rückstand sind nichts. Es war wirklich hart heute. Ich weiß, wir wollten ja alle Wettbewerb, aber das heute war zu viel Konkurrenz für uns. Ohne den Zwischenfall wäre das echt schwierig geworden."
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Was Lauda damit unbedingt an den Mann und die Frau bringen will: Die WM ist völlig offen, Ferrari ist so gut auf Augenhöhe mit Mercedes. Die Spannung ist damit garantiert.

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Bester Beweis: Als Vettel nach dem Neustart mit Supersoft-Reifen einen Vorsprung herausfahren wollte, kam er nicht weiter weg von Rosberg als zwei Sekunden. Und das, obwohl der Silberpfeil-Pilot mit Medium-Schlappen fuhr, die mindestens eine Sekunde langsamer sein sollten - pro Runde!"Mercedes versucht die Überlegenheit zu verstecken", urteilte Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT in Australien. "Wenn die wollen, dann überrunden sie das ganze Feld."
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Was auffiel: Der Deutsche kam mit neuen Reifen zwar ran an den Briten - doch der ließ nicht eine Attacke zu. Vettel grübelt: "Die drehen einfach am Power-Rad, und dann sind sie weg."Für Ferrari spricht: In den Kurven sind die Roten offenbar an Mercedes dran. Vettel: "Da können wir mit ihnen mithalten." Und mag die Beschleunigung des Silberpfeils auch außerirdisch sein, der Topspeed ist es nicht. Im Rennen war Ferrari am Ende der Geraden nur ein Km/h langsamer als Mercedes. Und: Bei extremen Wetterbedingungen, am Start und im Verkehr zeigt der Sieger des Auftaktrennens Schwächen.
Vettel bleibt deshalb Optimist: "In Bahrain sind wir noch näher dran. Wir werden nicht aufgeben."
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