Formel 1: Die besten Bilder aus Hockenheim

Formel 1: Hamilton gewinnt Regen-Drama

Vettel wirft Heimsieg weg

Bittere Niederlage für Sebastian Vettel in Hockenheim. Der Deutsche wirft im Regen einen Heimsieg weg - ausgerechnet WM-Rivale Lewis Hamilton siegt.
Mega-Drama beim Deutschland GP! Sebastian Vettel wirft in Führung liegend den Sieg in Hockenheim weg! Auf regennasser Fahrbahn rutscht der Lokalmatador nach 52 von 67 Runden in der Sachskurve ins Kiesbett. Vettel schlägt vor Wut aufs Lenkrad, entschuldigt sich unter Tränen am Boxenfunk bei seinem Team: "Ich habe einen Fehler gemacht. Es tut mir so leid, Jungs."

Unfassbar: Vettel auf dem Rückweg ins Fahrerlager

Zurück im Fahrerlager erklärt Vettel: "Es war einfach einer dieser Momente. Ich habe ein kleines bisschen zu spät gebremst, die Hinterräder haben blockiert. Ich ärgere mich sehr über mich selbst. Ein kleiner Fehler, aber große Enttäuschung."
Auch im vorerst letzten F1-Rennen auf der Strecke kann Vettel seinen Hockenheim-Fluch nicht brechen. "Es ist extrem ärgerlich, dass es hier passiert, weil wir auch das Rennen in der Tasche gehabt hätten. Den Regen hätten wir heute nicht gebraucht. Als ich dann erstmal im Kiesbett war, habe ich schnell realisiert, dass ich da nicht mehr rauskomme."
Bittere Heimniederlage: Vettel erklärt seinen Patzer
Für Vettel ist der Ausfall ein großer Rückschlag im WM-Kampf, denn das Rennen gewinnt WM-Rivale Lewis Hamilton vor Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen - ausgerechnet Hamilton, der nach einem Hydraulikdefekt im Qualifying und nur Startplatz 14 am Samstag noch wie der große Verlierer aussah!
Alle Zeiten und Zahlen hier: Ergebnisse im Überblick

Hamilton gewinnt den vorerst letzten Hockenheim-GP

"Man muss immer weiter an sich glauben. Ich habe vor dem Start lange gebetet. Gott sei Dank", sagt Hamilton nach der Zieldurchfahrt. "Natürlich war es unwahrscheinlich von so weit hinten, aber als der Regen kam, wusste ich, jetzt bin ich in einer guten Position. Ich habe gepusht und weiter geglaubt - und meinen Traum manifestiert", so der Mercedes-Star.
In der WM übernimmt Hamilton nach dem Vettel-Aus wieder die Führung - der Brite liegt ein Rennen vor der Sommerpause 17 Punkte vor dem Deutschen.
Der aktuelle WM-Stand: Hier im Überblick
So lief das Rennen: Vettel setzt seine Pole am Start souverän in die Führung vor Bottas und Räikkönen um. Dahinter macht Hamilton schnell Fortschritte. Nach acht Runden liegt der Brite schon wieder auf Rang acht, nach 14 Runden ist er als Fünfter wieder an der Spitzengruppe dran.

Am Start sieht es noch gut aus für Ferrari-Star Vettel

Ferrari zieht unterdessen Räikkönens ersten Boxenstopp vor, um ihn auf der Strecke vor Hamilton zu halten. Als der Führende Vettel zehn Runden später seinen Stopp macht, liegt er deshalb aber auf einmal hinter seinem Stallgefährten.
Am Ferrari-Funk entbrennt deshalb eine Diskussion. Vettel will vorbei, weil seine Reifen zu sehr überhitzen - Ferrari zögert, weist Räikkönen dann aber doch noch an, die Positionen zu tauschen. Während Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo mit einem Motorproblem am Streckenrand ausrollt, bringt das Wetter Spannung in den Grand Prix.
Etwas mehr als zwanzig Runden vor Schluss setzt in Hockenheim Regen ein. Hamilton, der kurz zuvor auf frische ultrasofte Reifen gewechselt hat, ist zu diesem Zeitpunkt der schnellste Mann auf der Strecke. Dann der Vettel-Patzer im Motodrom. Unter den entsetzten Schreien der deutschen Fans steigt der Deutsche aus seinem Ferrari.

