Formel 1: Die besten Bilder vom Ungarn Grand Prix 2020

Formel 1: Racing Point im Visier

FIA erwartet weitere Proteste gegen Pink

Racing Point ist auch in Ungarn wieder stark. Die FIA erwartet weitere Proteste
Die Scherzkekse im Fahrerlager hatten Hochkonjunktur nach dem Qualifying zum Großen Preis von Ungarn. Grund: Aus Startreihe eins starten morgen zwei Mercedes-Neuwagen, dahinter zwei Gebrauchte. Racing Point gehört komplette Startreihe zwei. Eigentlich kein Wunder, immerhin fährt man ja mit einer getunten Version des Vorjahres-Siegerautos. Sogar Weltmeister und Polesetter Lewis Hamilton kann sich nicht verkneifen, Lance Stroll auf der FIA-Pressekonferenz mit den Worten zu gratulieren: „Toll drei Mercedes hier zu haben!“
Die Zahlen sprechen ebenfalls eine klare Sprache. Ganze 2,7 Sekunden war Racing Point schneller sind als im Vorjahr. Mehr noch: Sergio Perez fuhr mit dem RP20 fast die gleiche Zeit wie Valtteri Bottas im Vorjahr. Lance Stroll war sogar zwei Zehntelsekunden schneller. “Das Auto war heute on fire”, so der Kommentar das Kanadiers.
So lief das Qualifying in Ungarn: Hier klicken
Das Ergebnis wird weitere Kritiker der engen Zusammenarbeit zwischen Mercedes und Racing Point auf den Plan rufen. Renault protestierte bereits in Österreich gegen die Bremsschächte. McLaren-Boss Andreas Seidl sagt zu ABMS: „Es geht auch darum klarzustellen, welche Methoden und Informationen zwischen zwei Teams ausgetauscht werden dürfen. Kundenautos sind für uns nicht der richtige Weg. Wir wollen gegen Mercedes kämpfen und müssen dafür unser eigenes Chassis bauen. Es ist eine Grundsatzfrage.“
 

Racing Point gehört komplette Startreihe zwei.

Die FIA rechnet indes mit weiteren Protesten gegen Racing Point. Das bestätigte FIA-Technikchef Nikolas Tombazis. Für ihn ist das Ganze auch eine Philosophie-Frage, da die Bremsschächte 2019 noch nicht zu jenen Teilen gehörten, die ohne fremde Hilfe eines Mitbewerbers gebaut werden mussten.
 
Tombazis am Freitag: „Nehmen wir an, ein Team hätte sich 2019 legal die Bremshutzen eines anderen Autos oder Informationen dazu als Vorlage besorgt. Was bedeutet das? Hätten sie diese Information in die Mülltonne werfen sollen? Oder durften sie dieses Wissen in das Design einfließen lassen? Das wird ein komplizierter Fall für die Kommissare.“
 
Im Mittelpunkt stehe dabei auch die Frage, was eine Kopie ist und was nicht. Tombazis hebt zwei Wasserflaschen hoch und fragt: "Wenn diese zwei scheinbaren gleichen Flaschen sich nur in einem Millimeter unterscheiden, sind sie dann noch gleich? Und wie signifikant ist der Unterschied auf das Ergebnis. Das ist eine von vielen grundsätzlichen Fragen, mit denen wir uns jetzt herumschlagen müssen."
 
Dazu kommt die grundsätzliche Diskussion ums Nachbauen in der Königsklasse: "Kopieren wurde immer akzeptiert“, so Tombazis. „Alle tun es, auch die Top-Teams. Ob wir es nun wollen oder nicht. Das führt uns zu legitimen Fragen wie viel Übernahme und Kundenauto wir haben wollen oder nicht. Und genau darum geht es Renault nach meiner Einschätzung. Sie sind generell nicht glücklich damit, dass man anhand von Fotos ein fremdes Auto nachbauen darf, speziell in dem Ausmaß, in dem das Racing Point getan hat."
 
Die FIA untersucht jetzt die Bremshutzen des aktuellen Racing Point und des Vorjahres-Mercedes im Detail. Im Fokus steht dabei der Übergang zum Radträger, von dem es kaum Fotos gebe. Ist der Bereich gleich, muss ein Informationsaustausch stattgefunden haben.
 
Auch die Frage nach der Schuldfrage auf Seiten von Mercedes wurde dem Griechen gestellt. Antwort: Das Weltmeisterteam hätte nur dann ein Problem, wenn sie 2019 bei den verbotenen Teilen oder 2020 bei den Bremshutzen geholfen hätten. Tombazis beteuert: „Dafür gibt es derzeit keinerlei Indikation.“

Formel 1: Die besten Bilder vom Ungarn Grand Prix 2020

Fotos: Picture Alliance

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