Spätestens seit Russlands Angriff auf die Ukraine kann auch Sport nicht mehr unpolitisch sein. In der Formel 1 steht deshalb Mick Schumachers (22) Haas-Team unter enormem Druck.
Grund: Mit Nikita Mazepin (22) hat man einen russischen Fahrer im Cockpit. Dessen Vater Dmitri (53) zahlte mit seinem russischen Chemiekonzern Uralkali bisher die Zeche, damit sein Sprössling sich in der Formel 1 versuchen darf.
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Doch nach Informationen von Sky hat das Haas-Team nun die Reißleine gezogen. Auch AUTO BILD erfuhr: Die US-Mannschaft wird sich von Mazepin trennen und verzichtet damit auch auf die geschätzten 40 Millionen Euro, die sein Vater bisher als Sponsor in die Kasse gespült hat.
Bereits beim Test in Barcelona hat Teamchef Günther Steiner auf Nachfrage von AUTO BILD erklärt: „Wir müssen nun entscheiden, wie das alles weitergeht – mit dem Sponsor und auch mit Nikita Mazepin. Wir sind finanziell breit genug aufgestellt, um diese Saison durchzustehen.“
Für Haas ist die Trennung eine logische Konsequenz der Ereignisse der letzten Tage und Wochen: Die Formel 1 hat den Vertrag mit dem Promoter des GP Russland endgültig gekündigt. Großbritannien untersagte Mazepin den Start beim Rennen in Silverstone. Der Automobilweltverband FIA war da weniger konsequent: Er hätte ihm immerhin noch erlaubt, unter neutraler Flagge fahren – aber eben nicht unter russischer.
Beim Test kommende Woche in Bahrain dürfte Testfahrer Pietro Fittipaldi (25) im Haas sitzen.

Erschwerend zu Mazepins Pass kommt, dass Vater Dmitri (53) zum Vertrautenkreis von Wladimir Putin zählt. Der Oligarch war erst im Januar wieder im Kreml zu sehen und hast es bisher verpasst, sich vom Despoten zu distanzieren. Die Verbindung hatte Mazepin junior seine Karriere ermöglicht, jetzt beendet sie sein Formel-1-Intermezzo.
Neuer Titelsponsor könnte jetzt das Telekommunikationsunternehmen 1&1 werden. Die Deutschen sollen mit Rückzug gedroht haben, würde Haas sich nicht von Mazepin und Uralkali trennen.
Beim Test kommende Woche in Bahrain dürfte Testfahrer Pietro Fittipaldi (25) im Haas sitzen. Darauf deutet ein frischer Tweet des Teams mit einem Foto hin, auf dem Fittipaldi am Steuer des Haas in Bahrain zu sehen ist. In dem Fall würde die Haas-Fahrerpaarung zur namhaftesten in der Königsklasse. Denn Fittipaldi ist der Enkel von keinem Geringeren als Emerson Fittipaldi. Der Brasilianer (75) hat 1972 und 74 den WM-Titel in der Formel 1 geholt. Mick Schumachers Vater Michael gewann von 1994-2004 sieben Mal die WM.
Pietro Fittipaldi ist kein Neuling in der Szene: Er kam schon 2020 zweimal zum Einsatz, als er Romain Grosjean nach dessen Feuer-Unfall in Bahrain ersetzte. Damals belegte er die Plätze 17 und 19 und schlug sich verhältnismäßig bravourös.
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Haas‘ Motorlieferant und Partnerteam Ferrari dagegen wünscht sich Ex-Alfa Romeo-Pilot Antonio Giovinazzi im Auto, der derzeit in der Formel E an den Start geht. Das Problem: Die Scuderia darf derzeit nur ein Cockpit in ihrem B-Team besetzen. Diesen Sitz hat Ferrari-Junior Mick Schumacher sicher. Den zweiten Stammplatz dürfte sich Haas extra bezahlen lassen wollen.
Nikita Mazepins Problem ist das nicht mehr. Ihn wird in der Formel 1 kaum jemand vermissen. Schon kurz vor seinem ersten Rennen machte er 2021 mit der sogenannten „Grabsch-Affäre“ Schlagzeilen, als er in den sozialen Medien ein Video postete, auf dem er einer jungen Frau auf der Rückbank seines Autos an den Busen fasste.
Auch auf der Strecke war er kein Kind von Traurigkeit, drängte Teamkollege Mick Schumacher mehrfach von der Bahn oder fast in die Mauer. Wegen seiner vielen Dreher erhielt er zwischenzeitlich den Spitznahmen „MazeSpin“. Jetzt hat es sich ausgekreiselt für den Russen – Putins Angriffskrieg ist Schuld.
Haas ist indes nicht das einzige Formel-1-Team mit Kontakt nach Russland. Ferrari hat mit Robert Shwartzman einen russischen Junior und mit Kaspersky einen russischen Sponsor.

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Von

Bianca Garloff