Doch F1-Experte Marc Surer ist zwiegespalten, was seine Meinung zum Zehnjahresvertrag angeht, den die Königsklasse ab 2023 mit dem Emirat geschlossen hat. Im AvD Motor und Sport Magazin bei Sport1 sagt er: „Katar ist sicherlich eine Strecke, die schon lange existiert. Die MotoGP fährt da schon lange. Daher macht es Sinn, dass die Formel 1 da hingeht.“
Doch der ehemalige Schweizer Formel-1-Fahrer gibt auch zu bedenken: „Mir tut es immer weh, wenn ein weiteres Rennen im Ausland dazukommt und man nicht in Deutschland fährt. Katar hätte es nicht gebraucht, sondern Hockenheim oder Nürburgring.“
Hinweis
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Auch DTM-Pilot Marco Wittmann kritisiert, dass ein Grand Prix in Deutschland in der Königsklasse des Motorsports weiter fehlt. „In der DTM wäre es bestimmt cool, so etwas mal dabei zu haben. Aber für die deutschen Fans in der Formel 1 wäre ein deutsches Rennen besser. Dazu haben wir mit Vettel und Schumacher auch deutsche Fahrer. Da gehört dann auch ein deutsches Formel-1-Rennen dazu.“
Zumal die Formel-1-Stars wie Sebastian Vettel und Lewis Hamilton sich immer wieder für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Werte, die sowohl in Katar als auch in Saudi-Arabien nicht gelebt werden. Die Fans sind jetzt schon gespannt, wie die beiden Haupt-Kritiker der F1-Szene sich dazu äußern werden.
Formel-1-Experte Marc Surer
Allein: Surer glaubt nicht, dass Vettel und Co. protestieren werden. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass viel geredet wird, aber sie fahren überall. Sobald sie im Auto sitzen, sind sie Rennfahrer und dann spielt das alles keine Rolle mehr“, so der Schweizer.
Amnesty International appelliert deshalb bereits an die Fahrer. „Katars Menschenrechtsbilanz ist äußerst besorgniserregend - von der langjährigen Misshandlung von migrierten Arbeiten des Landes bis hin zu den Einschränkungen der Meinungsfreiheit und der Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen“, heißt es in einem Statement der Menschenrechtsorganisation.
Und weiter: „Die Formel 1 sollte darauf bestehen, dass alle Verträge, die im Zusammenhang mit diesem Rennen stehen, strenge Arbeitsstandards entlang aller Lieferketten enthalten.“
Außerdem sollten sich die Protagonisten der Königsklasse nicht instrumentalisieren lassen. Amnesty: „Die Fahrer und ihre Teams sollten bereit sein, im Vorfeld dieses Rennens auf die Menschenrechte in Katar aufmerksam zu machen, um ihren Teil zu leisten, den Zauber des Sportswashings und Image-Managements zu brechen.“
Die Formel-1-Macher argumentieren logischerweise gegenteilig: „Die Formel 1 hat jahrzehntelang hart daran gearbeitet, überall dort, wo sie Rennen fährt, eine positive Kraft zu sein, einschließlich wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Vorteile“, betont ein Sprecher. „Wir nehmen unsere Verantwortung für [Menschen-]Rechte sehr ernst und stellen hohe ethische Standards für Gegenparteien und diejenigen in unserer Lieferkette, die in den Verträgen verankert sind, und achten genau auf deren Einhaltung.“
Hinweis
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Ein fader Beigeschmack bleibt trotzdem. Seit 2020 setzt sich die Königsklasse mit ihrer Kampagne #WeRaceAsOne für mehr Diversität, Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung ein. Gleichzeitig zählt der saudische Ölgigant Aramco zu den Hauptsponsoren. Rennen finden nun schon in vier Golfstaaten statt.

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