Formel 1: Monaco hat endlich seinen Heimsieger
Leclerc schleicht zum Monaco-Sieg

Charles Leclerc besiegt seinen Monaco-Fluch und stürzt das Fürstentum in den Freudentaumel.
Bild: Ferrari
Das Erfolgsgeheimnis: Leclerc managt seinen Vorsprung seit dem Neustart nach einem Unfall im Hinterfeld direkt nach dem Start und schleicht teilweise zum Erfolg. Dabei kommt es zu kuriosen Diskussionen am Funk: „Seid Ihr daran interessiert zu wissen, wie viel schneller ich fahren kann?“, fragt Leclerc in der Hoffnung, mehr Gas geben zu können. Das „Nein“ von seinem Renningenieur findet er entsprechend „unhöflich“.
„Das ist der Grand Prix, weshalb ich Formel-1-Rennfahrer werden wollte“, sagt der Ferrari-Star später mit Tränen in den Augen. „Das war ein emotional schwieriges Rennen für mich. Ich habe mehr an meinen Vater gedacht während der Fahrt, als ich dachte. Es war unser gemeinsamer Traum, dass ich hier eines Tages Rennen fahren und gewinnen kann.“ Leclercs Vater starb 2017 bereits im Alter von 54 Jahren.
Umso mehr genießen Leclerc und seine Entourage den Erfolg. Fürst Albert hat erst Tränen in den Augen, singt dann die monegassische Hymne mit und spritzt anschließend wie die Stars auf dem Podium mit Champagner.

McLaren-Star Oscar Piastri wird zweiter.
Bild: McLaren
Dicht hinter Leclerc fährt McLaren-Star Oscar Piastri vorm zweiten Ferrari von Carlos Sainz ins Ziel. Vierter wurde der zweite McLaren mit Lando Norris am Steuer. „Wenn McLaren so weitermacht, werden sich die anderen warm anziehen müssen“, glaubt Sky-Experte Ralf Schumacher. „Meine Meinung: Die fahren dieses Jahr noch um die WM mit.“
Schumacher kritisiert Kaffeefahrt der Formel 1 in Monaco
Doch Schumacher zeigt sich auch irritiert angesichts der sonntäglichen Kaffeefahrt, der das Rennen in den ersten zwei Drittel gleicht. Die Piloten haben mehr damit zu tun, bei langsamer Fahrt ihre Reifen zu schonen oder dem Gegner kein Boxenstoppfenster zu öffnen, als durch die Gassen der Monegassen ein Rennen zu fahren.
„Ich weiß, jetzt kriege ich bestimmt wieder Ärger“, urteilt der sechsmalige GP-Sieger „aber das ist nicht meine Formel 1. Die fahren ja sechs, sieben Sekunden langsamer. Die Fahrer haben ja fast Zeit, nebenbei noch ein Sudoku zu lösen. Das ist zu viel. Die reden ja mehr über die Strategie als übers Fahren.“
Hinter Mercedes-Pilot George Russell fährt Weltmeister Max Verstappen als Sechster vorm zweiten Mercedes von Lewis Hamilton durchs Ziel.
Dass Russell und die Spitze das Rennen ohne Stopp beenden, haben sie einem heftiger Unfall am Start und einer roten Flagge zu verdanken, die sie zum verpflichtenden Reifenwechsel nutzen.
Hülkenberg bei Startcrash raus
Beim Crash im Hinterfeld wird ein Fotograf leicht verletzt und muss im Medical-Center der Formel 1 behandelt werden. Der Grund: Haas-Pilot Kevin Magnussen schießt auf dem Weg hoch zum Casino Sergio Perez ab. Der Red Bull schlägt erst rechts, dann links hart in die Bande ein und reißt auch Magnussens Teamkollegen Nico Hülkenberg mit ins Aus.
Die Schuldfrage ist aus der Cockpitperspektive von Magnussen schnell geklärt: Der Däne will sich neben Perez in eine eigentlich nicht vorhandene Lücke quetschen, ihm geht dann aber die Straße aus.

