Wenn die Tifosi auf den Tribünen lauter sind als die Autos auf der Strecke, dann steht ein Ferrari in Monza auf Pole: Carlos Sainz lässt die Italiener am Samstag im Qualifying ausflippen, schlägt im Kampf um die beste Startposition in einem wahren Krimi Formel-1-Dominator Max Verstappen um 13 Tausendstel!
"Es war so eine intensives Quali, vor allem in Q3 waren wir drei alle am Limit", strahlt Sainz im Ziel über den Dreikampf mit Verstappen und Teamkollege Charles Leclerc. "Ich wusste, in der letzten Runde ist in Ascari und Parabolica noch Zeit drinnen, also habe ich's versucht. Die ganze Inlap war dann Gänsehaut mit den Zuschauern auf den Tribünen", freut sich Sainz und lobt: "Auch schon im Hotel, an der Strecke, einfach überall haben wir so viel Unterstützung, das ist das beste Gefühl als Fahrer und Athlet."
Jetzt will die Scuderia ihren Fans natürlich am liebsten den Heimsieg liefern: "Morgen gebe ich alles, um an der Spitze zu bleiben. Max ist normalerweise im Longrun schneller, aber ich verspreche, dass ich alles versuchen werde", sagt Sainz. Auch Leclerc ist trotz seiner Niederlage gut drauf: "Ich hatte in Q3 nicht den Windschatten, das hat mich mindestens eine Position gekostet. Aber ich bin trotzdem happy und ich lache echt nicht oft, wenn ich Dritter bin. Aber das ist einfach ein tolles Ergebnis für die Fans hier", sagt Leclerc und erklärt: "Morgen versuchen wir Erster und Zweiter zu werden."
Max Verstappen muss sich knapp geschlagen geben.
Bild: Red Bull Content Pool

Bei Red Bull gibt man sich trotz der verpassten Pole entspannt: "Es war gut, wir haben heute gute Verbesserungen im Vergleich zu gestern erzielt und jede Qualifying-Session war sehr eng, deshalb bin ich mit dem zweiten Platz zufrieden", erklärt Verstappen. Auch Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bleibt gelassen: "Es ist eng, so wie wir es erwartet haben, und Ferrari schnell, auch wie erwartet. Wir haben unser Setup aber mehr aufs Rennen ausgerichtet und ich glaube schon, dass wir im Rennen stärker sein werden, deswegen sind wir optimistisch für morgen."
Platz vier schnappt sich George Russell im Mercedes, noch vor Sergio Perez im zweiten Red Bull. Starker Sechster: Alex Albon im Williams. Rekordweltmeister Lewis Hamilton muss sich am Samstag mit Rang acht begnügen, noch hinter McLaren-Fahrer Oscar Piastri.
Für Haas und Nico Hülkenberg war nach dem zweiten teil der Qualifikation Schluss.
Bild: LAT / Haas

Nico Hülkenberg kann sich im Qualifying immerhin in Q1 behaupten, schlägt damit einmal mehr auch Stallgefährte Kevin Magnussen, der nur 19. wird. Der Emmericher nimmt den Grand Prix am Sonntag (Start 15:00 Uhr, live auf Sky) als respektabler 13 auf. "Wieder zwei Zehntel vor dem Teamkollegen, er macht immer einen phänomenalen Job samstags, echt gigantisch", lobt Ex-Weltmeister Nico Rosberg seinen Namensvetter im Haas-Ferrari bei Sky.

Formel 1 Grand Prix von Italien
Qualifying, Ergebnis

1. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 1:20,294 Min.
2. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +0,013 Sek.
3. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,067
4. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +0,377
5. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,394
6. Alexander Albon (Thailand) - Williams +0,466
7. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +0,491
8. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +0,526
9. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,685
10. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +1,123
11. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 1:21,594
12. Liam Lawson (Neuseeland) - Alpha Tauri 1:21,758
13. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas 1:21,776
14. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 1:21,940
15. Logan Sargeant (USA) - Williams 1:21,943
16. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 1:22,390
17. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 1:22,545
18. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1:22,548
19. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:22,592
20. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 1:22,860