Die Welt im Red-Bull-Kosmos ist wieder in Ordnung - zumindest auf einer Seite der Garage: Max Verstappen feiert beim Japan GP einen ungefährdeten Sieg, gerät nur am Start einmal kurz unter Druck des McLaren-Duos und enteilt den Verfolgern anschließend wie so oft in der Saison 2023: Fast 20 Sekunden hat der Dominator im Ziel Vorsprung auf Lando Norris. Oscar Piastri im zweiten McLaren feiert indes als Dritter sein erstes Podest in der Königsklasse.
"Ein unglaubliches Wochenende. Es ist immer speziell hier zu gewinnen, aber dann auch noch den Teamtitel zu gewinnen macht mich schon stolz. Es ist bisher wirklich ein tolles Jahr", strahlt Verstappen und fügt an: "Der Start war heute ein bisschen eng, aber danach war alles gut." Lob fürs ganze Team und seinen Superstar gibt es von Teamchef Christian Horner: "Es ist das außergewöhnlichste Jahr für uns und ein weiterer Meilenstein. Und Max fährt aktuell einfach auf einem anderen Level."
Kurios: Perez kehrte noch einmal kurz auf die Strecke zurück.
Bild: Red Bull Content Pool

Ganz anders läuft der Grand Prix allerdings beim zweiten Red Bull von Sergio Perez: Der Mexikaner kollidiert schon am Start mit Mercedes-Pilot Lewis Hamilton und muss für einen neuen Frontflügel die Box ansteuern. Wegen eines Vergehens hinter dem Safetycar kassiert er zudem eine Fünf-Sekunden-Strafe. Bei der anschließenden Aufholjagd folgt der nächste Crash mit Haas-Pilot Kevin Magnussen, für den der nächste Frontflügel fällig wird - und die nächste Strafe.
Dann wird es kurios: Denn Red Bull hat Perez wegen der Schäden an seinem Auto zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Rennen genommen. Um die Strafe aber noch in Suzuka abzusitzen und nicht mit ins nächste Rennen nach Katar zu verschleppen, kehrt der Mexikaner nach über 20 Runden an der Box für diesen Spezialeinsatz noch einmal kurz auf die Strecke zurück. Nach Diskussionen mit der FIA dürfte diese ungewöhnliche Praxis noch weitere mit der Konkurrenz nach sich ziehen.
Den Konstrukteurstitel 2023 darf Red Bull am Sonntag aber trotz der Irritationen um Perez und des Ausfalls der Nummer zwei feiern, Verstappens Punkte für den Sieg und die schnellste Runde reichen am Ende aus, um den letzten Verfolger Mercedes endgültig abzuschütteln. Die Schwarzpfeile liefern sich in Suzuka in Abwesenheit von Teamchef Toto Wolff indes ein Duell mit harten Bandagen und einer später Stallorder gegen George Russell, dessen Einstoppstrategie letztlich nicht ganz aufgeht: Der Brite wird Siebter, hinter Ferrari-Pilot Charles Leclerc, Teamkollege Hamilton und Carlos Sainz im zweiten Auto der Scuderia.
Norris vor Piastri: Zwei McLaren am Podium in Suzuka.
Bild: McLaren

Klar zweite Kraft ist in Suzuka aber McLaren: "Am Start hatte ich Max fast, aber insgesamt sind wir immer noch nicht nah genug dran. Trotzdem machen wir gute Fortschritte", freut sich Lando Norris nach seinem zweiten zweiten Platz in Folge. Und auch Piastri ist glücklich über sein erstes F1-Podest: "Das fühlt sich sehr speziell an und ich werde mich lange daran erinnern. Heute war es vielleicht nicht mein bestes Rennen, aber am Ende hat es gereicht", sagt der junge Australier.
Für den Deutschen Nico Hülkenberg gibt es aus Japan am Sonntag indes nichts mitzunehmen, er beendet den Grand Prix abseits der Punkteränge als 14., schlägt dabei immerhin Haas-Stallgefährte Kevin Magnussen. In zwei Wochen geht es in der Formel 1 mit dem Katar GP weiter - dann kann Verstappen schon im Sprint am Samstag auch den Titel in der Fahrer-WM klarmachen.

Formel 1 Grand Prix von Japan
Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:30:58,421 Std.
2. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +19,387 Sek.
3. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +36,494
4. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +43,998
5. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +49,376
6. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +50,221
7. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +57,659
8. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +1:14,725 Min.
9. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +1:19,678
10. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +1:23,155
11. Liam Lawson (Neuseeland) - Alpha Tauri + 1 Rd.
12. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri + 1 Rd.
13. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo + 1 Rd.
14. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas + 1 Rd.
15. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas + 1 Rd.
Ausfälle
Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo (8. Rd.)
Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull (16. Rd.)
Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin (21. Rd.)
Logan Sargeant (USA) - Williams (23. Rd.)
Alexander Albon (Thailand) - Williams (27. Rd.)

Fahrer-Wertung, Stand nach 16 von 22 Rennen

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 400 Pkt.
2. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 223
3. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 190
4. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin 174
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 150
6. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 135
7. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren 115
8. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 115
9. Oscar Piastri (Australien) - McLaren 57
10. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 47
11. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 46
12. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 38
13. Alexander Albon (Thailand) - Williams 21
14. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas 9
15. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 6
16. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 4
17. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 3
18. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 3
19. Liam Lawson (Neuseeland) - AlphaTauri 2

Konstrukteurs-Wertung, Stand nach 16 von 22 Rennen

1. Red Bull 623 Pkt.
2. Mercedes 305
3. Ferrari 285
4. Aston Martin 221
5. McLaren 172
6. Alpine 84
7. Williams 21
8. Haas 12
9. Alfa Romeo 10
10. Alpha Tauri 5