Drama um Charles Leclerc beim Großen Preis von Frankreich in Le Castellet! Der Ferrari-Star führt das Rennen bis Runde 20 an, verliert dann allerdings die Kontrolle über seinen roten Renner und rutscht heftig in die Reifenstapel. Das Aus für den Monegassen und ein weiterer herber Rückschlag im WM-Kampf.
Entsprechend heftig ist seine Reaktion: Leclerc brüllt in den Boxenfunk, nachdem er offenbart, dass das Gaspedal offenbar wie schon in Spielberg hängen geblieben ist – diesmal mit größeren Konsequenzen.
Ferrari macht einfach zu viele Fehler, da ist Red Bull deutlich besser aufgestellt“, urteilt Ralf Schumacher und fühlt mit Leclerc. „Das ist alles andere als witzig, wenn das Gas hängen bleibt. Da bekommt man schon Angst.“
Leclerc nahm die Schuld für den Ausfall auf sich.

Allein: Mit etwas kühlerem Kopf nimmt der Monegasse die Schuld in den TV-Interviews auf sich. „Ich performe auf dem höchsten Level meiner Karriere, aber wenn ich weiter solche Fehler mache. ist das egal, wie schnell ich bin. In Imola habe ich sieben Punkte weggeschmissen, hier 25. Wenn wir am Ende die WM durch 32 Punkte Abstand verlieren, weiß ich woher das kommt. Das ist inakzeptabel.“ Für Leclerc ist es der dritte Ausfall, der ihn nach Baku und Barcelona in Führung liegend ereilt.
Den Grund für seinen Crash erklärt er nun so: „Ich habe einfach versucht zu pushen und habe das Heck verloren. Ich habe im falschen Moment einen Fehler gemacht, hatte das ganze Wochenende Probleme mit der Balance.“
Max Verstappen fuhr nach Leclercs Ausfall zu einem ungefährdeten Sieg in Frankreich.

Den Sieg staubt Red Bull-Weltmeister Max Verstappen ab. Für den Niederländer ist es der siebte Erfolg in 2022 und der 27. insgesamt. "Wir haben einfach versucht, ruhig und nah dran zu bleiben. Es war natürlich unglücklich für Charles. Nach seinem Aus bin ich einfach mein Rennen gefahren." Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko sieht die WM trotz 63 Punkten Vorsprung noch nicht im Ziel: "Das reicht noch nicht. Wir wollen jetzt in Budapest wieder vorne dabei sein. Aber ich glaube, dass man zehn, zwölf Rennen gewinnen muss, um in der WM eine Chance zu haben."
Zweiter wird Lewis Hamilton in seinem 300. Grand Prix vor Mercedes-Teamkollege George Russell. Der Brite hat Sergio Perez kurz vor Schluss vom Podium geschubst, als der Mexikaner den Neustart nach einem virtuellen Safetycar verschlafen hat.
Der zweite Ferrari mit Carlos Sainz belegt Rang fünf vor Fernando Alonso. Doch auch bei ihm läuft nicht alles rund im Lager der Scuderia. Weil der Spanier nach seinem Boxenstopp unsicher zurück in die Boxengasse geschickt wird, bekommt er eine Fünf-Sekunden-Strafe. Nach einem sehenswerten Überholmanöver an Sergio Perez wird er erneut zum Reifenwechsel gerufen – eine Taktik, über die er sich lautstark am Boxenfunk beschwert.
Mick Schumacher erlebte einen Grand Prix zum vergessen.

Mick Schumacher wird nach einem Aufeinandertreffen mit Guanyu Zhou 15. Im Duell mit dem Alfa Romeo-Piloten will der Haas-Fahrer außen überholen und wird dabei abgeschossen. Schumacher kann zwar weiterfahren, fällt aber zwischenzeitlich auf Platz 17 zurück. Zhou bekommt eine Strafe.
Sebastian Vettel landet auf Platz elf. Rennentscheidend für ihn ist eine Szene kurz nach dem Start, in der Esteban Ocon (Alpine) Yuki Tsunoda (AlphaTauri) abräumt. Der Aston Martin-Star dahinter muss vom Gas, sein Teamkollege Lance Stroll rutscht durch – und bleibt bis Rennende vorne. Obwohl Vettel bis zur letzten Kurve im Getriebe des Kanadiers hängt. Die Szene sorgt hinterher noch für Diskussionen. "Ich war etwas überrascht, dass er im Scheitelpunkt vom Gas gegangen ist", ärgert sich der Heppenheimer über den Bremstest seines Teamkollegen. "Dabei ging es doch nicht wirklich um etwas."

Grand Prix von Frankreich

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:30:02,112 Std.
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +10,587 Sek.
3. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +16,495
4. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +17,310
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +28,872
6. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine +42,879
7. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +52,026
8. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +56,959
9. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren +1:00,372 Min.
10. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +1:02,549
11. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin +1:04,494
12. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri +1:05,448
13. Alexander Albon (Thailand) - Williams +1:08,565
14. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo +1:16,666
15. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas +1:20,394
Ausfälle:
Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari (18. Rd.)
Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri (18. Rd.)
Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas (38. Rd.)
Nicholas Latifi (Kanada) - Williams (41. Rd.)
Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo (48. Rd.)

Fahrer-Wertung
Stand nach 12 von 22 Rennen:

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 233 Pkt.
2. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 170
3. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 163
4. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 144
5. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 143
6. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 127
7. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren 70
8. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 56
9. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 46
10. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine 37
11. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 22
12. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren 19
13. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri 16
14. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin 15
15. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas 12
16. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 11
17. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 5
18. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 4
19. Alexander Albon (Thailand) - Williams 3

Konstrukteurs-Wertung
Stand nach 12 von 22 Rennen:

1. Red Bull 396 Pkt.
2. Ferrari 314
3. Mercedes 270
4. Alpine 93
5. McLaren 89
6. Alfa Romeo 51
7. Haas 34
8. Alpha Tauri 27
9. Aston Martin 19
10. Williams 3

Von

Bianca Garloff