Formel 1: Strafe für Racing Point

Formel 1: Konfus-Urteil gegen Racing Point

Rosa Mercedes fährt weiter illegal!

Das FIA-Urteil zu Copygate ist da: Racing Point wurde tatsächlich bestraft. Die Details
Paukenschlag kurz vor Beginn des ersten Freien Trainings beim Grand Prix zum 70-jährigen Jubiläum der Formel 1 in Silverstone! Der Automobilweltverband FIA hat das Urteil der Sportkommissare im "Copygate"-Protestverfahren zwischen Renault und Racing Point gefällt.
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Spannend: Die von Renault beanstandeten Bremsbelüftungen des Racing Point RP20 sind tatsächlich illegal – allerdings nur hinten! Die vorderen Bremsbelüftungen hat Racing Point bereits 2019 kopiert – als es noch erlaubt war. Die hinteren erst 2020. Da war es schon verboten. Das Team hat beim Designprozess damit gegen die sportlichen Regeln verstoßen.

Racing Point wurde tatsächlich bestraft

Die Strafe: 400.000 Euro (je 200.000 für jedes Auto beim Grand Prix der Steiermark). Dazu werden Racing Point 7,5 Punkte pro Auto in der Konstrukteurs-WM abgezogen. Also insgesamt 15!
Das Problem: Die FIA macht sich mit dem Urteil wieder unnötig angreifbar. Einerseits setzt sie damit ein Zeichen: Kopien und Kundenautos sind nicht erwünscht! Laut Regelwerk sind sie ohnehin verboten. 
Aber – und das macht den Fall nun doch wieder konfus: Racing Point darf nun weiter mit den Bremshutzen fahren. Eine Strafe reicht. Das wiederum öffnet Tür und Tor auch für weitere Kundendesigns - getreu dem Motto: Zahl einmal Strafe, verzichte auf ein paar WM-Punkte – und nutz dann den Vorteil des kopierten Teils maximal aus!
Der Fall dürfte damit noch nicht erledigt sein. Racing Point hatte für den Fall einer Strafe Berufung angekündigt, Renault im Gegenzug Proteste gegen weitere Teile des RP20, der auch im Ganzen aussieht wie eine rosa Kopie des Vorjahres-Silberpfeils.
Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer bei 'Sky': "Das Gute an dem Urteil ist, dass das Auto aus technischer Sicht völlig legal ist. Wir können also weiterhin mit den Bremsschächten fahren. Es geht eher um den Design-Prozess, der im Sportlichen Reglement geregelt wird. Wir müssen uns nun überlegen, ob wir Berufung gegen die Strafe einlegen. Aber die positiven Nachrichten lauten, dass wir mit dem Auto weiterfahren können, schon hier und auch später. Und dass es legal ist."
Immerhin: Für 2021 will die FIA solchen Tricksereien einen Riegel vorschieben: Es soll nicht zur Normalität wird, dass ein Team das komplette Auto eines anderen Rennstalls nachbaut. Technikchef Nikolas Tombazis: "Wir werden es weiter akzeptieren, wenn einzelne Teile kopiert werden. Aber wir möchten nicht, dass das ganze Auto eine Kopie eines anderen Autos ist."

Fotos: Racing Point

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