Gleich in der ersten Runde sorgt ein Unfall für einen Rennabbruch.
Bild: F1 / X
Doch der Däne, dem nur noch zwei Strafpunkte für eine Rennsperre reichen, hat Glück: Die Rennleitung entscheidet auf Rennunfall.
Für Ralf Schumacher ist indes klar: „Perez hat damit nicht gerechnet, denn ein normaler Mensch sieht da keine Lücke.“
Nico Hülkenberg sagt: „Das war blöd zwischen Kevin und Checo, die sich da nicht einig geworden sind. Perez hätte Platz lassen können, gleichzeitig war Kevin ein bisschen zu optimistisch. Bitter für mich, ich war nicht involviert, bin aber trotzdem mit rausgenommen worden. Schade.“
Weiter hinten sind sich auch die Alpine-Fahrer nicht grün: Pierre Gasly und Esteban Ocon geraten am Tunneleingang aneinander, Ocons blauer Renner hebt sogar ab. „Was sollte das?“, ruft Gasly am Funk. Ocon scheidet aus und bekommt fürs nächste Rennen in Montreal fünf Startplätze als Strafe aufgebrummt.
Glück im Unglück hat Carlos Sainz (Ferrari), der in Kurve eins leicht mit Oscar Piastri (McLaren) kollidiert und ein Problem am linken Vorderrad bekommt. Er profitiert vom Startabbruch und darf beim Neustart wieder teilnehmen – und später mit seinem Teamkollegen Charles Leclerc auf dem Siegerpodest feiern.
Formel 1 Grand Prix von Monaco
Ergebnis
1. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 2:13:15,554 Std.
2. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +7,152 Sek.
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +7,585
4. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +8,650
5. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +13,309
6. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +13,853
7. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +14,908
8. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls + 1 Rd.
9. Alexander Albon (Thailand) - Williams + 1 Rd.
10. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine + 1 Rd.
11. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin + 2 Rd.
12. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls + 2 Rd.
13. Valtteri Bottas (Finnland) - Kick Sauber + 2 Rd.
14. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin + 2 Rd.
15. Logan Sargeant (USA) - Williams + 2 Rd.
16. Zhou Guanyu (China) - Kick Sauber + 2 Rd.
2. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +7,152 Sek.
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +7,585
4. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +8,650
5. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +13,309
6. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +13,853
7. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +14,908
8. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls + 1 Rd.
9. Alexander Albon (Thailand) - Williams + 1 Rd.
10. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine + 1 Rd.
11. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin + 2 Rd.
12. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls + 2 Rd.
13. Valtteri Bottas (Finnland) - Kick Sauber + 2 Rd.
14. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin + 2 Rd.
15. Logan Sargeant (USA) - Williams + 2 Rd.
16. Zhou Guanyu (China) - Kick Sauber + 2 Rd.
Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas (1. Rd.)
Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas (1. Rd.)
Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull (1. Rd.)
Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine (1. Rd.)
Formel 1: Fahrer-Wertung
Stand nach 8 von 24 Rennen
1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 169 Pkt.
2. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 138
3. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren 113
4. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 108
5. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 107
6. Oscar Piastri (Australien) - McLaren 71
7. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 54
8. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 42
9. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin 33
10. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls 19
11. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 11
12. Oliver Bearman (Großbritannien) - Ferrari 6
13. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas 6
14. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls 5
15. Alexander Albon (Thailand) - Williams 2
16. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1
17. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1
18. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 1
2. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 138
3. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren 113
4. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 108
5. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 107
6. Oscar Piastri (Australien) - McLaren 71
7. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 54
8. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 42
9. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin 33
10. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls 19
11. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 11
12. Oliver Bearman (Großbritannien) - Ferrari 6
13. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas 6
14. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls 5
15. Alexander Albon (Thailand) - Williams 2
16. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1
17. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1
18. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 1
Konstrukteurs-Wertung
1. Red Bull 276 Pkt.
2. Ferrari 252
3. McLaren 184
4. Mercedes 96
5. Aston Martin 44
6. Racing Bulls 24
7. Haas 7
8. Williams 2
9. Alpine 2
2. Ferrari 252
3. McLaren 184
4. Mercedes 96
5. Aston Martin 44
6. Racing Bulls 24
7. Haas 7
8. Williams 2
9. Alpine 2
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