Formel 1: Quoten brechen ein

Haben jetzt die Fahrer keine Lust mehr?

Die Formel-1-Saison 2019 ist bisher keine besonders spannende Saison. Die TV-Quoten brechen ein, die Fahrer sind ernüchtert. Sergio Pérez erhebt den Zeigefinger.
Die Formel 1 steuert auf eine Krise zu. Die Mercedes-Dominanz ist so erdrückend, dass die TV-Quoten einbrechen. Nur noch 3,68 Millionen Menschen in Deutschland schalteten beim Spanien-GP bei RTL ein. Im Vorjahr waren es noch 4,73 Millionen – also über eine Million mehr. Das lässt sich selbst dadurch nicht erklären, dass es mit Sky wieder einen Mitbewerber gibt, der 330.000 Zuschauer an sich binden konnte.
Mercedes dominiert die Formel 1, die Rennen strotzen nicht wirklich vor Überholmanövern, die Fans sind verärgert. Aber nicht nur das: Auch die Fahrer sind ernüchtert. Racing Point-Pilot Sergio Pérez glaubt, dass viele Fahrer bald keine Lust mehr haben. „Die Formel 1 sollte sich signifikant ändern. Ich bin seit langem in der Formel 1, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich bleiben will, wenn der Fokus immer auf den Teams bleibt“, so der Mexikaner. Und weiter: „Ich hoffe, dass es in der Zukunft wieder mehr auf die fahrerischen Fähigkeiten ankommen wird.“

Sergio Pérez schimpft über die Formel 1

In den letzten 59 Rennen (seit Österreich 2016) haben nur noch zwei Mal Fahrer aus einem Mittelfeldteam einen Podestplatz holen können: 2017 Lance Stroll für Williams in Baku, 2018 Sergio Pérez für Force India ebenfalls in Baku. Selbst Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn findet: „Das ist nicht akzeptabel!“
Das schlägt sich auch in diversen Statistiken nieder. Viele Fahrer sind seit Jahren dabei, bringen gute Leistungen, kommen aber nie zu einem GP-Sieg. Von den sechs Piloten mit den meisten Rennen ohne Sieg sind drei im aktuellen Starterfeld: Nico Hülkenberg (161) liegt – nur noch hinter Andrea de Cesaris (208) und Nick Heidfeld (183) – auf Rang drei, gefolgt von Sergio Pérez (160). Romain Grosjean (148) ist Sechster. Hülkenberg ist seit 2010 dabei, Pérez seit 2011, Grosjean seit 2009.
Weil auch Podestplätze für Mittelfeldteams nur in Ausnahmefällen möglich sind, führt Hülkenberg längst die Statistik der meisten Rennen ohne Podium an (161) – vor Adrian Sutil (128) und Pierluigi Martini (118). Sergio Pérez wird in den nächsten drei Rennen den Rekord der meisten Rennen ohne Pole übernehmen. Den teilen sich noch Martin Brundle und Johnny Herbert (je 165).
Der letzte Sieg eines Fahrers aus einem Mittelfeldteam liegt schon 123 Rennen zurück: Kimi Räikkönen gewann 2013 im Lotus-Renault den Australien-GP.
Pérez Lösungsvorschlag: „Es braucht mehr Einheitsteile.“ Für die Saison 2021 sind unter anderem dasselbe Getriebe, die gleichen Bremssysteme und die gleichen Felgen für alle Teams geplant (die technischen Details dazu gibt es HIER). Wie die Autos dann aussehen könnten, sehen Sie in der Bildergalerie.
Bis dahin bleibt nur die Hoffnung auf Chaosrennen...

Fotos: Hersteller; Picture-alliance

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