Fährt auch 2023 noch ein Deutscher in der Formel 1? Nach dem Abschied von Sebastian Vettel (35) ruhen die Hoffnungen auf Mick Schumacher (23). Doch der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher hat noch keinen Vertrag fürs kommende Jahr unterschrieben.
Sein aktuelles Team Haas will mit den Verhandlungen bis zum September warten. Und es hat Alternativen. Ausgerechnet Mick Schumachers Onkel Ralf hat einen Gegner für Schumi jr. im Kampf um den zweiten Haas ausgemacht.
"Ich meine, es gibt auch einige Fahrer aus der Formel 2, die ein bisschen unter Druck stehen und auch Geld haben", verrät der Sky-Experte. "Dort ist Drugovich involviert, nach drei oder gefühlten vier Jahren hat er es geschafft."
Was Ralf Schumacher meint: Der Brasilianer mit Wurzeln in Serbien und Österreich kämpft endlich um den Titel, liegt derzeit weit vorn in der Tabelle der Nachwuchsserie, in der er bereits seit 2020 an den Start geht. Drugovich wird von der Investmentfirma "XP Investimentos" unterstützt, wurde bereits mit dem Williams-Sitz von Nicholas Latifi sowie mit einer Rolle als Reservefahrer bei Aston Martin in Verbindung gebracht.
Mick Schumacher kämpft um einen neuen Vertrag in der Formel 1.

Doch auch Mick Schumacher hat Optionen. Bei Alpine macht Fernando Alonso sein Cockpit frei. "Mick hat auch noch keinen Vertrag unterschrieben", sagt Schumi II bei Sky. "Daher wäre er ein Kandidat. Ein Kandidat mit Speed, wie man gesehen hat." Hintergrund: Bei den Rennen in Silverstone und Spielberg holte Mick seine ersten Punkte, kämpfte auf Augenhöhe mit Fahrern wie Lewis Hamilton und Alonso.
Sollte Schumacher nicht mit Haas weitermachen, beschränken sich seine Optionen auf Schlusslicht Williams und das ehemalige Renault-Werksteam Alpine.
Dass Daniel Ricciardo nach seinem Aus bei McLaren seinem Neffen das Cockpit bei den Franzosen wegschnappen könnte, glaubt der sechsmalige GP-Sieger nicht. "Ich persönlich kann es mir nicht vorstellen, dass er noch mal eine Chance in der Formel 1 bekommt", so Ralf Schumacher, der eher mit Konkurrenz aus Deutschland rechnet: Demnach sei Nico Hülkenberg eine Option. Dazu passt: Der Emmericher kennt Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer gut aus der gemeinsamen Zeit bei Force India und Racing Point.
Ob Haas, Alpine oder am Ende sogar Williams, wo der Platz von Nicolas Latifi wackelt; Ex-Ferrari-Star Jean Alesi rechnet fest mit einem Verbleib Mick Schumachers in der Königsklasse. "Die Formel 1 ist hart, wenn man Fehler macht, besonders jetzt, wo das Budget begrenzt ist. Aber jetzt hat er einen guten Speed und fährt in die Punkte. Ich bin mir also sicher, dass er die Fähigkeit und das Talent hat, in der Formel 1 weiterzumachen. Die schlimmsten Momente in der Formel 1 liegen jetzt hinter ihm."
Heißt auch: Schumacher ist in keiner schlechten Verhandlungsposition.

Von

Bianca Garloff