Formel 1: Rosberg gewinnt Auftakt
Horrorcrash von Alonso

Nico Rosberg gewinnt den Australien GP vor Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. Rennunterbrechung nach spektakulärem Abflug von Fernando Alonso.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Nico Rosberg hat den Großen Preis von Australien in Melbourne gewonnen. Der Deutsche setzte sich zum Auftakt der Formel-1-Saison 2016 vor Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton und Ferrari-Star Sebastian Vettel durch und feierte saisonübergreifend seinen vierten Sieg in Folge, den 15. insgesamt in seiner Karriere: „Ein großartiges Wochenende und ein perfektes Rennen heute“, freute sich Rosberg, dem trotz des Siegestaumels auffiel: „Ferrari ist echt nah dran. Sie waren stark im Rennen, da müssen wir uns in Acht nehmen. Umso mehr danke ich meinem Team für das unglaubliche Auto, mit dem wir sie heute wieder besiegen konnten!“ Mit seinem zweiten Triumph im Albert Park nach 2014 gelang dem Silberpfeil-Star ein perfekter Saisonstart. Dabei sah der Rennstart von Rosberg noch alles andere als gut aus.
Mercedes trotz Doppelsieg unter Druck: Rosberg entschuldigt sich bei Hamilton

Start-Gewinner Ferrari: Vettel übernahm die Führung
Alonso mit heftigem Abflug
Weltmeister Hamilton war nach dem ersten Umlauf sogar nur Sechster, holte sich gegen Felipe Massa eine Position aber schnell zurück. Anschließend steckte der Brite hinter Max Verstappen fest, weswegen Mercedes Hamilton anwies, sein ersten Stint zu verlängern. Anders Rosberg: Der Deutsche kam nach 13 Runden als erster der Top-Piloten zum Reifenwechsel, um so Druck auf Ferrari auszuüben. Das gelang: Vettel stoppte eine Runde später und konnte sich am Boxenausgang nur knapp vor Rosberg behaupten. „Beim Duell aus der Box wollte ich es versuchen, aber Seb hat gut verteidigt“, zollte Rosberg seinem Landsmann Respekt. Hamilton blieb hingegen deutlich länger auf der Strecke als die beiden Deutschen. Der Brite wurde von Vettel auf neuen Reifen überholt und hielt dann Rivale Rosberg einige Kurven lang auf, ehe Hamiltons erster Boxenstopp das Duell auflöste.

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Für Räikkönen war kurze Zeit nach dem Re-Start schon wieder Schluss. Mit einem technischen Problem am Ferrari und aus der Airbox züngelnden Flammen, schied der Finne aus. Ebenfalls ärgerlich für die Scuderia: Die in der Pause getroffene Reifenwahl. Während beide Mercedes auf die harten Reifen setzten, fuhr der Führende Vettel mit der superweichen Mischung weiter, was zur Folge hatte, dass er gemäß Reglement noch ein weiteres Mal die Reifen wechseln musste. Auch konnte er sich auf der superweichen Mischung in den Runden nach dem Re-Start zu wenig von Rosberg absetzen, sodass Vettel nach seinem zweiten Boxenstopp hinter beide Mercedes zurückfiel. Die Silberpfeile planten unterdessen, das Rennen auf dem harten Reifensatz zu Ende fahren - dieses Unterfangen ging schlussendlich problemlos auf.
Ferrari-Fehler und Vettel-Ausritt
Zwar kam Vettel in den Schlussrunden wieder an den Zweitplatzierten Hamilton ran, zwei Runden vor Schluss musste der Deutsche seine finale Attacke nach einem Verbremser mit anschließendem Ausritt durch die Wiese aber abblasen. „Sorry Jungs“, entschuldigte sich Vettel umgehend beim Team und räumte später ein: „Mein Ausflug zum Schluss hat sicher nicht geholfen, da nochmal Druck zu machen.“ Das Rennen aber hatte er trotz der zunächst guten Ausgangsposition schon früher verloren. „Wir haben nach der Pause mehr auf eine Sprinttaktik gesetzt, das war vielleicht ein Fehler“, fand Vettel. Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene reagierte angefressen auf Nachfragen zu Ferraris Vorgehensweise bei der Reifenwahl: „Wir haben das Recht eine aggressive Strategie zu wählen, auch wenn diese vielleicht nicht ausreichend funktioniert hat“, so der Italiener, der vielmehr fand: „Man kann ja sehen, wo wir am Anfang des Rennens standen... und wo nach der roten Flagge.“
Ferrari von Mercedes geschlagen: Vettel beim Auftakt Dritter

Strahlender Sieger im Albert Park: Nico Rosberg
Der WM-Stand nach dem Auftakt: Rosberg an der Spitze
Ergebnis - Australien GP 2016:
1. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:48:15,565 Stunden (167, 525 km/h)
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes +8,060 Sek.
3. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari +9,643
4. Daniel Ricciardo (Australien) Red-Bull-Renault +24,330
5. Felipe Massa (Brasilien) Williams-Mercedes +58,979
6. Romain Grosjean (Frankreich) Haas-Ferrari +1:12.081 Min.
7. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force-India-Mercedes +1:14,199
8. Valtteri Bottas (Finnland) Williams-Mercedes +1:15,153
9. Carlos Sainz jr. (Spanien) Toro-Rosso-Ferrari +1:15,680
10. Max Verstappen (Niederlande) Toro-Rosso-Ferrari +1:16,833
11. Jolyon Palmer (Großbritannien) Renault +1:23,399
12. Kevin Magnussen (Dänemark) Renault +1:25,606
13. Sergio Perez (Mexiko) Force-India-Mercedes +1:31,699
14. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Honda +1 Runde
15. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber-Ferrari +1 Runde
16. Pascal Wehrlein (Worndorf) Manor-Mercedes +1 Runde
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes +8,060 Sek.
3. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari +9,643
4. Daniel Ricciardo (Australien) Red-Bull-Renault +24,330
5. Felipe Massa (Brasilien) Williams-Mercedes +58,979
6. Romain Grosjean (Frankreich) Haas-Ferrari +1:12.081 Min.
7. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force-India-Mercedes +1:14,199
8. Valtteri Bottas (Finnland) Williams-Mercedes +1:15,153
9. Carlos Sainz jr. (Spanien) Toro-Rosso-Ferrari +1:15,680
10. Max Verstappen (Niederlande) Toro-Rosso-Ferrari +1:16,833
11. Jolyon Palmer (Großbritannien) Renault +1:23,399
12. Kevin Magnussen (Dänemark) Renault +1:25,606
13. Sergio Perez (Mexiko) Force-India-Mercedes +1:31,699
14. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Honda +1 Runde
15. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber-Ferrari +1 Runde
16. Pascal Wehrlein (Worndorf) Manor-Mercedes +1 Runde
Ausfälle: Marcus Ericsson (Schweden) Sauber-Ferrari, Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari, Rio Haryanto (Indonesien) Manor-Mercedes, Esteban Gutierrez (Mexiko) Haas-Ferrari, Fernando Alonso (Spanien) McLaren-Honda, Daniil Kvyat (Russland) Red-Bull-Renault
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