Formel 1: Kabelbruch stoppt Rosberg
WM-Führung nach Ausfall futsch

Der Teufel steckt im Detail: Die Technik sorgte bei Nico Rosberg in Singapur für Frust pur. Mercedes-Bosse geloben Besserung und entschuldigen sich.
Bild: Getty Images
- Frederik Hackbarth
Ein kleines Detail kostete Nico Rosberg die Tabellenführung. Der Auslöser für den Technikdefekt beim GP Singapur war ein gebrochenes Kabel innerhalb der Lenksäule. Mit komfortablen 22 Punkte Vorsprung im WM-Klassement reiste der Mercedes-Pilot nach Singapur – verlassen musste der Deutsche den Stadtstaat mit drei Punkten Rückstand auf WM-Rivale Lewis Hamilton nach dessen Sieg. „Es ist sehr, sehr ärgerlich. Ich habe heute unheimlich viele Punkte verloren“, schüttelte Rosberg seinen Kopf: „Das heute war der bitterste Moment in diesem Jahr. So hilflos dazusitzen und nichts geht.“ Rosberg konnte sein Pech kaum fassen. „Meine Mechaniker haben sich vor dem Start in der Box schon fünfmal ins Auto reingesetzt, um alles zu checken. Es war alles in Ordnung. Dann setze ich mich rein für den Radio-Check, und es geht nichts mehr. Das ist unglaublich!“
Lauda & Wolff mit Entschuldigung

Ungewohntes Bild: Mit dem defekten Mercedes kommt Rosberg (hinten) nicht mal an einem Marussia vorbei
Rosberg fordert bessere Zuverlässigkeit
Rosberg hatte bereits direkt nach seinem Ausfall darauf gedrängt, noch mehr Augenmerk auf die Haltbarkeit des Silberpfeils zu verlagern. „Wir müssen uns diesen Bereich genau anschauen, denn wir hatten dieses Jahr schon einige Probleme mit der Zuverlässigkeit. Das ist unsere Achillesferse und der müssen wir auf den Grund gehen“, meinte der Deutsche. Lauda und Wolff befürworteten die Einschätzung Rosbergs. „Der Defektteufel darf nicht weitergehen. Toto und Paddy (Lowe; d. Red.) werden ihn suchen, denn wir müssen beiden Fahrern ein gleichgutes Auto geben“, nahm Lauda sein Team in die Pflicht.
Forensische Analyse folgt

Bittere Momente: Rosberg muss am Kommandostand tatenlos mitansehen, wie Hamilton zum Sieg rast
Gemischte Gefühle
Mit Blick auf die neue WM-Situation analysierte der Mercedes-Pilot sachlich: „Wir können uns so einen Ausfall dieses Jahr in der Konstrukteurs-WM ja fast leisten, weil unser Auto so schnell ist. Aber ich persönlich kann’s mir halt nicht leisten.“ Skurril ist es daher auch für ihn gewesen, das Rennen am Kommandostand zu verfolgen, dem Team die Daumen zu drücken und Hamilton beim Siegen zuzusehen. „Meine Gefühlslage ist da natürlich geteilt. Auf der einen Seite freue ich mich für unsere Teammitglieder, dass das andere Auto wenigstens gewonnen hat. Auf der anderen Seite bin ich natürlich mega enttäuscht, dass ich keine Punkte geholt habe. Ich hatte mich so auf die Möglichkeit gefreut, heute hier zu gewinnen…“ Die nächste Chance dafür gibt es am 5. Oktober 2014 in Japan.
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