Die Top-3 am Podium: Bottas, Hamilton, Räikkönen

Das durch Vettel ausgelöste Safety-Car nutzen erst Bottas und dann auch Räikkönen zum Stopp, ziehen neue ultraweiche Pneus auf. Hamilton bleibt indes auf der Strecke, entscheidet sich erst ganz spät dazu, nicht die Box anzusteuern und kreuzt bei der Boxeneinfahrt deshalb sogar den Grünstreifen. Von den Stewards bekommt Hamilton dafür später eine Verwarnung.
Am Ende trotzdem die richtige Entscheidung: Zwar muss Hamilton beim Re-Start noch eine Attacke von Teamkollege Bottas abwehren, danach zieht der Mercedes-Komandostand aber die Reißleine, bremst den Finnen ein. Bottas wird angewiesen, die Positionen zu halten - der Doppelsieg für die Silberpfeile in Hockenheim ist damit in trockenen Tüchern.
Funkspruch an Bottas: Wolff rechtfertigt Stallorder
Jubel auch auf Platz fünf: Den holt Renault-Pilot Nico Hülkenberg. "Das beste Ergebnis der Saison, ausgerechnet beim Heimrennen. Viel mehr hätte ich mir nicht wünschen können", sagt der Emmericher. Wenigstens ein deutscher Fahrer kann sich damit am Sonntag freuen.
So lief das Qualifying:
Pole-Position beim Heimspiel für WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel! Der Ferrari-Star, der noch nie in Hockenheim gewonnen hat, knallt mit einer Zeit von 1:11.212 Minuten einen neuen Rundenrekord hin - 55. Pole für Vettel, 0,204 Sekunden vor Mercedes-Pilot Valtteri Bottas. Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari startet als Dritter neben Red-Bull-Pilot Max Verstappen.
Alle Zeiten und Zahlen hier: Ergebnisse im Überblick
"Zuerst mal vielen Dank an alle, die heute die Daumen gedrückt haben. Ich hoffe es hat Spaß gemacht und wünsche mir natürlich, dass es morgen so weitergeht", richtet sich Vettel nach dem Qualifying auf Deutsch an seine Fans. "Es ist toll, so viele rote, deutsche und Ferrari-Flaggen zu sehen."
"Ich wusste schon in Q1, dass das Auto schnell ist - aber es wurde immer besser. Für die letzte Runde hatte ich dann noch bisschen was in mir, das konnte ich rausquetschen. Ich bin noch ziemlich voller Adrenalin, aber sehr glücklich", strahlt Vettel.
Großer Rückschlag indes für Titelrivale Lewis Hamilton: Der Brite kommt in Kurve eins von der Strecke ab, beschädigt sich beim Ritt über die Kerbs das Auto. Sofort funkt der Kommandostand: "Hydraulikverlust, stopp, stopp! Sonst riskieren wir den Motor." Hamilton kommt noch eine halbe Runde weit, springt dann aus dem Silberpfeil und versucht ihn zurück zur Box zu schieben - vergeblich: Aus schon in Q1!
Anschließend geht Hamilton neben dem Silberpfeil aufgelöst in die Hocke, wird dann mit dem Roller zurück ins Fahrerlager gebracht. Ex-Teamkollege und Experte Nico Rosberg: "Es ist besorgniserregend. Ich habe noch nie so eine Körpersprache von ihm gesehen. In Silverstone war es auch schon so komisch. Es wirkt, als fehle ihm im Moment der Glaube."

