Alles gleich macht der Sonntag in Sao Paulo, zumindest an der Spitze: Weltmeister Max Verstappen im Red Bull gewinnt den Brasilien GP wie schon den Sprint 24 Stunden zuvor vor McLaren-Pilot Lando Norris.
Immerhin: Fernando Alonso sorgt mit einer bravourösen Leistung dafür, dass das Podest vom Sonntag nicht eine komplette Kopie der Top-3 des Sprints wird, hält im Kampf um Platz drei Sergio Perez in Schach, der am Samstag noch mit zur Siegerehrung durfte. Lance Stroll bestätigt dahinter als ebenfalls starker Fünfter den Aufschwung bei den Grünen.
Langweilig ist das Rennen in Interlagos am Sonntag trotz der identischen Reihenfolge ganz vorne aber keinesfalls, vor allem die Startphase hat es in sich: Besonders bitter geht es los für Ferrari-Star Charles Leclerc, der nach einem Hydraulikdefekt schon auf der Aufwärmrunde abfliegt.
Fernando Alonso sichert sich nach einem starken Überholmanöver gegen Sergio Perez den dritten Platz.
Bild: Aston Martin

Leclercs zweiter Startplatz bleibt deshalb leer und Verstappen kann vorne mühelos wegziehen, dahinter kracht es aber zwischen Nico Hülkenberg, Alex Albon und Kevin Magnussen. Nur der Deutsche kann aus dem Trio weitermachen, beendet das Rennen mit den üblichen Reifensorgen bei Haas schließlich auf dem zwölften Rang.
Das Rennen wird nach dem Startcrash für die nötigen Aufräumarbeiten aber erstmal mit der roten Flagge unterbrochen. Beim Restart zieht Verstappen wieder weg von Verfolger Norris. Bis auf eine kleine Attacke zu Rennmitte, kann der McLaren-Pilot Verstappen aber wie schon im Sprint nicht wirklich ernsthaft unter Druck setzen - im Ziel hat der Weltmeister acht Sekunden Vorsprung.
"Beide Starts waren sehr wichtig heute. Danach ging es wieder nur um die Reifen, aber beide Mischungen waren bei uns ganz gut", sagt Verstappen: "Vor allem im mittleren Stint konnte ich dann einen guten Abstand rausfahren", freut sich der Dauersieger aus dem Hause Red Bull nach dem Rennen.
Für ein Herzschlagfinale sorgt aber Alonso, der seinen dritten Platz in der vorletzten Runde an Perez abgeben muss, sich die Position im allerletzten Umlauf aber mit einem Weltklassemanöver in Kurve vier zurückholt: "Ich dachte schon das war's und das Podium ist nicht mehr drin. Aber dann hat Checo in Kurve eins etwas zu spät reingebremst und so konnte ich es in Kurve vier doch noch schaffen", strahlt Alonso.
Max Verstappen gewinnt in Brasilien vor einem erneut starken Lando Norris.
Bild: Red Bull Content Pool

Für Aston Martin ist das Podium nach turbulenten Wochen eine schöne Belohnung: "Für uns ist es ein tolles Ergebnis, denn wir hatten zuletzt ja schwierige Monate", sagt Alonso: "Wir lernen immer noch weiter dazu über diese aerodynamisch komplexen Autos. Ich freue mich sehr über das Ergebnis, das war heute wirklich etwas ganz Besonderes."
Katerstimmung indes beim Mercedes-Werksteam, das am Sonntag erneut eine schwache Performance zeigt: Lewis Hamilton liegt nach starkem Start zwischenzeitlich auf Rang drei, wird aber genauso wie Teamkollege George Russell im Verlauf des Rennens durchgereicht. Im Ziel kommt der Rekordweltmeister nicht über Rang acht raus, Russell muss in der Schlussphase mit zu hoher Öltemperatur am Motor sogar sein Auto abstellen.
Nach Platz zwei zuletzt in Mexiko insgesamt ein herber Rückschlag für die Schwarzpfeile, die 2023 weiter auf ihren ersten Saisonerfolg warten. "Dieses Auto verdient keinen Sieg", findet Mercedes-Sportchef Toto Wolff nach der Schlappe in Brasilien allerdings knallharte Worte: "Mir tun die Fahrer leid, die dieses miese Ding fahren müssen. Die Performance ist indiskutabel und nicht zu erklären, mir fehlen wirklich die Worte."

Grand Prix von Brasilien
Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:56:48,894 Std.
2. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +8,277 Sek.
3. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +34,155
4. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +34,208
5. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +40,845
6. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +50,188
7. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +56,093
8. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +1:02,859 Min.
9. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri +1:09,880
10. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine + 1 Rd.
11. Logan Sargeant (USA) - Williams + 1 Rd.
12. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas + 1 Rd.
13. Daniel Ricciardo (Australien) - Alpha Tauri + 1 Rd.
14. Oscar Piastri (Australien) - McLaren + 2 Rd.
Ausfälle
Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari (1. Rd.)
Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas (1. Rd.)
Alexander Albon (Thailand) - Williams (1. Rd.)
Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo (23. Rd.)
Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo (40. Rd.)
George Russell (Großbritannien) - Mercedes (58. Rd.)

Fahrer-Wertung
Stand nach 20 von 22 Rennen

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 524 Pkt.
2. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 258
3. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 226
4. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin 198
5. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren 195
6. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 192
7. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 170
8. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 156
9. Oscar Piastri (Australien) - McLaren 87
10. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 63
11. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 62
12. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 46
13. Alexander Albon (Thailand) - Williams 27
14. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 13
15. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 10
16. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas 9
17. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren 6
18. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 6
19. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 3
20. Liam Lawson (Neuseeland) - Red Bull 2
21. Logan Sargeant (USA) - Williams 1

Konstrukteurs-Wertung
Stand nach 20 von 22 Rennen

1. Red Bull 782 Pkt.
2. Mercedes 382
3. Ferrari 362
4. McLaren 282
5. Aston Martin 261
6. Alpine 108
7. Williams 28
8. Alpha Tauri 21
9. Alfa Romeo 16
10. Haas 12