Droht Valtteri Bottas (31) der Mercedes-Rauswurf noch in dieser Saison? Nach seinem dritten Platz und der im Vergleich mit Weltmeister Lewis Hamilton (36) abermals schlechteren Performance beim Formel-1-GP Portugal steht der Finne unter Druck.
Wie die britische Daily Mail schreibt, herrsche in der Mercedes-Fabrik in Brackley "eine gewisse Unruhe wegen Valtteri". So jedenfalls zitiert das englische Boulevardblatt einen Ingenieur. Der will nicht genannt werden, sagt aber weiter: "Er ist nicht auf der Höhe, was durch den Job, den Russell in Bahrain (2020 als Ersatz von Hamilton; d. Red.) gemacht hat, noch deutlicher wurde."
Hinweis
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Fakt ist: Es brodelt hinter den Kulissen. Und das schon länger. Das Problem: Bottas kann mit Hamilton nicht mithalten. In Portugal wurde er vom siebenmaligen Weltmeister trotz Pole Position im Rennen eiskalt überholt. Und auch sonst ist seine Bilanz ernüchternd.
Das zeigen die Zahlen: 2017 ersetzte Bottas Nico Rosberg, der seinen Helm nach dem Gewinn des WM-Titels an den Nagel gehängt hatte. Das Duell mit Vollgastier Hamilton wollte sich der Deutsche nicht mehr antun. Bottas, der bis dahin von Mercedes-Teamchef Toto Wolff gemanagt wurde, bekam anschließend den Vorzug gegenüber Mercedes-Junior Pascal Wehrlein. Seitdem hat er vier volle Saisons im dominanten Mercedes unter die Räder genommen, konnte aber nur neun Mal gewinnen. Zum Vergleich: Hamilton stand im selben Zeitraum 44 Mal ganz oben auf dem Treppchen. Während der Brite von 2017 bis 2020 ununterbrochen den Titel holte, erreichte der Finne die WM-Ränge drei, fünf, zwei und zwei. Im überlegenen Silberpfeil ist das zu wenig.
Medien: Interne Kritik an Bottas
Valtteri Bottas konnte auch in Portugal das Tempo von Lewis Hamilton nicht mitgehen.
Mehr noch: 2021 hat Bottas mit dem schwer zu fahrenden Mercedes mehr Schwierigkeiten als Hamilton. In Bahrain und Portugal wurde er hinter Max Verstappen (Red Bull) jeweils Dritter. Im Qualifying von Imola schaffte er es nicht über Rang acht hinaus, kollidierte im Rennen anschließend mit George Russell (Williams) im Kampf um Platz neun.
Pikant: Eben jener George Russell gilt jetzt als erster Anwärter auf Bottas' Mercedes-Cockpit. Der junge Brite ist ebenfalls Mercedes-Junior und überzeugte bei seinem Einsatz für Mercedes in Sakhir 2020, als Lewis Hamilton wegen einer Corona-Infektion pausieren musste. Russell fuhr auf Anhieb auf Augenhöhe mit Bottas und hätte das Rennen gewonnen, wenn ihn Team und Technik nicht gleich zweimal im Stich gelassen hätten. Eine Watsch'n für Bottas, auf die schon damals Diskussionen über einen Cockpittausch folgten.
Doch noch steht Teamchef Wolff hinter dem Finnen, sprang ihm verbal auch nach dem Unfall in Imola zur Seite. Da sagte er: "Wir müssen Valtteri jetzt aufbauen, denn wir brauchen ihn im WM-Kampf gegen Red Bull." Dort kann Max Verstappen dieses Jahr auf die Unterstützung des erfahrenen Sergio Perez bauen.

Statistik spricht gegen Bottas

Deshalb ist auch Sky-Experte Ralf Schumacher nicht überzeugt von der Wechsel-Theorie. "Es macht keinen Sinn, Valtteri während der Saison auszutauschen", sagt der Ex-F1-Star zu ABMS. "Natürlich ist Bottas nicht so stark wie Hamilton, das sind wenige. Aber im Vergleich zu Imola hat er sich in Portugal klar gesteigert und auch aus dem Tief herausgekämpft. Immerhin stand er da auf Pole."
Der Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher gibt zu bedenken: "Es ist noch viel zu früh in der Saison, um jetzt schon solche Schlussfolgerungen zu ziehen.  Außerdem bringt ein Tausch mehr Unruhe ins Team, als dass er hilft. Denn auch Hamilton würde sich über einen Russell als Teamkollegen wohl eher nicht freuen."
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Grund: Russell gilt als neuer britischer Renn-Star, als potenzieller Superstar der Nach-Hamilton-Ära. Er würde das teaminterne Duell befeuern, wie das einst ein Nico Rosberg getan hatte. Toto Wolff steht vor einer schwierigen Entscheidung. Und die kann nur heißen: Alles für Hamilton zu tun, sodass er im harten WM-Duell mit Red Bull und Max Verstappen die notwendige Unterstützung des Teams spürt. Einen jungen Emporkömmling wie Russell schon in diesem Jahr als Teamkollegen zu haben, könnte dagegensprechen …

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Von

Ralf Bach