Formel 1: Neue Testfahrerin
Das ist Saubers heißer Neuzugang

Sauber hat mit Tatiana Calderón eine Rennfahrerin als Testpilotin engagiert. Ein Portrait und Bilder der fast 24-Jährigen, die auf ihre große Chance hofft.
Bild: Privat / Twitter / Hersteller
- Michael Zeitler
Ihr Kinderspielplatz war Papas Kartbahn. Alberto Calderón betrieb in Kolumbien nicht nur einen Kia-Handel, sondern auch eine von nur sechs Kartstrecken im südamerikanischen Land. Doch statt seines Sohnes Ricardo, interessierten sich nur die beiden Töchter Paula und Tatiana für die schnellen Flitzer. Nach der Schule und der Hausarbeit ging es ab auf die Piste. Tag für Tag, Jahr für Jahr.
Dass sich Tatiana schnell erste nationale Kartmeisterschaften sicherte, darf daher nicht verwundern. Mit 14 stieg sie in den Automobilsport auf. Gemeinsam mit ihrer Schwester Paula fuhr sie in einem Kia in der kolumbianischen Langstreckenmeisterschaft mit. 2009 beendeten sie die Serie als Zweite, 2010 als Champions. Dabei entpuppte sich Tatiana als die Schnellere der beiden.

Momentan fährt Calderón in der GP3
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Zunächst waren die Resultate gut. Als einzige Frau in der Geschichte der meistens stark umkämpften britischen Formel 3 – in der schon Stars wie Emerson Fittipaldi, Ayrton Senna oder Mika Häkkinen die Formel-1-Reife erlangten – holte sie am Nürburgring 2013 einen Podestplatz. Bis 2015 fuhr sie drei Jahre in der F3-Euroopameisterschaft dann aber nur hinterher, hatte mit Double-R, Jo Zeller und Carlin allerdings auch keine Topteams an ihrer Seite.
Letztes Jahr war sie in der GP3 im Rahmenprogramm der Formel 1 im Arden-Team unterwegs. Das gehört Gary Horner, dem Vater von Red-Bull-Formel-1-Teamchef Christian Horner. Sie beendete die Serie auf Rang 21.
Am kommenden Freitag feiert Calderón ihren 24. Geburtstag. Langsam wird es also Zeit, dass sie richtig gute Resultate liefert. Mit dem DAMS-Team hat sie in der GP3 gute Voraussetzung dafür. Die Beförderung zur Formel-1-Testfahrerin bei Sauber dürfte eine weitere Motivationshilfe sein. „Ich will ein Renncockpit, aber in der Formel 1 weiß man nie, wann sich eine Gelegenheit ergeben wird. Dieses Jahr wird sehr wichtig sein, um mich vorzubereiten“, weiß die Kolumbianerin. Und: „Hoffentlich kann ich abhängig von den Resultaten und meiner Arbeit im Simulator das Auto am Ende des Jahres testen.“
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