Überschwänglicher Jubel im Autodromo Nazionale di Monza: Ausgerechnet beim Heimrennen in Italien ist Ferrari zurück bei der Musik. Charles Leclerc fährt im Qualifying die Bestzeit und verweist Weltmeister Max Verstappen um 0,145 Sekunden auf Platz zwei. Leclerc: „Das Gefühl im Auto war großartig. Ich bin viel Risiko gegangen. Hoffentlich kann ich morgen den Erfolg von 2019 wiederholen.“ Da konnte der Monegasse in Monza gewinnen.
Auch diesmal stehen die Chancen gut. Grund: Gegner Verstappen wird wegen einer Motorstrafe um fünf Ränge nach hinten versetzt. „Deshalb haben wir uns beim Set-up mehr auf das Rennen als auf eine schnelle Runde konzentriert“, verrät der Niederländer, der von Platz sieben losfährt.
Sein Motorsportchefberater Helmut Marko verrät: "Ferrari hat unglaublichen Topspeed entwickelt, die müssen ihren Motor bis aufs Letzte aufgeschraubt haben. Bei uns ist Sektor eins nicht so gelungen, da haben wir die Zeit verloren, aber es ist kein Drama. Im Rennspeed sind wir immer noch gut, wenn nicht sogar besser als Ferrari. Zur Not werden wir eben Zweiter, das reicht auch. Ich glaube die Leute vor uns sollten im Laufe des Rennens möglich sein zu überholen und wir werden natürlich auch schauen, dass wir Leclerc angreifen können - aber nicht mit jeglichem Risiko: Wenn das nicht möglich ist, dann werden wir einfach auf Platz (zwei; d. Red.) halten gehen."
Carlos Sainz landet im zweiten Ferrari auf Platz drei.

Auf Platz drei landet der zweite Ferrari mit Carlos Sainz. Doch auch der Spanier muss im Tempo-Tempel Italiens in der Startaufstellung nach hinten – genau wie der Viertplatzierte Sergio Perez (Red Bull) und Mercedes-Star Lewis Hamilton, der im Qualifying auf Platz fünf fährt. Von den Strafen profitiert George Russell, der auf Platz sechs rast und neben Leclerc startet. „Ich gehe aber davon aus, das Verstappen sich schnell durchs Feld nach vorne pflügt“, warnt Mercedes-Teamchef Toto Wolff.
Aus Reihe zwei gehen die beiden McLaren von Lando Norris und Daniel Ricciardo ins Rennen. Dahinter folgen Pierre Gasly und Fernando Alonso.
Schlappe für Mick Schumacher: Nachdem der Deutsche in den freien Trainings aufgrund von technischen Problemen kaum zum Fahren kommt, bleibt für den Haas-Piloten im Qualifying nur der letzte Platz. Grund ist ein kapitaler Verbremser vor der ersten Schikane. Auch sein Teamkollege Kevin Magnussen wird nur 19.
Mick Schumacher nimmt das Rennen von Platz 17 aus in Angriff.

Schumacher: „Ich habe das Beste aus der Situation gemacht, in der ich drin war. Und das war zu wenig Streckenzeit. Etwas, das nicht schön ist. Ich will ja nicht langsam fahren und versuche spät zu bremsen. Das war dann zu spät.“ Schumacher wird von den Strafen der anderen Fahrer allerdings kaum profitieren, denn auch er hat Antriebs-Komponenten gewechselt und nimmt das Rennen von Platz 17 aus in Angriff.
Sebastian Vettel schlägt zwar seinen Aston Martin-Teamkollegen Lance Stroll, scheidet auf Platz 17 aber ebenfalls aus. Immerhin: Der Heppenheimer rückt in der Startaufstellung auf Rang elf vor.
Peinlich für Nicholas Latifi: Der Kanadier verpasst den Sprung in Q2, während Williams-Kollege Nyck de Vries ins zweite Segment einzieht. Der Niederländer ersetzt Alex Albon, der wegen Blinddarmentzündung pausieren muss und schlägt Latifi aus der kalten Hose. Am Ende landet er auf Rang 13, startet wegen diverser Motorstrafen aber von Platz acht.

Formel 1 Grand Prix von Italien

Startaufstellung:

1. Startreihe: Leclerc, Russell 
2. Startreihe: Norris, Ricciardo
3. Startreihe: Gasly, Alonso
4. Startreihe: Verstappen, De Vries
5. Startreihe: Zhou, Latifi
6. Startreihe: Vettel, Stroll
7. Startreihe: Perez, Ocon
8. Startreihe: Bottas, Magnussen
9. Startreihe: Schumacher, Sainz
10. Startreihe: Hamilton, Tsunoda

Qualifying, Ergebnis:

1. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari 1:20,161 Min.
2. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,145 Sek.
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +0,268
4. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +1,045
5. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +1,363
6. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +1,381
7. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +1,423
8. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +1,764
9. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +2,487
10. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine 1:22,089
11. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine 1:22,130
12. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo 1:22,235
13. Nyck de Vries (Niederlande) – Aston Martin 1:22,471
14. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo 1:22,577
15. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri 1:22,020
16. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams 1:22,587
17. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin 1:22,636
18. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin 1:22,748
19. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas 1:22,908
20. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas 1:23,005

Von

Bianca Garloff