Formel 1: Nasenkorrektur am Mercedes
Red Bull und Ferrari schnell

Zweiter Wintertest in Barcelona: Mercedes kam mit einem neuen Aerodynamik-Paket an die Strecke, Red Bull und Ferrari drehten schnelle Runden.
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
- Michael Zeitler
Der Start in die zweite Testwoche stand ganz im Zeichen des neuen Aerodynamik-Pakets, das Mercedes wie angekündigt an das Auto von Lewis Hamilton geschraubt hat.
Hintergrund: Die Silberpfeile wollen die vier Tage vor dem Saisonauftakt in Melbourne nutzen, um folgende Frage zu beantworten: Können wir unser Auto, das vom Konzept her völlig anders ist als beim innovativen Ferrari so weiterentwickeln, dass wir trotzdem die WM gewinnen können? Oder müssen wir ein neues Chassis bauen, dass dann aber frühestens beim fünften Rennen in Barcelona rennreif ist.
Weltmeister Lewis Hamilton drehte am Vormittag mit viel Sprit seine Runden – am Anfang mit jeder Menge Sensoren, um so viele Daten wie möglich zu sammeln. Auffällig dabei: die neue Form der Nase, die einem Entenschnabel ähnelt. Dazu neue Bargeboards mit zwei horizontalen Leitblechen, neue Luftrichter am Unterboden und ein neuer T-Flügel im Heck. Vielleicht aber am wichtigsten: Die Endplatten des Frontflügels weisen nicht mehr nach innen, sondern nach außen. Die Konstruktion des vorderen Spoilers hatte in der vergangenen Woche für heftige Diskussionen gesorgt: Hier klicken.

Leclerc fuhr am Vormittag nur 29 Runden.
Red Bull dagegen legte nach: Pierre Gasly fuhr mit einer 1:17,715 Minuten eine beeindruckende Zeit. Zwar war Lando Norris noch mal sechs Tausendstelsekunden schneller als der Franzose. Aber Gasly fuhr nur mit dem C3-Reifen – es würde also noch zwei Stufen weicher und damit 1,6 Sekunden schneller gehen. Eine erste Ansage von Red Bull!
Ferrari ging es lockerer an. Charles Leclerc blieb lange in der Box, weil erst kleine Probleme mit der Kühlung gelöst werden mussten. Im letzten Drittel des Vormittags machte der Monegasse dann ernst. Da überzeugte er allerdings. Er fuhr mit einem kurzen Boxenstopp 23 Runden am Stück und erreichte mit insgesamt 29 Runden in 1.18,651 Minuten die drittbeste Rundenzeit.
Am Nachmittag übernahm Sebastian Vettel das Steuer und holte die verlorene Zeit vom Vormittag auf. Ferrari kam wieder auf über 100 Runden. Und Vettel fuhr auch richtig flott: 1:17,925 Minuten.
Interessant auch: Ferrari und Haas kamen mit einer neuen Auspuffführung nach Barcelona. Statt zweier übereinander platzierter Wastegate-Endröhrchen gibt es nur noch eins. "Da wird halt eng zusammengearbeitet, stellte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko schmunzelnd fest, "das machen wir auch mit Toro Rosso." Marko wird am Mittwoch in Barcelona übrigens selbst vor Ort sein.
Die Zeiten vom fünften Testtag:
1. Lando Norris (McLaren-Renault): 1:17.709 Min. (80/weiche Reifen)
2. Pierre Gasly (Red-Bull-Honda): 1:17.715 Min. (134/mittelharte Reifen)
3. Lance Stroll (Racing-Point-Mercedes): 1:17.824 Min. (82/superweiche Reifen)
4. Sebastian Vettel (Ferrari): 1:17.925 Min. (79/mittelharte Reifen)
5. Antonio Giovinazzi (Alfa-Romeo-Ferrari): 1:18.589 Min. (97/weiche Reifen)
6. Alexander Albon (Toro-Rosso-Honda): 1:18.649 Min. (101/weiche Reifen)
7. Charles Leclerc (Ferrari): 1:18.651 Min. (29/mittelharte Reifen)
8. Kevin Magnussen (Haas-Ferrari): 1:18.769 Min. (129/weiche Reifen)
9. George Russell (Williams-Mercedes): 1:19.662 Min. (118/superweiche Reifen)
10. Daniel Ricciardo (Renault): 1:20.107 Min. (75/mittelharte Reifen)
11. Valtteri Bottas (Mercedes): 1:20.167 Min. (5/harte Reifen)
12. Lewis Hamilton (Mercedes): 1:20.332 Min. (83/harte Reifen)
13. Nico Hülkenberg (Renault): 1:20.348 Min. (80/mittelharte Reifen)
1. Lando Norris (McLaren-Renault): 1:17.709 Min. (80/weiche Reifen)
2. Pierre Gasly (Red-Bull-Honda): 1:17.715 Min. (134/mittelharte Reifen)
3. Lance Stroll (Racing-Point-Mercedes): 1:17.824 Min. (82/superweiche Reifen)
4. Sebastian Vettel (Ferrari): 1:17.925 Min. (79/mittelharte Reifen)
5. Antonio Giovinazzi (Alfa-Romeo-Ferrari): 1:18.589 Min. (97/weiche Reifen)
6. Alexander Albon (Toro-Rosso-Honda): 1:18.649 Min. (101/weiche Reifen)
7. Charles Leclerc (Ferrari): 1:18.651 Min. (29/mittelharte Reifen)
8. Kevin Magnussen (Haas-Ferrari): 1:18.769 Min. (129/weiche Reifen)
9. George Russell (Williams-Mercedes): 1:19.662 Min. (118/superweiche Reifen)
10. Daniel Ricciardo (Renault): 1:20.107 Min. (75/mittelharte Reifen)
11. Valtteri Bottas (Mercedes): 1:20.167 Min. (5/harte Reifen)
12. Lewis Hamilton (Mercedes): 1:20.332 Min. (83/harte Reifen)
13. Nico Hülkenberg (Renault): 1:20.348 Min. (80/mittelharte Reifen)
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