Auf den Nebenkriegsschauplätzen war das WM-Duell zwischen Red Bull und Mercedes in den vergangenen Wochen fast brutaler als auf der Rennstrecke. Erst hatte Mercedes den angeblich zu flexiblen Heckflügel des Red Bull im Visier, anschließend die zu schnellen Boxenstopps (neue Regeln ab Ungarn) und seit dem GP Frankreich auch den zu starken Honda-Motor aus Japan. Demnach habe Honda „einen großen Schritt nach vorne gemacht“, so Mercedes-Sportchef Toto Wolff. Dabei seien die Motoren mehr oder weniger eingefroren. Wolff: „Man kann nur gewisse Token (Entwicklungswertmarken; d. Red.) nutzen. Es sollte also keinen Leistungsvorteil geben.“
Doch nach der Niederlage beim Grand Prix der Steiermark räumt Mercedes-Teamchef Toto Wolff erstmals ein: „Das Paket von Red Bull ist das schnellere, das muss man neidlos anerkennen. Wir müssen jetzt fighten, denn entwicklungstechnisch ist die Saison gelaufen.“ Heißt: Mercedes wird den Schwarzpfeil nicht mehr intensiv weiterentwickeln. Das Kräfteverhältnis dürfte sich daher nicht mehr groß verschieben.
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Und das spricht derzeit klar für Red Bull. Motorsportberater Helmut Marko zu AUTO BILD Motorsport: „Vom Gefühl her war das fast eine Spazierfahrt von Max. Wir haben das Rennen locker kontrolliert, das stimmt mich zuversichtlich für den weiteren Saisonverlauf, denn wir versuchen ständig jedes Detail weiter zu verbessern. Wir wollen uns ein Polster erarbeiten und da, wo wir nicht siegen können, mindestens auf Platz zwei fahren.“
Mit weiteren Mercedes-Protesten rechnet der Red Bull-Doc erst mal nicht. „Mit den Direktiven haben sie sich erstmal ausgetobt; das geht jedem auf die Nerven, auch der FIA.“
Auch für den Österreich-GP in der kommenden Woche ist Dr. Helmut Marko zuversichtlich.
Und auch für den Österreich-GP in der kommenden Woche ist Marko zuversichtlich. Spannend: Da bringt Pirelli Reifen, die jeweils eine Stufe weicher sind als beim GP der Steiermark. Marko: „Mit dem geringeren Verschleiß, den wir haben, sollten uns die weichen Reifen noch mal mehr entgegen kommen. Wir gehen davon aus, dass wir das wiederholen können.“
Fest steht: Noch nie in der Hybrid-Ära hat Mercedes vier Rennen hintereinander nicht gewonnen. Noch nie in der Hybrid-Ära hat Red Bull vier GP hintereinander auf dem obersten Stockerl feiern dürfen. Wolffs Aussage, wonach das Team sich in der größten Krise seiner Karriere als Teamchef befinde, ist also gar nicht so abwegig.
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Immerhin klärt das Mercedes-Team gerade die eigene Zukunft: Die Vertragsverlängerung mit Lewis Hamilton steht so gut wie fest. Wolff bei Sky: „Wir haben die größten Knackpunkte schon aus der Welt geschafft und diskutieren nun übers Detail, aber das werden wir auch noch schaffen.“ Fehlt nur noch der Teamkollege. Valtteri Bottas fuhr auf Rang drei ein starkes Rennen. Allein: „An unserer Entscheidung wird das nichts ändern, wir werden das über die nächsten Wochen betrachten.“

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