Formel 1: Die besten Bilder aus Austin

Formel 1: Mercedes auf Pole in Austin

Musste Ferrari auf Motor-Trick verzichten?

Valtteri Bottas stellt seinen Silberpfeil in Austin auf Pole. Sebastian Vettel knapp dahinter, Lewis Hamilton nur Fünfter. Alle Infos zum Qualifying:
Valtteri Bottas wehrt sich mit Händen und Füßen gegen den WM-Titel durch seinen Teamkollegen Lewis Hamilton. Noch hat der Finne theoretische Chancen auf die Meisterschaft und untermauert die mit der Poleposition beim Großen Preis der USA in Austin. Mit einem neuen Streckenrekord holt er seine elfte Pole in der Formel 1.
Bottas freut sich: "Eine tolle Runde, ich hab's zusammengekriegt. Ein tolles Gefühl."
Alle Zeiten und Zahlen: Ergebnisse im Überblick
Knapp dahinter: Sebastian Vettel mit 0,12 Sekunden Rückstand - umgerechnet sind das 72 Zentimeter. Die Bodenwellen des Circuit of the Americas, die der Ferrari-Star als Skisprungschanzen bezeichnet hatte, haben ihn nicht ganz nach vorn katapultiert.
Vettel: "Ich habe ein bisschen in den Highspeed-Kurven liegenlassen, bin aber optimistisch für morgen. Wir sind alle auf dem Medium-Reifen, da hat keiner einen Vorteil." Nico Rosberg lobt bei RTL: "Sebastian kommt jetzt wieder in Fahrt, schön zu sehen!"
Duell bei Ferrari: Vettel kämpft um WM-Rang drei
Der Deutsche startet am Sonntag um 20.10 Uhr deutscher Zeit vor Max Verstappen und seinem Teamkollegen Charles Leclerc. Die ersten vier Piloten trennt nur 0,1 Sekunden. Stark vom Monegassen im zweiten Ferrari: Leclerc fuhr nach einem Ölleck im dritten Training mit einem neuen, aber gebrauchten Motor einer früheren Ausbaustufe.

Die Top-3 im Quali: Vettel, Bottas und Verstappen

Apropos Motor: Die Konkurrenz hat den Ferrari-Antrieb im Visier. Im Qualifying produziert der auf den Geraden bis zu 55 PS mehr als die Antriebseinheiten der Rivalen (ABMS berichtete mehrfach exklusiv). Doch die FIA prüft den Antrieb nur nach einem Protest. Davor scheuen sich Mercedes, Red Bull und Renault noch.
Nach dem Ausschlussprinzip will man jetzt das Geheimnis lüften. Red Bull fragte deshalb bereits am 22. Oktober bei der FIA nach einem Schlupfloch bei der Messung des Benzindurchflusses (max 100 Kilo/h). Sportberater Helmut Marko zu ABMS: "Das soll keine Kampagne gegen Ferrari sein, aber ihr Ferrari-Motor war zuletzt einfach zu überlegen."
Der Weltverband antwortete mit der Technischen Direktive 035/19. Demnach wäre es illegal, kurzfristig mehr Benzin einzuspritzen – auch wenn der Sensor nicht misst. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto will von solchen Tricksereien sowieso nichts wissen: "Wir müssen nächstes Jahr mehr Abtrieb aufs Auto packen. Das bedeutet auch mehr Luftwiderstand. Aber wir haben einen guten Motor. Wir hoffen, dass wir diesen Vorteil in Zukunft behalten."
Trotzdem glaubt Lewis Hamilton im Qualifying beobachtet zu haben: „Ferrari ist auf den Geraden immer noch besser als wir, hat aber scheinbar Power im Vergleich zu früher verloren. Es wird interessant sein zu beobachten, ob sich das so fortsetzt.“ Heißt auch: Er vermutet, dass Ferrari seinen Vorteil jetzt nicht mehr ausspielen darf. Trotzdem gewinnt der rote Renner auf den Geraden immer noch 0,4 Sekunden auf Mercedes und 0,6 auf Red Bull. Allein: Vorher war es im Qualifying fast das Doppelte.
Hamilton startet das Rennen, in dem er seinen sechsten WM-Titel holen will, nur von Platz fünf. Der Brite hat 0,292 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen Bottas. Allein: Ihm reichen vier Punkte und ein achter Platz. Wenn Bottas nicht gewinnt, könnte Hamilton sogar ausfallen.
Zufrieden ist der Brite mit seiner Quali-Leistung trotzdem nicht, äußert sich danach selbstkritisch: "Mit dem Auto hatte es heute nichts zu tun, nur mit mir. Das Auto hatte die Pole in sich, wie man sehen konnte - aber ich hab's nicht hingekriegt."
Der zweite Deutsche Nico Hülkenberg ist Elfter, schaffte es damit im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo nicht in den dritten und entscheidenden Quali-Abschnitt. Hülkenberg: "Alles nach Plan! Ja, es war nicht ganz so harmonisch mit dem Auto, aber als Elfter habe ich freie Reifenwahl. Das sollte stimmen." Über die Bodenwellen beschwert er sich nicht: "Das ist mal eine andere Art der Massage im Auto. Im Ernst: Die Bumps geben der Strecke Charakter." Ricciardo wird am Ende Neunter.
Schlimmer erwischt es beide Alfa Romeo. Sie sind schon in Q1 raus. Antonio Giovinazzi startet nur als 16., Kimi Räikkönen als 17. Schlusslicht ist wie üblich Robert Kubica (Williams) hinter Sergio Perez (Racing Point), der nach einer Strafe aus der Boxengasse starten muss.

Autoren: , Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance / F1 TV

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