Formel 1: McLaren

McLaren-Teamchef: „Hätten Lando überstimmen können“

Lando Norris setzt sich und sein McLaren-Team im Regen Schachmatt. Alle Hintergründe und Stimmen
So schnell kann es gehen in der Formel 1: Am Samstag waren sie noch die strahlenden Sieger, am Sonntag verzocken sich Lando Norris (21) und McLaren mit der Reifenwahl im Regen von Russland!
Dabei hatte der junge Brite das Rennen bis kurz vor Schluss souverän angeführt. Dann drehte der Wettergott das Roulette-Rad. Als es zu tröpfeln begann, entschied sich Norris anders als sein Verfolger Lewis Hamilton nicht auf Intermediates zu wechseln. Eine Fehlentscheidung, die im Drama endete. Norris schlitterte über die Strecke, kreiselte einmal sogar ins Aus und kam viel zu spät zum nötigen Wechsel auf Regen-Sohlen. Statt seinen ersten Sieg zu holen sprang am Ende nur Platz sieben raus.

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Norris war untröstlich, setzte seinen Helm auf dem Weg zur Hospitality nicht ab, konnte sich erst allein in seinem Fahrerraum sammeln. Dann stellte er sich brav den TV-Anstalten. „Ich hab die Entscheidung getroffen auf dem Slickreifen zu bleiben mit den Informationen, die ich hatte. Das war die korrekte Entscheidung. Warum auch immer haben wir nicht gesehen, dass mehr Regen kam. Mit dem Gegner direkt hinter dir, kannst du dir so einen Fehler nicht leisten.“
Aber wer war wirklich Schuld an der Fehlentscheidung?
Teamchef Andreas Seidl nimmt seinen Fahrer in Schutz: „Am Ende haben wir uns zusammen mit Lando verzockt. Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen.“

Lando Norris war nach dem Rennen nicht zu trösten.

©F1 TV

Auch Red Bulls Max Verstappen gibt zu bedenken: „In so einer Situation ist die Kommunikation zwischen Kommandostand und Fahrer extrem wichtig.“ Und die war bei McLaren nicht optimal. Der Funkverkehr offenbart: Vier Runden vor Schluss fauchte Norris seinen Renningenieur an „Halt den Mund!“ Auf die erneute Frage nach Intermediates schrie der junge Brite: „Nein!“ Selbst als Lewis Hamilton in die Box kam, bestand Norris darauf: „Wir müssen zu unserer Entscheidung stehen.“
Doch Seidl bleibt dabei: Zum Siegen und Verlieren gehören immer zwei. „Die Kommunikation zwischen Fahrer und Kommandostand basiert immer auf dem Feedback des Fahrers und den Informationen, die wir haben“, sagt er. „Und die haben gesagt, dass der Regen nicht so viel stärker wird.“
Allein: Rückblickend betrachtet hat man vielleicht zu sehr auf Norris gehört, räumt der Bayer ein. „Lando hat sich gut gefühlt und wollte auf Slicks draußen bleiben. Wir haben ihn als Team dann nicht überstimmt. Das müssen wir analysieren. Im Nachhinein war das natürlich die falsche Entscheidung. Aber Lando hat bis kurz vor Schluss einen sensationellen Job gemacht. Er hat einfach nicht das Ergebnis bekommen, das er verdient hätte.“
Seidl stellt klar, dass die endgültige Entscheidung bei McLaren liegt: „Wir haben immer die Möglichkeit den Fahrer zu überstimmen, wir wissen ja, dass er nicht alle Infos hat. Wir waren in permanentem Austausch mit Lando. Wenn wir ihm sagen: Komm rein, dann kommt er rein.“

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Allerdings war die Situation am Kommandostand eben auch nicht eindeutig. „Wenn es kristallklar gewesen wäre, dass der Regen zunimmt, hätten wir gestoppt. Deshalb müssen wir jetzt analysieren, ob wir diese Info zur Verfügung gehabt hätten.“
Norris jedenfalls werde sich von der Niederlage erholen, glaubt Seidl. „Sie wird ihn und das Team stärker machen. In solchen Momenten lernt man am meisten. Wir und auch Lando sind alle lange genug im Sport, um zu wissen, dass solche Dinge passieren können.“
Immerhin: Norris bekam verbale Streicheleinheiten vom Sieger. „Lewis hat mir gesagt, dass ich bald meine Chance bekommen werde“, verrät der Brite und dreht sich weg. „Ich gehe jetzt einfach nur schlafen.“
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Fotos: F1 TV

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