Großer Jubel auf den prallgefüllten Tribünen in Zandvoort: Lokalmatador Max Verstappen wird seiner Favoritenrolle beim Heimspiel einmal mehr gerechnet und enttäuscht die Fans im Qualifying zum Niederlande GP am Samstag nicht. Mit einer Rundenzeit von 1:10.567 lässt der WM-Spitzenreiter der Konkurrenz einmal mehr keine Chance, brummt dem ersten Verfolger, Lando Norris im McLaren, satte 0,537 Sekunden Rückstand auf.
Doch eine Spazierfahrt vor heimischem Publikum ist das Zeittraining für Verstappen am Samstag nicht: "Es war schon ziemlich rutschig da draußen und ging dann darum, die Rundenzeiten hinzubringen und stabil zu fahren", sagt der Red-Bull-Star mit Blick auf die nassen ersten beiden Sessions im Qualifying: "Auf den Slicks (in Q3; d. Red.) gab es dann eine feine trockene Linie, die letzte Runde hat sehr viel Spaß gemacht."
Lokalmatador Max Verstappen wird seiner Favoritenrolle beim Heimspiel einmal mehr gerechnet.
Bild: Red Bull Content Pool

Über den Applaus von den euphorisierten Fans freut sich der Lokalmatador: "Man hat natürlich immer den Druck, die Leistung zu bringen, aber wenn dann alles zusammenpasst ist es natürlich großartig", sagt Verstappen. "Eine unfassbare Zeit. Fast sechs Zehntel Vorsprung auf dieser kurzen Strecke, das ist eine unglaubliche Machtdemonstration. Die Verhältnisse waren sehr schwierig, aber er hat immer den Überblick bewahrt", lobt Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko den Weltmeister.
Auf seine dritte Zandvoort-Pole in Folge muss Verstappen am Samstag allerdings etwas länger warten, denn gerade das entscheidende Q3 zieht sich mit gleich zwei Unterbrechungen durch rote Flagge wie Kaugummi: Mit etwas mehr als vier Minuten auf der Uhr versenkt Charles Leclerc seinen Ferrari auf der abtrocknenden Strecke in der Leitplanke. Der Monegasse startet das Rennen damit nur von der neunten Position.
Schon etwas früher in Q3 sorgt Williams-Pilot Logan Sargeant für eine längere Pause, der sein Auto in Kurve zwei verliert und in der Sicherheitsbarriere versenkt, die anschließend repariert werden muss. Kurz zuvor hatte der Mann aus Florida noch über seinen ersten Q3-Einzug jubeln dürfen. Am Sonntag ist Sargeant der erste Amerikaner in den Top-10 der Startaufstellung seit 30 Jahren: Zuletzt gelang dieses Kunststück Michael Andretti im McLaren 1993 in Monza.
Einer besonders schweren Aufgabe sieht sich am Samstag Formel-1-Debütant Liam Lawson gegenüber: Mit nur einem Training Zeit und bei schweren äußeren Bedingungen auf nasser Strecke muss er bei AlphaTauri das Cockpit von Daniel Ricciardo übernehmen, der sich bei seinem Crash am Freitag die Hand gebrochen hat. Lawson hält das Auto zwar von der Bande fern, mit deutlichem Rückstand belegt der Neuseeländer allerdings den 20. und letzten Platz.
Nico Hülkenberg konnte einmal mehr seinen Teamkollegen in der Qualifikation schlagen.
Bild: LAT / Haas

Nico Hülkenberg schlägt immerhin Teamkollege Kevin Magnussen, kommt aber nicht über Rang 15 hinaus. Frust auch bei Rekordweltmeister Lewis Hamilton: Der Brite scheidet im Mercedes schon in Q2 aus, nimmt das Rennen am Sonntag (Start 15 Uhr, live auf Sky) nur von der 13. Position auf. Für die Schwarzpfeile holt im Qualifying immerhin George Russell die Kartoffeln aus dem Feuer: Der Brite verdrängt in letzter Sekunde noch Landsmann Alex Albon im Willams von der dritten Startposition.

Formel 1 Grand Prix der Niederlande
Qualifying, Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:10,567 Min.
2. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,537 Sek.
3. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +0,727
4. Alexander Albon (Thailand) - Williams +0,852
5. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +0,939
6. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +1,187
7. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +1,313
8. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +1,371
9. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +2,098
10. Logan Sargeant (USA) - Williams +6,181
11. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 1:20,121
12. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 1:20,128
13. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 1:20,151
14. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 1:20,230
15. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas 1:20,250
16. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 1:22,067
17. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1:22,110
18. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:22,192
19. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 1:22,260
20. Liam Lawson (Neuseeland) - Red Bull 1:23,420