Formel 1: Haas-Zukunft

Formel 1: Haas-Zukunft

Kauft russischer Oligarch Haas?

Gerüchten zufolge will Dmitri Mazepin Haas kaufen. Perez hat dem Team abgesagt
Tritt der russische Chemiemilliardär Dmitry Mazepin in die Fußstapfen seiner kanadischen "Milliardärskollegen" Lawrence Stroll und Michael Latifi, die beide mit dreistelligen Millionenbeträgen ihren Söhnen einen Platz in der Formel 1 gesichert haben? Vieles deutet darauf hin.
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Hintergrund: Lance Stroll (21) und Nicholas Latifi (25) fahren bei Racing Point beziehungsweise Williams in der automobilen Königsklasse, weil die Väter ihre Söhne mit viel Geld dort eingekauft haben. Racing Point, das im nächsten Jahr zu Aston Martin wird, gehört Stroll senior sogar. Daddy Michael Latifi hat mit einem Millionenkredit das mittlerweile verkaufte Traditionsteam Ende 2019 vor dem Bankrott gerettet. Mazepin will jetzt mit ähnlicher Vorgehensweise dafür sorgen, dass sein Sohn Nikita (21) 2021 einen festen Platz in der Königsklasse bekommt.

Sergio Perez

Dazu passt: Aus Italien ist zu hören, dass Mazepin das amerikanische Haas-Team kaufen will. Fest steht: Das Ferrari-Partner-Team, das alle erlaubten Teile von der Scuderia erwirbt, operiert mit dem geringsten Budget in der automobilen Eliteklasse (100 Millionen Euro) und wurde durch die Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Und: Beide aktuellen Piloten stehen zur Disposition. Sowohl dem Franzosen Romain Grosjean als auch dem Dänen Kevin Magnussen wird keine Zukunft bei Haas prophezeit. Beide Verträge laufen am Ende des Jahres aus, immer wieder kollidierten die zwei Heißsporne auf der Strecke oder sorgten mit verbalen Attacken gegen das Team für böses Blut.
„Was die Fahrer betrifft: Alles ist möglich“, gibt der Südtiroler Teamchef Günther Steiner, der durch sein ehrliches und emotionales Auftreten in der Netflix-F1-Doku Kultstatus in der Szene erreicht hat, bei AUTO BILD Motorsport auch offen zu. Zwar dementiert Haas die Verkaufsgerüchte, aber zum jetzigen Standpunkt der Verhandlungen ist das auch nicht anders zu erwarten.
Allein: Mazepin, der seinem Sohn versprochen hat, ihm einen Platz in der Königsklasse zu besorgen, wenn er in der Nachwuchsserie Formel 2, die entsprechenden Leistungen bringt, ist in der Bringschuld. Grund: Sein Sohn fährt gut. Zweimal konnte er in Daddys HITECH-Team schon gewinnen. Zwei Rennen vor Ende der Meisterschaft liegt er in der Gesamtwertung auf Platz sechs, kann aber aus eigener Kraft noch Dritter werden – das ist laut den derzeitigen FIA-Statuten die Voraussetzung, um die F1-Superlizenz zu bekommen. Aber auch das könnte sich noch ändern, weil FIA-Präsident Jean Todt die Bedingungen aufgrund der durch die Corona-Pandemie verkürzten Saison lockern will.
Soll heißen: Der Weg für Russlands Nachwuchstalent ist frei.AUTO BILD Motorsport erfuhr zudem, dass ein Vertrauensmann Mazepins das Nachwuchs-Team des Russen vergangene Woche zum Verkauf angeboten hat. Das wird nicht mehr benötigt, wenn der russische Oligarch in die Königsklasse einsteigen will. Dazu passt auch: Der bei Racing Point 2021 gefeuerte Mexikaner Sergio Perez hat laut ABMS-Informationen Haas jetzt abgesagt. Angeblich auch, weil er von den Verhandlungen des Haas-Teams mit Mazepin erfahren hat.
Fest steht: Es wird sehr interessant in den nächsten Wochen hinter den Formel-1-Kulissen. Nicht nur auf dem Fahrermarkt.

Autor: Ralf Bach

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