Formel 1: Mercedes

Mercedes mit Fehlern: Elfmeter verschossen

Formel 1: Lewis Hamilton und Mercedes haben im Qualifying zum GP Russland in Sotschi gepatzt, weisen aber zu viel Druck von sich
Das haben sich Lewis Hamilton (36) und Mercedes anders vorgestellt. Das Weltmeisterteam wollte Max Verstappens (23) Rückversetzung ans Ende der Startaufstellung eigentlich maximal nutzen. Doch am Ende sprangen im Qualifying zum Großen Preis von Russland in Sotschi nur ein vierter Rang für Hamilton und ein siebter für Valtteri Bottas raus. Soll heißen: Sie konnten die Elfmeter nicht nutzen.
Grund: Während McLaren, Ferrari und Williams bei abtrocknender Strecke früh auf Slicks wechselten, holte Mercedes seine beiden Piloten später zum Reifenwechsel an die Box. „Es war uns zu viel Risiko – und dann fehlte uns eine Runde, um die Reifen auf Temperatur zu bringen“, gibt Mercedes-Teamchef Toto Wolff zu.

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Allein: Nicht die zögerliche Entscheidung für Trockenreifen stand nach dem Qualifying im Mittelpunkt der Diskussionen, sondern zwei Fehltritte von Lewis Hamilton. Der Brite rutschte erst in der Boxengasseneinfahrt in die Bande und musste seinen Frontflügel wechseln lassen – anschließend drehte er sich in Kurve 17 rückwärts in die Reifenstapel und schlug leicht an.
Steht er im knallharten WM-Kampf gegen Max Verstappen zu sehr unter Druck?
„Das hat nichts mit Druck zu tun“, sagt Hamilton in seinem Videocall mit der Presse. „Fehler passieren. Ich wusste, dass ich nicht viel Zeit habe, also habe ich attackiert. Ich war ein bisschen schneller als normal und bin in die Mauer gerutscht. Das ist peinlich. Aber Shit happens! Wir machen alle Fehler, auch wenn man das nicht von einem Weltmeister erwartet.“
Fest steht: Der Brite wirkte rund zwei Stunden nach seinem Missgeschick aufgeräumt und bekommt - wie immer - Unterstützung von seinem Teamchef.

Toto Wolff

©Mercedes

Toto Wolff erklärt: „Ohne den Crash wäre Lewis auch nicht besser gewesen. Er wäre dann nur früher über Ziellinie gefahren, eine zweite Runde hätte er nicht geschafft.“ Auch der Wiener glaubt nicht an zu viel Druck, der auf dem siebenmaligen Weltmeister lastet.
„Das war heute nicht der Druck, denn es war klar, dass Max von hinten losfährt“, so Wolff. „Keine Ahnung, warum das passiert ist. Aber es nervt. Monza und Sotschi sind die Rennen, wo wir wussten: Wir sind stark. Trotzdem konnten wir die Punkte  bisher nicht maximieren. Aber das Pendel schwingt in beide Richtungen. Red Bull hatte auch schon Pech in diesem Jahr.“
Dass eine höhere Macht Hamilton von seinem 100. Grand Prix-Sieg fernhalten will, glaubt der Mercedes-Star jedenfalls nicht. „Ich bin nicht abergläubisch. Es kommt, wenn es kommt. Die 100 sind eine coole Zahl, auf die es sich lohnt zu warten.“
Um das Beste aus der ausgelassenen Chance zu machen, denkt Mercedes jetzt darüber nach, sowohl bei Hamilton als auch bei Bottas den Motor zu tauschen und so wie Verstappen von ganz hinten loszufahren.

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Lewis Hamilton drehte sich in der letzten Runde des Qualifyings.

©F1 TV

Auf Nummer sicher fährt Hamilton so oder so nicht – auch nicht, wenn er im Windschatten der Youngsters Lando Norris (McLaren), Carlos Sainz (Ferrari) und George Russell (McLaren) auf die erste Kurve zustürmt. Der Weltmeister: „Dass ich um die WM fahre, heißt nicht, dass ich nicht hart fahre. Schon in der Vergangenheit war ich recht gut daran, die Risiken gut abwägen zu können.“
Schlusswort Wolff: „Ich traue uns für morgen noch viel zu. Wir müssen versuchen, keine Fehler zu machen, dann kommen die Punkte von selbst. Platz vier ist nicht die schlechteste Startposition für Lewis, die gibt ihm gute Möglichkeiten.“
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Fotos: Mercedes

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