Formel 1: Nach Verstappen-Manöver
Mercedes zieht Protest zurück

Kurioses Nachspiel in Suzuka: Erst protestierten die Silberpfeile gegen Red-Bull-Pilot Max Verstappen, dann doch nicht mehr. Die Hintergründe.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Zwei Runden waren in Suzuka noch zu fahren und Lewis Hamilton wollte mit aller Macht vorbei an Max Verstappen. In der Schikane versuchte es der Weltmeister, doch Verstappen deckte die Innenseite mit einem späten Spurwechsel ab. Hamilton musste voll in die Eisen und durch den Notausgang, die Schlussattacke des Silberpfeil-Piloten war damit abgewehrt und Verstappen durfte sich auf dem Podium über Platz zwei freuen.
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Doch kaum war der Champagner nach den Siegesfeiern zur Konstrukteurs-WM getrocknet, legte Mercedes bei der Rennleitung Protest gegen den Red-Bull-Piloten ein! Begründung: Verstappen sei unberechenbar und gefährlich gefahren. Das stelle einen Verstoß gegen die Sportregeln dar.

Hamilton fand keinen Weg vorbei am Red-Bull-Piloten
Deshalb kündigte die Rennleitung an, dass erst in zwei Wochen beim USA GP mit einer Entscheidung zu rechnen sei! Der Formel 1 drohte eine Kaugummi-Verhandlung am grünen Tisch.
Wenig später aber zog Mercedes seinen Protest zurück. Wie AUTO BILD MOTORSPORT exklusiv aufdeckte, hatte es nach dem Abflug der Chefetage Uneinigkeit unter den Verantwortlichen gegeben.
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Aufatmen: Max Verstappen darf Rang zwei behalten
Allerdings: Die Experten im Fahrerlager zweifelten von Beginn an daran, dass Mercedes' Beschwerde Erfolg haben könnte. Selbst die Briten sprachen sich nach dem Rennen eher pro Verstappen und contra Landsmann Hamilton aus. „Das ist Racing. Max hat die Spur gewechselt, aber nur einmal. Das darf er“, fand Ex-Pilot Johnny Herbert. Sky-Experte Martin Brundle ging sogar noch einen Schritt weiter. „Lewis wusste genau, was passiert. Er war darauf vorbereitet.“ Hätte Verstappen also vielleicht sogar sein eigener schlechter Ruf gerettet?
Bereits in Ungarn und Belgien war der junge Holländer mit seiner harten Fahrweise und späten Spurwechseln beim Verteidigen aufgefallen - damals gegen Kimi Räikkönen. In beiden Fällen wurde Verstappen zwar scharf kritisiert, jedoch nie bestraft.

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Und was sagt Verstappen selbst zu dem Vorfall? Der konnte nur müde lächeln. „Ich werde sicher nicht die Tür aufmachen und ihn vorbeiwinken“, erklärte der Holländer. „Ich habe im Rückspiegel gesehen, dass er sich bewegt und es probiert. Also habe ich die Lücke zugemacht. Ich denke das war fair.“
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