Formel 1: Lewis Hamilton exklusiv
Ich werde Weltmeister!

Lewis Hamilton spricht im Exklusivinterview mit AUTO BILD MOTORSPORT über seine WM-Ambitionen, Teamkollege Nico Rosberg und die Mercedes-Familie.
Bild: ABMS / Getty Images
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Herr Hamilton, bitte tippen Sie für unsere Leser: Wie wird der WM-Endstand nach dem letzten Rennen in Abu Dhabi aussehen?
Hamilton schreibt die Rangliste auf ein Stück Papier: 1. Lewis (Hamilton); 2. Nico (Rosberg); 3. Daniel (Ricciardo).
Hamilton: War ja wohl klar, dass ich auf mich als Weltmeister tippe, oder? Für mich zählt nur der Titel.
Hamilton: War ja wohl klar, dass ich auf mich als Weltmeister tippe, oder? Für mich zählt nur der Titel.
Vielleicht. Aber Hand aufs Herz: Was macht Sie so sicher, dass Sie Nico Rosberg schlagen werden?
Nichts Spezielles. Ich mache einfach mein Ding. Das ist: Das Rennfahren weiter genießen mit der Gewissheit, dass wir das beste Auto haben. Ich geniesse das einfach. Und dann kommt’s, wie es kommt.
Trotzdem: Haben Sie vor der Saison gedacht, dass Nico Rosberg so stark sein würde? Immerhin führt er im Qualifying-Duell 09:06. Haben Sie ihn möglicherweise unterschätzt?

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Ihr Duell mit Nico Rosberg verläuft sehr intensiv in dieser Saison. Was war der schwierigste Moment?
Wahrscheinlich hatten wir in Spa die schwierigste Situation. Aber diese Zeiten haben wir hinter uns gelassen. Die Stimmung im Team ist jetzt wieder gut – so wie vorher.
Sicher? 1990 hat sich Ayrton Senna so ungerecht behandelt gefühlt, dass er Selbstjustiz geübt und Alain Prost einfach abgeschossen hat. Können Sie sich vorstellen im letzten Rennen auch in so eine Situation zu kommen?
So was würde in der heutigen Formel 1 nie passieren – als Fahrer würde man wahrscheinlich in den Knast geschickt! Jedenfalls kann ich verstehen, warum Senna so gehandelt hat, denn solche Emotionen gehören zur Natur des Menschen. Wir brauchen mehr Duelle und ich bin stolz in diesem Jahr Teil eines ähnlichen Kampfes zu sein.
Wie haben Sie es nach der Hitze des Gefechts in Spa geschafft wieder herunterzukommen?
Weil ich die Sache so schnell wie möglich wieder abgehakt habe. Es bringt nichts, sich lange mit den Dingen zu beschäftigen, die man nicht mehr ändern kann. Die Ziele, die vor mir liegen, sind immer größer als Dinge aus der Vergangenheit.
Inwiefern ist es ein Vorteil, dass Sie – im Gegensatz zu Ihrem Teamkollegen – schon einen Titel gewonnen haben?

Hamilton... und dann lange nichts. Immerhin Platz zwei gönnt der Brite Teamkollege Rosberg noch
Genau vor einem Jahr haben sie in einem Interview gesagt, dass Nico mehr Zeit mit den Ingenieuren verbringt als Sie das tun. Ist das auch diese Saison noch der Fall?
Das hat sich wahrscheinlich ein bisschen geändert. Ich verbringe jetzt mehr Zeit mit den Technikern als früher. Aber noch wichtiger ist, dass du klar im Kopf bist. Du musst immer wissen, was für dich das Beste ist. Und das weiß ich ganz genau für mich.
Ist es auch eine spezielle Motivation, einen deutschen Piloten in einem deutschen Team zu schlagen?
Nein, denn dazu muss man wissen: Ich komme aus einer multikulturellen Familie. Das heißt: Rasse oder Nationalität spielten für mich nie eine Rolle.
Sie haben also keinerlei Bedenken, dass Sie als Brite bei Mercedes benachteiligt werden könnten?
Nein, absolut nicht. Bei uns gibt es immer zu Hundertprozent Fairplay.
Wie wichtig ist es Ihnen, dass Sie der erste Mercedes-Weltmeister seit Juan-Manuel Fangio 1955 werden können?
Ehrlich gesagt, darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. In meinem Verständnis war ich 2008 der letzte Mercedes-Weltmeister. Denn der McLaren damals war ja eigentlich auch schon ein Mercedes...
... Einspruch. Sie haben Jenson Button vergessen. Der wurde 2009 mit einem Mercedes-Motor Weltmeister.
... Einspruch. Sie haben Jenson Button vergessen. Der wurde 2009 mit einem Mercedes-Motor Weltmeister.

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Trotzdem gibt es immer wieder Gerüchte, dass Sie Mercedes am Ende dieser Saison verlassen könnten – insbesondere, wenn Sie den Titel verlieren. Können Sie diesen Gerüchten hier und heute ein Ende setzen.
Diese Gedanken habe ich mir nie gemacht. Ich habe für nächstes Jahr noch einen Vertrag, so fängt das schon mal an. Ich fühle mich sehr glücklich hier, es ist für mich eine Familie. Ich bin in meiner Karriere und in meinem ganzen Leben glücklicher als je. Das Team und ich haben das positive Gefühl, dass wir auch darüber hinaus zusammenarbeiten sollten. Es gibt keinen Grund anzunehmen, warum sich das in Zukunft ändern sollte.
Angeblich hat Ferrari nicht nur mit Sebastian Vettel, sondern auch mit Ihnen gesprochen?
Nein, das stimmt nicht.
Bereuen Sie in Ihrer Formel-1-Karriere etwas, was Sie am liebsten rückgängig machen könnten?

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