Diesen Ritt über die Kerbs bezhalt Hamilton teuer

Rosberg erklärt den Vorfall: "Lewis hat in Kurve eins einen Fehler gemacht und ist weit neben die Strecke gekommen. Dabei hat er einige harte Schläge aufs Auto bekommen. Ich denke, dabei hat er sich das Getriebe beschädigt."
Dass der große Kampf der WM-Rivalen am Sonntag wohl ausfällt, ist für Rosberg "enttäuschend". "Für Lewis ist es ein richtig großer Rückschlag. Vettel ist jetzt da vorne, sein Auto fliegt - er ist jetzt Favorit auf den Sieg. Lewis muss hingegen mal wieder von hinten los. Man muss auch sehen, ob sein Getriebe gewechselt werden muss." Dann könnte es für Hamilton noch weiter zurück gehen als Platz 14.
Von ganz hinten fährt Daniel Ricciardo los - die Strafe für einen Motorwechsel am Red Bull.
Besser läuft das Qualifying für Nico Hülkenberg. Der zweite Deutsche im Feld schafft es beim Heimspiel in die Top-10, startet als starker Siebter.
Für eine rote Flagge sorgt bereits in Q2 ein Dreher von Marcus Ericsson in der Sachs-Kurve. Zwar kann der Sauber-Pilot weiterfahren, schaufelt dabei aber so viel Kies auf die Strecke, dass der Kurs erst einmal gereinigt werden muss, ehe sich Vettel die Pole beim Heimspiel schnappt.
So lief das Abschlusstraining:
Bestzeit im Abschlusstraining zum Deutschland Grand Prix für Sauber-Pilot Chalres Leclerc: Bei wenig regulären Bedingungen drehen am Samstagmittag Ortszeit allerdings nur neun von 20 Fahrern eine gezeitete Runde. Gerade zu Beginn der Session verhindern starke Regenfälle den Trainingsbetrieb.
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Nur die beiden Renault-Piloten Nico Hülkenberg und Carlos Sainz sorgen anfangs für etwas Action auf der Piste - nach einem Dreher des Spaniers geht man auch bei Renault auf Nummer sicher, holt die Piloten an die Box. Anschließend passiert lange nichts. Erst in der Schlussviertelstunde wird den Zuschauern in Hockenheim wieder etwas geboten für ihr Geld.
Auch Lokalmatador Sebastian Vettel wagt sich dann auf die Strecke, fährt die viertschnellste Zeit - und legt in der Spitzkehre einen Dreher hin.
WM-Rivale Lewis Hamilton klagt derweil schon vor dem Training über Unwohlsein. Gerüchte, dass der Brite in Hockenheim gar nicht mehr mitwirken kann, dementiert Mercedes umgehend. "Lewis fühlt sich nicht wohl - aber wohl genug, um zu fahren, falls Mercedes im Training fährt", lässt ein Sprecher der Silberpfeile ausrichten.
So kommt es dann auch: Eine Minute vor Ablauf der Uhr fährt der Weltmeister tatsächlich noch aus der Box auf die Strecke - zwei Runden dreht Hamilton, eine Zeit bringt er dabei aber nicht aufs Tableau.
Das Qualifying in Hockenheim steigt um 15:00 Uhr (live auf RTL und F1 TV) - auch dann ist die Regenwahrscheinlichkeit hoch.

So lief der Freitag:

Kleine Überraschung am Hockenheim-Freitag: Nicht Ferrari oder Mercedes sondern Red Bull startet am ersten Tag beim Deutschland GP mit zwei Bestzeiten ins Wochenende. Nach Daniel Ricciardo am Vormittag, ist in den Nachmittagsstunden Teamkollege Max Verstappen der Schnellste - mit einer Zeit von 1:13.085 Minuten auf ultraweichen Reifen dreht der Holländer sogar einen neuen Rundenrekord.
Alle Zeiten und Zahlen hier: Ergebnisse im Überblick
Rund 25 Minuten vor Schluss wird Verstappen aber von einem Problem beim Runterschalten eingebremst. "Hört ihr das?", funkt der 20-Jährige mit sorgenvoller Stimme an den Kommandostand und steuert anschließend die Red-Bull-Box an. Nach einigen Checks kann Verstappen in den Schlussminuten aber noch einmal auf die Strecke gehen.
Hinter Verstappen reiht sich wie schon am Vormittag Lewis Hamilton als Zweiter ein. Dem Mercedes-Star, der seinen Vertrag mit den Silberpfeilen vor dem Rennen um zwei weitere Jahre bis 2020 verlängert hat, fehlen 0,026 Sekunden zur Bestzeit. Teamkollege Valtteri Bottas, der ebenfalls mindestens ein Jahr bei Mercedes bleiben darf, reiht sich mit einem Zehntel Rückstand als Dritter ein.
Platz vier geht wie schon in der ersten Session an Sebastian Vettel. 0,225 Sekunden fehlen dem Ferrari-Star zur Spitze.
Bei den Longruns auf der ultrasoften Mischung ist Vettel mit durchschnittlichen 1:18,1-er Zeiten zwar der Schnellste, weil seine Pirelli-Pneus aber früh Blasen werfen, kommt er nur sechs Runden weit. Etwas solider, wenn auch langsamer: Die Mercedes-Piloten mit 1:18,3-er und 1:18,5-er Zeiten von Bottas respektive Hamilton.
Auf der härteren Medium-Mischung ist indes Daniel Ricciardo der Beste. Der Australier muss das Rennen nach dem Wechsel diverser Motorteile (s. unten) von ganz hinten aufnehmen, konzentriert sich am Freitagnachmittag deshalb ausschließlich auf seine Rennstrategie und belegt nur den 13. Rang. Mit 1:18,3-er Runden im Schnitt liegt er auf der härtesten Mischung ein Zehntel vor Mercedes (Bottas) und fünf vor Ferrari (Räikkönen).
Die Gummis bereiten dem Ferrari-Piloten dann auch Kopfzerbrechen: "Wenn es so bleibt, ist es mehr wie in Österreich, wo wir alle sehr limitiert bei den Reifen waren", klagt Räikkönen über die hohe Streckentemperatur am sonnigen Freitag. Der Finne gibt allerdings auch zu bedenken: "Wir müssen abwarten, was das Wetter am Wochenende macht." Vor allem am Samastag ist für Hockenheim eine hohe Gewitter- und Regenwahrscheinlichkeit angesagt.
Sollte es im Qualifying tatsächlich regnen, dürfte das auch Nico Hülkenberg freuen. Der zweite Deutsche wird zwar immerhin Neunter im zweiten Training, beklagt ob der Hitze aber große Abnutzungserscheinungen an den Hinterreifen seines Renault.

