Ex-Weltmeister Nelson Piquet (68) war schon immer für starke Sprüche bekannt. Der Brasilianer, der in den Jahren 1981, 1983 und 1987 Formel-1-Weltmeister wurde, nimmt auch nach dem Formel-1-Saisonstart 2021 beim Großen Preis von Bahrain kein Blatt vor den Mund. Sein Vergleich des holländischen Red Bull-Fahrers Max Verstappen (23/Platz zwei) mit dem englischen Mercedes-Superstar Lewis Hamilton (36/Sieger), fällt eindeutig aus.
„Es ist schwierig zu sagen, wer der Bessere ist, so lange die beiden nicht im gleichen Team fahren“, so der Brasilianer beim Express aus Großbritannien. „Aber im gleichen Team hätte Hamilton keine Chance. Max würde ihn in seine Bestandteile zerlegen.“
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Allein: Ganz objektiv sind die Aussagen des Brasilianers wohl nicht zu bewerten. Grund: Verstappens aktuelle Freundin ist Piquets Tochter Kelly. Ob da nicht der Schwiegervater in spe eine Lanze für den zweifelsohne als Supertalent zu bewertenden Verstappen gebrochen hat? Andererseits: Piquet weiß aus eigener Erfahrung genau, was es bedeutet, wenn ein in die Jahre gekommener Champion plötzlich auf einen jungen, hungrigen, super talentierten Fahrer im eigenen Team trifft.
1991 musste sich der Brasilianer, damals 39, mit dem 22jährigen Michael Schumacher bei Benetton auseinandersetzen. Schumacher, der 14 Tage zuvor in Spa die Fachwelt im Jordan bei seine, Debüt atemlos machte, wurde daraufhin in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ins Benetton-Team vom italienischen Kultteamchef Flavio Briatore transferiert.
Die Ankunft des deutschen Supertalents im italienischen Rennstall Piquets war gleichzeitig das Ende des brasilianischen Superstars. Piquet trat nach der Saison entnervt zurück, weil er erkennen musste, dass trotz seiner Erfahrung gegen den Speed und das Naturtalent Schumachers kein Kraut gewachsen war. 1992 wurde er vom Briten Martin Brundle ersetzt, der der neuen Benetton-Nummer-eins aus Deutschland als Flügelmann zur Seite stehen musste.
Verstappen würde Hamilton bei Mercedes „zerlegen“
Max Verstappen im Duell mit Lewis Hamilton beim Start des Bahrain Grand Prix
Bleibt aber in der Tat die Frage, wer der Bessere der beiden aktuellen Titelkämpfer ist: Hamilton oder Verstappen? Fragt man die beiden, deuten sie auf sich selbst. "Zwei Zehntel kann ich kaschieren, wenn mein Auto etwas langsamer ist als die Konkurrenz," glaubt Verstappen im Interview mit ABMS. Und in der neuen Netflix-Staffel "Drive to Survive" lässt Hamilton keinen Zweifel daran, dass er die Nummer 1 in der Königsklasse ist. Tief in der Nacht fährt er von der Strecke ins Hotel und fragt seine Physiotherapeutin Angela Cullen, ob sonst noch ein Fahrerkollege an der Strecke ist. „Nein“, antwortet die Neuseeländerin, „du bist der letzte.“ Hamiltons Resümee: „Deshalb bin ich der Beste“.
Selbst Verstappens Boss, Red Bull-Chefberater Helmut Marko (77), ist beeindruckt von Hamilton. Der Österreicher zu ABMS: „Max fuhr ein super Rennen, trotzdem hat es nicht zum Sieg gereicht, weil wir nicht das Maximale aus unserem Paket abrufen konnten. Ich bin mir aber sicher, dass niemand außer Lewis Hamilton seinem Tempo hätte stand halten können. Lewis war einfach brillant.“
Der Grazer lässt sich deshalb zumindest auf diese Aussage festlegen: „Fest steht für mich, dass beide in eigener Liga unterwegs sind und die momentan Besten ihrer Zunft sind. Dieses große Duell, das jetzt schon geschichtsträchtige Züge hat, wird uns noch die ganze Saison in Atem halten. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass wir Max ein Auto hinstellen, das dem Mercedes von Hamilton ebenbürtig ist. Dann ist der Ausgang der WM völlig offen.“
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Ralf Bach