Mit komplett neuen Autos erhält die Formel 1 ab 2022 ein neues Gesicht. Die Rennwagen sollen das Feld enger zusammenführen, das Überholen deutlich erleichtern und eine spektakuläre Optik haben. Nachteil: Die Autos werden langsamer werden als die aktuellen.
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Der Grund: Die Philosophie der Fahrzeuge verändert sich. Derzeit erzeugen die Autos vor allem über die Aerodynamik den notwendigen Abtrieb. 2022 soll dieser Einfluss stark reduziert werden, weil die Flügel zu viele Luftturbulenzen erzeugen. Das aber erschwert das Überholen.

Mechanischer Grip statt aerodynamischer Abtrieb

FIA/F1
So sehen die Formel-1-Autos 2022 aus
Bild: FIA/F1
Um die Turbulenzen 2022 extrem zu verringern, wird der Diffusor am Unterboden deutlich vergrößert. Folge: Die Autos werden immer noch an den Boden gepresst, verursachen aber deutlich weniger Verwirbelungen. „Wenn wir davon ausgehen, dass die Anströmung heute um 50 Prozent verschlechtert wird, wenn ein Pilot einem anderen Auto folgen will, dann liegen wir mit dem neuen Modell bei zehn bis fünfzehn Prozent“, begründet FIA-Formelsportchef Nikolas Tombazisdie Maßnahme.
Inzwischen wurde dafür auch schon ein Modell im Sauber-Windkanal getestet. Der Test hat die Computer-Berechnungen bestätigt. Gemeinsam mit dem Anheben des Mindestgewichts von 749 Kilogramm 2021 auf 768 Kilogramm 2022 werden die Rundenzeiten langsamer. Der erwartete Verlust liegt bei den momentanen Hochrechnungen zwischen drei und 3,5 Sekunden. Das vermutet man beispielsweise bei McLaren. Immerhin: Anfangs hatten die Experten sogar einen Zeitverlust von sieben Sekunden befürchtet.
Eindrücke von den Autos 2022 gibt es in der Galerie.

Bildergalerie

Formel 1: Formel 1 Designs von Davide Chiappini / DC Graphics
Formel 1: Formel 1 Designs von Davide Chiappini / DC Graphics
Formel 1: Formel 1 Designs von Davide Chiappini / DC Graphics
Kamera
Formel 1: F1-Autos 2022 von Davide Chiappini

Von

Michael Zeitler