So lief das erste Training:

Hockenheim hat sie wieder: Nach einem Jahr Pause heulen endlich wieder Formel-1-Motoren im Motodrom auf! Pünktlich um 11:00 Uhr Ortszeit fährt Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo als Erster auf die Strecke - der Australier liegt dann auch anderthalb Stunden später ganz vorne, toppt mit einer Zeit von 1:13.525 Minuten die Zeitenliste, 0,004 Sekunden vor Mercedes-Star Lewis Hamilton.
Alle Zeiten und Zahlen hier: Ergebnisse im Überblick
Allein: Mit einer Spitzenposition wird es für Ricciardo am Wochenende schwer. Beim Aussie werden diverse Motorteile gewechselt (unter anderem die MGU-K, Elemente der Kontrollelektronik und der Energiespeicher), das Rennen am Sonntag startet er damit von ganz hinten.
Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklärt: "Wir hatten schon die letzten Rennen Glück, dass es noch ohne Strafe ging. Mit den Teilen, die wir noch hatten, haben wir es maximal herrausgezögert." Horner weiter: "Jetzt müssen wir hier 30 Strafplätze in Kauf nehmen. Dafür tauschen wir alles aus, das hält dann hoffentlich eine Weile."
Ziel der Aktion: Beim nächsten Rennen in Ungarn rechnet sich Red Bull bessere Chancen auf den Sieg aus. "Wir sind auch hier wieder im (langsameren; d. Red.) letzten Sektor stark. Wenn sich dieses Schema hält, sieht es in Budapest und Singapur gut für uns aus", so Horner.
Auch Max Verstappen im zweiten Red Bull kann am Freitag in Hockenheim überzeugen, mit 0,189 Sekunden Rückstand ordnet er sich hinter Ricciardo und Hamilton als Dritter ein. Die Top-3 setzen dabei auf ultraweiche Reifen.
Auf der deutlich härteren weichen Mischung wird Ferrari-Star Sebastian Vettel Vierter zum Auftakt in sein Heimspiel-Wochenende. 0,271 Sekunden fehlen dem Deutschen auf die Bestzeit. Vettel setzt im Training diverse Updates am Ferrari ein, unter anderem einen neuen Auspuff und Heckflügel hat die Scuderia am Wochenende im Gepäck.
Als Zehnter gerade noch in die Top-10 schafft es auch der zweite Deutsche, Nico Hülkenberg. Der Renault-Pilot leistet sich auf dem Weg dahin allerdings zwei Ausritte durch die Wiese - einmal in Kurve zwei und dann bei deutlich höherem Speed noch einmal in Turn zwölf. Immerhin: Ein Einschlag in die Mauer bleibt Hülkenberg dabei erspart.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / F1

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