Nein, wie ein Sieger fühlte sich Nico Hülkenberg jetzt auch wieder nicht. Auch wenn der zehnte Platz beim fünften Saisonrennen in China ein Triumph für ihn und seinen Rennstall Haas ist. Mal wieder ein Punkt für den Deutschen, vier sind es insgesamt.
Für ihn sei es "nicht ganz" wie ein Sieg, bestätigt Hülkenberg bei Sky, "da fehlen noch ein paar Emotionen. Ich habe noch nie einen Sieg gehabt in der Formel 1, von daher kann ich da auch nicht so richtig mitreden. Aber es fühlt sich gut an, es fühlt sich süß an".
Denn Hülkenberg holt im Moment das Maximum heraus – aus sich und seinem Haas. Red Bull Racing, Ferrari, McLaren, Mercedes und Aston Martin sind in der Regel schneller als das US-Team, doch wenn eine der Top-Mannschaften patzt oder ausfällt, ist Hülkenberg schon drei Mal in dieser Saison zur Stelle gewesen. Womit er die Racing Bulls, Williams, Alpine und Sauber hinter sich lässt.

Hülkenberg: "Eines meiner saubersten Rennen"

"Ich glaube, das ist alles, was heute möglich und drin war", resümiert Hülkenberg. "Man sieht, wenn von den Top-5-Teams keiner ein Problem hat, sind die Top 10 gebucht." Diesmal war es Aston-Martin-Pilot Lance Stroll, der es nach diversen Problemen im Rennen nicht in die Top 10 schaffte.
Hinzu kam, dass Hülkenberg "eines der saubersten Rennen in meiner Laufbahn" fuhr. Er habe einen guten Rhythmus gehabt, keine Fehler drin, "ein sauberes Rennen eben. Auch auf der Strategieseite hat das Team sehr gut reagiert, dass wir Valtteri Bottas in der Anfangsphase wieder undercuttet haben".
Anschließen sei ihm der Medium-Reifen "ein bisschen unter dem Hintern weggeschmolzen". Auf der harten Mischung "ging es deutlich besser und ich glaube, da waren wir auch konkurrenzfähig, was das Mittelfeld angeht", so Hülkenberg.
Nico Hülkenberg steht bei vier Punkten.
Bild: Haas
Inmitten des Sky-Interviews mit Peter Hardenacke gesellt sich Ex-Champion Nico Rosberg dazu, der Hülkenberg überschwänglich lobt: Hülkenberg sei "super genial gefahren, echt mega stark".
"Ich glaube, ich habe noch nie ein Kompliment von Rosi bekommen", scherzt der Emmericher, der weiterhin mit Audi in Verbindung gebracht wird und dahingehend weitere Argumente sammelt.

Hülkenberg gibt der Saison eine 10

Wie fällt sein persönliches Fazit aus, auf einer Skala von 1 bis 10? "Man muss das Ganze im Angesicht des letzten Jahres betrachten. Danach waren die Erwartungen über den Winter sehr, sehr gering und gedämpft", betont Hülkenberg. Tatsächlich hatte Teamchef Ayao Komatsu davor gewarnt, dass es sein könne, dass man am Ende des Feldes herumfährt.
"Die Erwartungen von außen, aber auch intern, haben wir definitiv übertroffen mit dem Sprung, den wir gemacht haben in einer sehr, sehr kurzen Zeit", so Hülkenberg, der den Status Quo mit einer 10 bewertet, "auch wenn wir an einigen Stellen mehr Glück als Pech hatten. Aber jetzt ist es wichtig, dass wir nachlegen, was die Entwicklung angeht, damit wir das auch halten können."
Und damit die Saison weiter so süß bleibt.