Weltmeister Max Verstappen ist auch im Qualifying zum Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi nicht zu stoppen: Der Niederländer sichert sich nach Bestzeiten in Q1 und Q2 im Top-10-Shootout eine stets ungefährdete Pole-Position: Seine zwölfte der Saison, die 32. insgesamt und bereits die vierte in Folge auf dem Yas Marina Circuit.
"Komisch, das ganze Wochenende war bisher eher schwierig für uns, aber wir haben das Auto fürs Qualifying verbessert und von Runde eins an konnte ich pushen", freut sich Verstappen nach den eher schwachen Trainingsleistungen: "Ich bin natürlich happy darüber, im Qualifying fühlte sich alles bisschen verbundener an. Wie gut wir hier aber im Rennen sein werden, keine Ahnung. Mal abwarten", sagt der Niederländer.
Zweiter im Qualifying wird am Samstag mit 0,139 Sekunden Rückstand Ferrari-Pilot Charles Leclerc. Der Monegasse ist davon selbst am meisten überrascht: "Wenn man bedenkt, wie unser Wochenende bisher lief, hätte ich das sicher nicht erwartet: Ich habe alles reingelegt in meine Runde und bin sehr happy mit dem zweiten Platz. Aber in Q1 und Q2 hatte ich Angst ums Weiterkommen und jetzt stehe ich in der ersten Reihe", wundert sich Leclerc.
Charles Leclerc wird im letzten Qualifying der Formel-1-Saison 2023 starker zweiter.
Bild: Ferrari

Eine mögliche Erklärung liefert der Ferrari-Star jedoch gleich mit: "Mit gebrauchten Reifen war es sehr tricky für uns, mit den frischen Reifen kam das Auto dann aber zum Leben." Allein: Teamkollege Carlos Sainz nützt das nichts mehr, denn in Person des Spaniers erlebt die Scuderia schon früh im Qualifying einen herben Rückschlag im engen Kampf mit Mercedes um Platz zwei bei den Konstrukteuren.
Sainz scheidet als 16. überraschend schon in Q1 aus: "Es war eine sehr schlechte Situation. Wir sind als letztes Auto aus der Box raus, hatten Mühe es rechtzeitig über die Linie zu schaffen und dann hatte ich natürlich viel Verkehr in den ersten beiden Sektoren mit allen, die ihre Runde gerade beendet hatten und auch nicht besonders gut Platz gemacht haben", erklärt Sainz.
Die Schuld sieht der Spanier trotzdem bei seinem Team: "Es ist natürlich unser Fehler, weil wir so spät raus sind. Wir hatten davor ein Problem mit dem Frontflügel, das hat uns Zeit gekostet", verrät Sainz, der davon ausgeht, dass es am Sonntag damit "sehr schwer" wird die vier Punkte Rückstand auf Mercedes in der Team-WM noch aufzuholen.
Einen Hoffnungsschimmer für Ferrari bietet jedoch der Umstand, dass auch Lewis Hamilton am Samstag im Qualifying nicht über Rang elf hinauskommt. George Russell startet immerhin von der vierten Position in den letzten Grand Prix des Jahres.
Für Hülkenberg war es ein versöhnliches Qualifying in Abu Dhabi.
Bild: LAT / Haas

Wiedererstarkt präsentiert sich auf dem Yas Marina Circuit am Samstag McLaren, mit Oscar Piastri auf Rang drei und Lando Norris auf Platz fünf. Vor einer Woche auf dem neuen Stadtkurs in Las Vegas wurde das Traditionsteam noch mit beiden Autos in Q1 ausgeknockt. Frust hingegen bei Sergio Perez, der nach der Streichung seiner schnellsten Runde in Q3 wegen der Streckenlimits nicht über Rang neun hinauskommt.
Eine starke Performance liefert am Samstag Nico Hülkenberg ab: Obwohl am Freitag, wegen des Einsatzes von Nachwuchspilot Ollie Bearman im ersten Training und seines Unfalls in der zweiten Session, kaum zum Fahren gekommen, zieht der Deutsche am Samstag erstmals seit dem Singapur GP Mitte September wieder ins Q3 ein und startet als Achter in das große Saisonfinale der Formel 1 auf Yas Island.

Formel 1 Grand Prix von Abu Dhabi
Qualifying, Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:23,445 Min.
2. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,139 Sek.
3. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +0,337
4. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +0,343
5. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,371
6. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri +0,523
7. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +0,639
8. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,663
9. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,726
10. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +1,103
11. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 1:24,359
12. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1:24,391
13. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 1:24,422
14. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:24,439
15. Daniel Ricciardo (Australien) - Alpha Tauri 1:24,442
16. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 1:24,738
17. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:24,764
18. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 1:24,788
19. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 1:25,159
20. Logan Sargeant (USA) - Williams -