Über die Plätze vier und sechs kann Ferrari eigentlich nicht jubeln. Trotzdem dürften sie Sebastian Vettel vor dem Heimrennen am Wochenende in Hockenheim (14 Uhr, RTL) Mut machen: Denn auf einem engen Kurs, der viel Abtrieb erfordert und damit Erzrivale Red Bull sehr entgegenkommt, konnte Ferrari in Budapest das Tempo der Bullen mitgehen.
Vettel
Der neue Diffusor liegt direkt unterhalb der Bremskanäle
Das lag auch an einem neuen Diffusor, also dem ansteigenden Ende des Unterbodens. Er agiert als zusätzliches Flügelprofil direkt unter der komplexen Anordnung der Bremskanäle. Dieses zusätzliche Flügelprofil (grün) arbeitet als Strömungsteiler in diesem Bereiche nahe der Hinterräder. So wird der Unterdruck hinter dem Diffusor verstärkt, der Luftfluss unter dem Fahrzeug verbessert und der Anpressdruck erhöht.
Technik-Neuerung bei Ferrari: Vettels Spiel mit dem Luftdruck
Zwar löst das noch nicht die grundsätzlichen Aerodynamik-Probleme am Ferrari SF16-H, aber vor allem bei schnellen Richtungswechseln auf der Strecke hilft der neue Diffusor.
Das ist auch nötig: Red Bull ist bis auf einen Punkt in der Konstrukteurswertung herangekommen. 224:223 steht es nach Punkten noch für Ferrari. Und: Heute hat Ferrari den Abgang von Technikchef James Allison, über den ABMS bereits exklusiv berichtet hat, offiziell bestätigt. Seinen Posten übernimmt Motorenchef Mattia Binotto. In Italien wird spekuliert, dass Bob Bell (derzeit Renault) als Berater angeheuert werden soll.