Haas-Teamchef Günther Steiner hat es aber auch nicht leicht. Im Sprintrennen zum Großen Preis von Italien in Monza gerieten seine beiden Fahrer Mick Schumacher und Nikita Mazepin auf der Strecke ausnahmsweise mal nicht aneinander, dafür schießt der junge Russe nach einem guten Sprint und Platz 17 inklusive eines Überholmanövers an Robert Kubica (Alfa Romeo) verbal weiter mit Giftpfeilen um sich.
„Mein Tempo auf einer Runde hat sich massiv seit dem ersten freien Training in Spa verbessert“, sagt er in seiner Presserunde und legt spitzbübisch nach: „Und wir alle wissen ja, was dort passiert ist.“ Was Mazepin meint: Nach der Sommerpause bekam er ein neues Chassis. „Gut zu wissen, dass ich meinen Gefühlen trauen kann“, ergänzt er. „Das Vertrauen, dass mir fehlte, als das Auto gemacht hat, was es wollte, kommt jetzt zurück.“
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Mazepin sitzt mit breiter Brust vorm Computer und referiert in perfektem Englisch wohlerzogen über die Vorteile seines neuen, leichteren Autos. „Das ist ganz einfache Physik, die man schon in der Schule lernt. Je mehr Gewicht du in die Kurve trägst, desto mehr Abtrieb brauchst du. Ansonsten rutscht das Auto. Je geringer das Gewicht, desto mehr Speed kann ich also mit in die Kurve nehmen – so wie mein Teamkollege.“
Mazepin macht unumwunden klar, dass er sich in der ersten Saisonhälfte mit dem alten und leicht übergewichtigen Chassis (von Kevin Magnussen) benachteiligt gefühlt hat. „Ich kämpfe jetzt schon seit einiger Zeit um eine gleiche Position (im Team; d. Red.). Aber das ist nicht so leicht als Neuling gegen Superstars, die schon seit Jahren zur Formel 1 gehören.“ Eine Spitze, mit der nur Mick Schumacher und seine familiäre Verbindung zu Vater Michael und Onkel Ralf gemeint sein können. Hintergrund: Ralf Schumacher äußert sich als Sky-Experte immer wieder kritisch über Mazepin.
Nikita Mazepin
Und Steiner? Der Teamchef wurde von den Aussagen seines Fahrers erneut kalt erwischt, als er nur wenige Minuten später vor die Presse trat. Seine Reaktion auf die Chassis-Anklage seines Piloten: „Ich weiß nicht, was er meint oder was er daran für besser hält. Da werde ich ihn wohl mal fragen müssen.“
Steiner erklärt Mazepins Leistungssteigerung ganz einfach mit zunehmender Erfahrung: „Das kommt durchs Lernen“, so der Südtiroler. „Ein paar gute Resultate sind immer auch gut fürs Selbstvertrauen. Er hatte jetzt einige gute Rennen. Vorher wusste er nicht, was er mit dem Auto anstellen sollte, damit es das macht, was er will. Jetzt weiß er es.“
Fest steht: Die teaminterne Spannungen lassen bei Haas nicht nach. Immerhin: Auf der Strecke konnte Mazepin Schumacher überholen, ohne dass es zur Berührung kam. Der Grund, dass der Deutsche von Platz 15 (nach dem Start) auf Platz 19 zurückfiel: „Ich habe beim Restart zu viel Abstand gelassen“, bringt er Licht ins Dunkel. „Das hat mich in die Position gebracht, wo ich angreifbar war. Meine Pace war eigentlich besser, aber meine Räder waren dann hinüber. Dazu kam ein Fehler, den Robert (Kubica; d. Red.) ausgenutzt hat. Für morgen bin ich besser vorbereitet als heute.”
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Und was wünscht sich Steiner? „Keine Reibungen. Und dass die Jungs auch mit Robert Kubica im Alfa kämpfen können und nicht nur gegeneinander.“ Eigentlich nur logisch…

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