Formel 1: Die wichtigsten Hersteller in der Geschichte

Formel 1: Pannenstatistik 2018

Defektserie bei Renault

Renault hat zwar den vierten Platz in der Konstrukteurswertung so gut wie sicher, aber auch im fünften Turbo-Hybrid-Jahr hinkt Renault hinterher.
Renault will in Brasilien und Abu Dhabi den Sack zumachen und „best of the rest“ werden – also Vierter in der Konstrukteurswertung, hinter den drei Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull. Bei 30 Punkten Vorsprung auf den Fünften, das Haas-Team, stehen die Chancen dafür prächtig. Doch die Wahrheit ist: Auch die Saison 2018 ist eine Enttäuschung.
In Mexiko wurde Nico Hülkenberg gleich zwei Mal von Sieger Max Verstappen überrundet. Und der fährt mit demselben Motor. Das zeigt, wie schlecht das Chassis bei Renault noch immer ist.
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Es ist aber vor allem der Motor, der Renault Sorgen bereitet – und der den Kunden Red Bull in die Arme von Honda treibt. Renault führt nach wie vor alle Pannenstatistiken an. Auch im fünften Jahr seit Einführung der aktuellen 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybridmotoren sind die Franzosen nicht nur leistungstechnisch längst nicht an Mercedes und Ferrari dran. Renault ist auch mies im Bereich der Zuverlässigkeit.

Ricciardo wurde oft Opfer der unzuverlässigen Renault-Technik

Die drei Renault-Teams Red Bull, Renault und McLaren bringen es bisher auf 19 Ausfälle mit Technikproblemen im Bereich des Motors. Dazu zählen auch Defekte wie im Getriebe, an der Kupplung oder am Auspuff. Nicht immer ist dafür Renault zur Verantwortung zu ziehen. Aber oft entstehen die Defekte im Umfeld des Motors. Allein in Mexiko kamen drei dazu: Daniel Ricciardo blieb mit Hydraulikschaden liegen, Fernando Alonso mit erhöhter Wassertemperatur und bei Carlos Sainz ging die Batterie kaputt. 
Renault kommt auch nicht ansatzweise mit den erlaubten Motorenteilen über die Runden. Gestattet sind pro Auto drei Verbrennungsmotoren, drei Turbolader und drei MGU-H sowie je zwei MGU-K, Batterien und elektronische Steuereinheiten. Macht pro Auto insgesamt 15 und pro Team 30 erlaubte Teile. McLaren steht aber schon bei 43, Renault bei 49, Red Bull sogar schon bei 50 Komponenten – macht 142 von 90 erlaubten. Das führt immer wieder zu Rückversetzungen der Piloten in der Startaufstellung.

Formel 1: Die wichtigsten Hersteller in der Geschichte

Nico Hülkenberg hat zum Beispiel schon sechs Turbolader verbaut bekommen, diverse Piloten stehen bei verschiedenen Komponenten schon bei Nummer fünf.
Ob sich Red Bull mit dem Wechsel zu Honda einen Gefallen tut, muss sich aber auch erst noch zeigen. Toro Rosso verwendete schon 74 statt 30 erlaubter Antriebsteile, beide Fahrer haben unter anderem bereits je acht Verbrenner, Turbos und MGU-H gebraucht. Allerdings: Honda betrachtet das Jahr 2018 als Lehrjahr, soll inzwischen wenigstens schon in der Leistung an Renault vorbeigezogen sein. 
Unterm Strich zeigt sich: Auch fünf Jahre nach der Änderung des Motorenreglements sind die Ungleichgewichte im Feld groß.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture Alliance

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