Formel 1: Red Bull, Verstappen
Red Bull leckt seine Wunden

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Nach dem GP Ungarn ist Red Bull noch immer geschockt, wie Mercedes maximal von den Kollisionen profitieren konnte
Bild: Red Bull Content Pool
Eins steht fest: Freunde werden Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49) und sein Kollege von Red Bull Christian Horner (47) nach den Ereignissen beim GP von Ungarn nicht mehr. Als sich der Wiener Wolff beim Briten Horner nach dem Rennen wegen des Fehlers seines Piloten Valtteri Bottas am Start – der beide Red Bull-Piloten das Rennen gekostet hatte – entschuldigen wollte, wurde er von Horner barsch zurückgewiesen. Zu viel ist zu viel, verriet die Körpersprache Horners.
Fest steht: Die Gefühlswelt bei Red Bull ist im Moment schwer zu definieren. „Es ist eine Mischung aus Frustration und Wut, Ratlosigkeit und leichter Verzweiflung“, beschreibt Motorsportchef Helmut Marko (78) die Emotionen der Österreicher.
Marko: „Die letzten beiden Rennen könnte man für uns als Kollateralschaden beschreiben. Wir lagen bequem in Führung, jetzt haben wir nicht nur Rückstand in der WM, dazu ist ein Chassis zerstört, ein Motor, vielleicht sogar ein zweiter.“
Das Problem: Es sind nur drei Antriebseinheiten pro Jahr erlaubt. „Das heißt, wir müssen irgendwann im Jahr mit einer Startplatzstrafe rechnen, weil wir unter diesen Umständen nicht mehr mit den drei verschiedenen Motoren auskommen. Es ist zynisch, dass wir nichts dafür können und Mercedes, deren Fahrer der Grund unserer Probleme sind, der große Profiteur ist.“
Was die Strafen für die Auslöser der Kollisionen in Silverstone und Ungarn betrifft: Lewis Hamilton bekam noch beim Rennen in England eine Zehn-Sekunden-Strafe und Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas muss beim nächsten Rennen in Spa fünf Startplätze zurück.

Bei Max Verstappen ist der innere Antrieb trotz der enttäuschenden GP vor der Sommerpause intakt
Bild: Red Bull Content Pool
Auch wegen der Strafe für Bottas will man nichts mehr unternehmen – obwohl sich das Handicap des Finnen auf der Highspeed-Strecke in Spa in Grenzen hält. „Mit einem gut abgestimmten Mercedes hast du in zwei Runden diese Plätze wieder gut gemacht, weil es kaum eine Strecke gibt, auf der man besser überholen kann“, prognostiziert der Red Bull-Doc.
Deshalb überlegt man nun, Max Verstappen und Sergio Perez beim Rennen in den Ardennen nach Ende der Sommerpause Ende August mit einem neuen Motor auszustatten und zehn Startplätze zu riskieren. „Man muss darüber zumindest nachdenken“, so der Grazer.
Die Sommerpause wird bei Red Bull genutzt, um die Batterien aufzuladen und kämpferisch die zweite Saisonhälfte anzugehen. „Einfach wird es nicht“, räumt Marko ein, „weil die Mercedes-Updates von Silverstone, die laut Toto Wolff ja nie hätten kommen sollen, das Auto besonders in Ungarn klar schneller gemacht haben. Aber wir haben auch Dinge in der Pipeline und werden alles tun, um die WM zu gewinnen.“
Auch bei Max Verstappen ist der innere Antrieb trotz der enttäuschenden GP vor der Sommerpause intakt. „Max ist weiter voll motiviert. Er weiß, dass er unter normalen Umständen die letzten beiden Rennen aus eigener Kraft gewonnen hätte.“
Moralische Unterstützung erhält Red Bull von Sky-Experte Ralf Schumacher. Der sechsmalige GP-Sieger meint: „Man sieht, wie angespannt die Situation zwischen Mercedes und Red Bull ist. Ich kann den Frust von Red Bull verstehen, weil Max locker beide Rennen hätte gewinnen können. Aber eins ist auch klar: Bottas hat einen Fehler gemacht, aber nicht mit Absicht. Für Red Bull ist es jetzt wichtig, sich auf seine Stärke zu konzentrieren und sich nicht von den ständigen Ablenkungsmanövern von Mercedes aus der Bahn werfen zu lassen.“
Schumacher weiß aber auch: „Die Gangart zwischen den beiden wird umso härter werden, je enger es im Titelkampf zugeht. Deshalb glaube ich, dass Verstappen und Hamilton noch einmal aneinandergeraten werden. Für uns als Zuschauer ist das super, weil wir uns auf megaspannende Rennen freuen können.“
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