Mit drei Trainingsbestzeiten hatte es sich bereits angedeutet, der Vorsprung von fast einer halben Sekunden auf die Verfolger ist bei Max Verstappens Pole-Runde von 1:12.272 Minuten am Samstag in Barcelona aber schon erschreckend für die Gegner. Einerseits liegt das an der aktuellen Überlegenheit des Niederländers in seinem Red Bull, andererseits daran, dass die Konkurrenz ausnahmslos keinen sauberen Tag erwischt.
"Unglaublich", lautet die exakt gleiche Reaktion am Funk, sowohl von Teamkollege und WM-Rivale Sergio Perez nach dem Aus in Q2, als auch von Ferrari-Star Charles Leclerc nach seinem frühzeitigem Feierabend in Q1. Auch Lokalmatador Fernando Alonso kommt mit einem nach Ausritt beschädigten Aston Martin ausgerechnet bei seinem Heimspiel nicht über Startplatz neun hinaus.
Max Verstappen ist nicht zu stoppen.
Bild: Red Bull Content Pool

"Es war nicht mein bester Samstag", räumt der Spanier ein und dämpft die Erwartungen für das Rennen: "Das Podium ist von hier hinten jetzt wohl etwas zu weit weg." Für die spanischen Fans holt immerhin Carlos Sainz im Ferrari als Zweiter die Kartoffeln aus dem Feuer, vor Überraschungsmann Lando Norris im McLaren.
Max Verstappen gehen am Samstag dennoch die ernstzunehmenden Gegner aus: "Das Auto war echt gut heute", grinst der Weltmeister nach dem Qualifying. "Natürlich war es zu Beginn bisschen tricky mit dem Wetter, aber sobald es trocken wurde, lag das Auto wie auf Schienen und war wirklich angenehm zu fahren", so Verstappen.
Für den Niederländer ist es die erste Pole auf dem Circuit de Catalunya, auf dem er 2016 seinen ersten Grand Prix in der Formel 1 gewann, nachdem in Runde eins die beiden Mercedes von Nico Rosberg und Lewis Hamilton kollidierten.
Die beiden Mercedes kamen sich gefährlich nahe.
Bild: F1/Twitter

Kurios: Am Samstag kommt es in Barcelona wieder zum Mercedes-Crash, weil George Russell nach einem Missverständnis Teamkollege Hamilton übersieht. Der Rekordchamp ramponiert sich dabei den Frontflügel, schafft es aber trotzdem in die nächste Runde - anders als Russell, der als Zwölfter ausscheidet.
Ebenfalls schon in Q2 muss Perez die Segel streichen: Bei einem Ausritt in Kurve fünf macht sich der Mexikaner die Reifen schmutzig, auf seinem letzten Schuss verfehlt er anschließend ganz knapp die zum Einzug ins Top-10-Shootout nötige Zeit.
Für Freude sorgt das vor allem bei Nico Hülkenberg, der es gerade so ins Q3 schafft und dort den starken achten Startplatz herausfährt. Haas-Teamkollege Kevin Magnussen scheidet indes schon in Q1 aus.
Nico Hülkenberg lieferte ein starkes Qualifying ab.
Bild: LAT / Haas

Ein Schicksal, das sich der Däne mit keinem Geringeren als Ferrari-Star Charles Leclerc teilt. Beim Monegassen klappt im Qualifying gar nichts: Erst wartet Ferrari zu lange mit der Runde, dann bremst ihn eine rote Flagge nach dem Ausritt von Williams-Pilot Alex Albon ein. Anschließend verliert Leclerc weitere Zeit beim Wiegen und beklagt schließlich auch Probleme mit dem Auto. Am Ende reicht es so nur zum enttäuschenden 19. Rang.

Formel 1: Grand Prix von Spanien
Qualifying, Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:12,272 Min.
2. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,462 Sek.
3. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,520
4. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +0,544 *(+ 6 Plätze Strafe)
5. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +0,546
6. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +0,722
7. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +0,811
8. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,957
9. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +1,235
10. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +1,410
11. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 1:13,334
12. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 1:13,447
13. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 1:13,521
14. Nyck de Vries (Niederlande) - Alpha Tauri 1:14,083
15. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 1:14,477
16. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 1:13,977
17. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:14,042
18. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:14,063
19. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 1:14,079
20. Logan Sargeant (USA) - Williams 1:14,699