Mit solchen Leistungen fährt man sich auf die Zettel der Top-Teams: Mick Schumacher (22) schafft es im Qualifying zum Türkei GP im unterlegenen Haas sensationell in die zweite Qualifying-Runde, startet am Sonntag in Istanbul als 14. Der beste Startplatz des Deutschen in der Königsklasse! Von dort startete er zwar auch schon vor zwei Wochen in Sotschi, damals aber bedingt durch diverse Strafe für die Konkurrenz. "Diesmal haben wir uns das ganz alleine verdient", jubelt Schumacher nach dem Qualifying.
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Den Sprung in den nächsten Abschnitt schafft Mick sogar als 14., lässt nicht nur McLaren-Star Daniel Ricciardo hinter sich, sondern auch Freund und Landsmann Sebastian Vettel. Schumacher: "Als ich am Funk im Hintergrund den Jubel in der Box gehört habe, wusste ich schon, dass es gut aussieht. Ein wirklich schönes Gefühl. Jetzt bin ich natürlich sehr, sehr glücklich."
Das wechselhafte Wetter kommt dem F1-Neuling am Samstag entgegen. "Ich habe es wirklich genossen, denn diese Bedingungen haben Spaß gemacht und uns auch geholfen: Man kann dann als Fahrer noch mehr seine Fähigkeiten zeigen, den Grip und die Rundenzeit zu finden." Ganz anders sieht die Gemütslage am Samstag auf der anderen Seite der Haas-Garage aus: Teamkollege Nikita Mazepin wird sang- und klanglos Letzter, kreiselt gleich mehrfach von der Piste.
„Mick hat die Chance genutzt, die sich ihm geboten hat“, analysiert Onkel Ralf Schumacher bei Sport1. „Dann abliefern, wenn es zählt, zeichnet einen guten Rennfahrer aus.“
Mick Schumacher strahlt.
Für Schumacher scheint zwischenzeitlich sogar die große Sensation, ein Top-10-Einzug, nicht unmöglich: Auf seinem letzten Versuch in Q2 dreht sich vor ihm aber Lance Stroll von der Strecke. Schumacher muss ausweichen und die Runde abbrechen. "Ich weiß nicht, ob es hätte klappen können. Aber wir waren von der Pace her die meiste Zeit auf Level mit Yuki (Tsunoda; d. Red.)." Der AlphaTauri-Pilot schiebt sich als Zehnter in die nächste Runde. Schumi jr. glaubt: "Zwei bis drei Zehntel wären noch drin gewesen, rein vom Fahrerischen und ohne die Verbesserung der Strecke mit einzuberechnen."
Trotzdem ist Mick stolz auf seine Leistung: "Das war sicher unsere beste Quali-Performance dieses Jahr, so schnell und nah dran an den anderen waren wir noch nicht. Der Trend zeigt in die richtige Richtung, so müssen wir jetzt weitermachen", erklärt der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher und gibt sich selbstbewusst: "Klar ist es in der Formel 1 hart, das sind die Top-20 der Welt. Ich habe meine Fähigkeiten aber nie in Frage gestellt und mit jeder Runde, die ich fahre, fühle ich mich wohler."
Lob gibt es von Teamchef Günther Steiner: "Mick zeigt mit harter Arbeit, dass man, auch wenn dein Auto nicht so gut ist, trotzdem Resultate erreichen kann. Heute haben alle einen großartigen Job gemacht: Mick fahrerisch und das Team, indem es in einer schwierigen Situation keine Fehler gemacht hat. Niemand hätte gedacht, dass wir dieses Jahr noch in Q2 kommen."
Der Österreicher freut sich für seinen Schützling: "Heute ist nur ein einzelner Tag, aber Mick war das ganze Jahr schon immer gut bei der Sache. Er zeigt, dass er Potenzial hat und wir in Zukunft noch viel mehr von ihm erwarten dürfen." Kann es am Sonntag in der Türkei sogar schon mit den ersten WM-Punkten für Schumacher klappen? "Wenn es trocken bleibt, ist unsere Pace nicht fantastisch. Falls es keine Ausfälle gibt oder uns jemand hilft, wird es ohne Regen schwer", tritt Steiner auf die Euphoriebremse. 
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Die guten Resultate werden das Team und Schumacher aber auch ohne Zählbares beflügeln, betont der Südtiroler: "Man muss sich nur mal anschauen, wie Mick jetzt strahlt. Er hat dadurch heute quasi neue Batterien, neue Energie bekommen." Und noch etwas passt jetzt endlich bei Schumacher: Der Sitz, wie der Deutsche nach dem Qualifying grinsend verrät. "Vielleicht hat der heute Glück gebracht. Den behalten wir jetzt auf jeden Fall erst mal!"
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Von

Frederik Hackbarth