Es ist das spektakulärste Formel-1-Comeback seit Rekordweltmeister Michael Schumacher 2010 mit Mercedes in die Königsklasse des Motorsports zurückkehrte: Robert Kubica fährt 2019 neben George Russell für das Williams-Team – acht Jahre nach seinem letzten Grand Prix 2010 für Renault. Länger dauerten nur die Formel-1-Pausen von Jan Lammers (1982-1992) und Luca Badoer (1999-2009).
Kubica hatte sich im Februar 2011 bei einem Rallye-Unfall schwer am rechten Arm verletzt – bis heute hat er Bewegungseinschränkungen. Daher konnte der Pole seither nur Rennen etwa in der Rallye-WM fahren, nicht aber in der Formel 1. 2018 war er Testfahrer bei Williams, fuhr in Spanien und Österreich auch zwei Mal im freien Training. Trotzdem ein Wunder, dass er jetzt zurückkehrt als Stammfahrer – noch immer hat er Bewegungseinschränkungen.
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Kubica
Kubica wird 2019 für Williams fahren
Kubica freut sich auf seine Rückkehr: „Erst einmal will ich jedem danken, der mir während dieser schwierigen Lebensphase geholfen hat. Das war eine immense Herausforderung, sich zurück ins Formel-1-Feld zu kämpfen, aber was fast unmöglich schien, ist jetzt Realität geworden. Das ist eine der größten Errungenschaften in meinem Leben und ich bin mir sicher, mit harter Arbeit und Engagement werden wir dazu in der Lage sein, das Team zu motivieren großartige Dinge zu leisten.“
Als er 2006 anstelle von Jacques Villeneuve beim Ungarn-GP sein Debüt bei BMW-Sauber gab, war er der erste Pole in der Formel 1. Schnell reifte er zu einem der hoffnungsvollsten Formel-1-Talente heran: Zwölf seiner 76 Grands Prix beendete er auf dem Podest, beim Kanada-GP 2008 feierte er sogar einen Sieg im BMW-Sauber. Ferrari fasste ihn als Fahrer für die Jahre ab 2012 ins Auge, es gab sogar einen Vorvertrag.
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Das Comeback nun wird nicht leicht. Williams ist derzeit das Hinterbänklerteam der Formel 1. Sein Teamkollege George Russell wird in Abu Dhabi aller Voraussicht nach Formel-2-Meister und gilt als eines der großen Talente der Zukunft. Kubica ist inzwischen 33 Jahre alt und damit 13 Jahre älter als Russell. Zudem leidet er noch immer unter Bewegungseinschränkungen im rechten Arm.
Jetzt sind nur noch zwei Formel-1-Cockpits für 2019 offen: Lance Stroll wird von Williams wohl zu Force India wechseln und bei Toro Rosso soll Alex Albon sein Debüt geben.