Der Druck bei Weltmeister Mercedes steigt nach den Niederlagen in den letzten Rennen gegen Red Bull. Titelverteidiger Lewis Hamilton (36) wirkte nach dem GP der Steiermark ungewohnt ratlos. Er forderte weitere Updates für den W12, ansonsten werde das nichts mehr mit seinem achten WM-Titel.
Die Zahlen belegen das: Nach acht Rennen hat Mercedes in der Konstrukteurswertung bereits 40 Punkte Rückstand auf Red Bull. Der Trend geht in Richtung der Herausforderer um Superstar Max Verstappen: Die Österreicher gewannen die vergangenen vier Rennen. Drei davon gingen dabei auf Verstappens Konto, der 18 Punkte Vorsprung auf Hamilton hat.
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Allein: Hamiltons Bitten scheint jetzt erhört worden zu sein. Denn Technikchef James Allison verspricht im Gegensatz zu seinem Boss Toto Wolff, dass der britische Weltmeister die Weiterentwicklung am Wagen bekommen wird. „Wir haben einige Dinge in der Pipeline, die unser Auto in den kommenden Rennen schneller machen werden“, verkündet der Brite vor dem GP in Österreich am Sonntag.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat angekündigt, den aktuellen Silberpfeil nicht weiterzuentwickeln.
Damit widerspricht Allison Toto Wolff, der noch am letzten Wochenende erklärt hatte: „Wir haben die Entwicklung für dieses Jahr eingestellt, weil wir glauben, dass es so wichtig ist, nächstes Jahr richtig zu machen.“ Hintergrund: 2022 gibt es ein komplett neues Reglement. Die Teams müssen völlig neue Autos bauen, können kaum auf Basisdaten der aktuellen Wagen zurückgreifen.
Allison relativiert jetzt die Aussagen seines Chefs: „Toto weist darauf hin, dass die Regeln des nächsten Jahres eine große und haarige Angelegenheit sind und eine große Menge unserer Aufmerksamkeit erfordern. Daher hat sich der größte Fokus unserer Fabrik auf die Entwicklung für das nächste Jahr verlagert“, sagte er. Fügt allerdings hinzu: „Aber das bedeutet nicht, dass es in der Nahrungskette nicht noch Dinge aus der Zeit vor diesem Fokuswechsel gibt.“
Titelkonkurrent Red Bull reagiert entspannt auf die Ankündigung des Erzrivalen. Chefberater Helmut Marko zu ABMS: „Ehrendoktor Wolff redet viel, wenn der Tag lang ist. Uns ist schon klar, dass Mercedes nicht still stehen wird und das Auto schneller zu machen versucht. Wir sind darauf vorbereitet. Wir jedenfalls ziehen unser Programm weiterhin durch. Und das beinhaltete von Anfang an, das Auto permanent zu verbessern.“
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Markos Kampfansage: „Wir waren und sind sicher, dass wir den Spagat zwischen der Weiterentwicklung in diesem Jahr und dem Bau des Autos nach dem neuen Reglement 2022 schaffen werden. Wir ruhen uns sicher nicht auf unserem Vorsprung aus, sondern geben konsequent weiter Vollgas.“

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Von

Ralf Bach