Formel 1: Geschichte von Aston Martin
Noch nie ein Durchbruch

Der Name Aston Martin kehrt 2016 als Sponsor von Red Bull in die Formel 1 zurück. Einen eigenen Motor wird es wohl nicht geben - dafür endlich Erfolg?
Bild: Getty Images / Picture-Alliance
- Michael Zeitler
Die ersten GP-Gehversuche von Aston Martin reichen ins Jahr 1922 zurück. Treibende Kraft: Graf Louis Zborowski. Er verkörpert das Musterbeispiel eines damaligen Rennfahrers: Reiche Herkunft (seine Wurzeln gehen auf die Astor-Familie aus Deutschland zurück, die nach Amerika auswanderte und dort durch Pelz- und Immobilienhandel die ersten Multimillionäre hervorbrachte), eine tiefe Leidenschaft für Autos und ein gewisser Mut, sich in das Mienenfeld der damaligen Rennen als Fahrer zu wagen.

Bereits beim Auftakt zierte das Logo die Red-Bull-Autos
Beim Großen Preis von Frankreich 1922 war es so weit: Zwei Aston-Martin-Rennwagen gingen auf die Piste, schieden aber schon bald mit Motorschaden aus. Zborowski war entmutigt, warf die Rennhandschuhe hin und wechselte zu Mercedes. Aber Aston Martin hat Gefallen an der GP-Idee gefunden. Immer wieder tauchte man bei Rennen auf, aber Erfolge blieben immer wieder aus. Nach dem englischen Grand Prix 1926 zog die heutige Traditionsmarke frustriert die Reißleine.
Erfolg nur mit den Sportwagen
Das Comeback war für 1955 angepeilt. Doch innerhalb des Konzerns konnte man sich für ein Formel-1-Projekt nicht erwärmen. Tödliche Unfälle in Serie - die Katastrophe von Le Mans mit 83 toten Zuschauern war erst wenige Monate alt - und die hohen Kosten warfen kein gutes Bild auf den Rennsport. Trotzdem entwickelte der ehemalige Auto-Union-Designer Eberan Eberhorst einen Wagen, der nur in Neuseeland eingesetzt wurde. Geoff Richardson kaufte sich einen dieser Boliden, baute einen Jaguar-Motor ein und bestritt damit 1957 den nicht zur Meisterschaft zählenden F1-Lauf in Silverstone. Natürlich wieder ohne Erfolg.

Red-Bull-Teamchef Horner freut die neue Partnerschaft
Allein: In der WM lief nichts zusammen. Zwei sechste Plätze waren das höchste der Gefühle, aber immer abgeschlagen von der Spitze. Die Technik war veraltet: Der 2,5-Liter-Reihen-6-Zylinder-Motor brachte zwar 250 PS auf den Asphalt, aber es war ein Frontmotor, während die Konkurrenz längst auf Mittelmotoren umgerüstet hat. 1960 brachte Aston Martin nochmal eine Weiterentwicklung in die Formel 1 - wieder ohne Erfolg.

Pilot Daniel Ricciardo wird sich nicht beschweren, wenn er in Zukunft wie James Bond einen Aston Martin fährt
Seit letztem Jahr halten sich die Gerüchte über eine Rückkehr der Traditionsmarke hartnäckig. Fünf Prozent von Aston Martin gehören Mercedes. Schnell wurde die Idee geboren, die Mercedes-Kundenmotoren bei Williams oder Force India in Aston Martin zu benennen, im Gegenzug eines Sponsoring-Pakets. Jetzt wird also Red Bull der Partner. Cheftechniker Adrian Newey wird für Aston Martin einen Supersportwagen für die Straße bauen. Zielvorgabe: Er soll den Kurs in Silverstone schneller umrunden können als ein Formel-1-Rennwagen!
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