So schnell kann es gehen. Vor einer Woche in Mexiko schien es, als würden Mercedes und Lewis Hamilton im WM-Duell gegen Red Bull resignieren, nach dem Sieg beim GP Brasilien ist das Weltmeisterteam wieder obenauf. Und das, obwohl am Wochenende in Sao Paulo kein Durchmarsch war: Motorstrafe, Disqualifikation nach dem Qualifying für eine „Bagatelle“ (Zitat Toto Wolff) und dann auch noch eine ausbleibende Untersuchung gegen Max Verstappen nach dessen Abdräng-Manöver in Kurve vier.
Das Bild des Wochenendes lieferte Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem entscheidenden Überholmanöver an Max Verstappen, indem er mit dem Finger in die Kamera zeigte und sein Gesicht wütend zu einer Fratze verzog. „Das war der Gruß an den Rennleiter“, erklärt der Wiener hinterher. „Max‘ Verteidigung war über dem Limit. Er hätte eine 5-Sekunden-Strafe verdient. Aber das einfach unter den Teppich zu kehren, ist die Spitze des Eisbergs. Einfach lächerlich.“
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Bei Sky wurde er noch deutlicher: „Es ist eine absolute Sauerei, keine Strafe zu bekommen fürs Rausdrängen. Max fährt sensationell mit dem Messer zwischen den Zähnen, aber dann musst du mit einer 5-Sekunden-Strafe rechnen. Das als Rennzwischenfall zu werten, ist peinlich für die Rennleitung. Das wird jetzt alles aufgearbeitet. Das können wir nicht auf uns sitzen lassen. Ich war immer diplomatisch, aber Diplomatie hat heute ausgedient.“
Das Bild des Wochenendes lieferte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.
Womit Wolff Recht hat: Die FIA lässt Konstanz vermissen. „Ich bin für hartes Racing“, ergänzt der Österreicher. „Aber wenn vorher festgelegt wird, dass man niemanden von der Strecke fahren darf, geht das so nicht.“ Auch Sky-Experte Timo Glock urteilt: „Max hat die Strafe riskiert. Das war eine Fehlentscheidung. Das hätte zu den Stewards gehen müssen.“
Fest steht: Der Haussegen hängt mehr als schief zwischen Mercedes und dem Automobilweltverband FIA. Während Wolffs Presserunde flatterte der nächste Tiefschlag als Nachricht auf Wolffs Handy: Weil er den Gurt in der Ehrenrunde gelöst hat, musste Hamilton erneut zu den Stewards. Immerhin: Die 5000 Euro Strafe wird der Brite verschmerzen können.
Einen Tiefschlag sportlicher Art musste dagegen Red Bull verkraften. Hamiltons neuer Motor verleiht dem Briten die Flügel, die eigentlich Verstappen vom Team des Energy Dink-Herstellers bekommen soll. „Wir haben im Sprintrennen erstmals die unglaubliche Power von Hamilton gesehen“, rekapituliert Red Bull-Berater Helmut Marko. „So einen Motor haben wir in den letzten Jahren nicht gesehen. Mercedes ist da ein Meisterwerk gelungen, so eine Rakete herbeizuzaubern. Das ist uns ein Rätsel. Bei uns bringt ein neuer Motor drei bis fünf kW, Hamiltons neuer Motor bringt gute 15 kW, so wie der an den Gegnern vorbeifliegt.“
Markos Schlussfolgerung: „Wenn das so weitergeht, schaut das für die WM nicht mehr gut aus. Mercedes sagt, dass sie einen wahnsinnig großen Motor-Verschleiß haben. Aber das hilft uns nicht, denn dann ist die WM vorbei.“ Dazu passt: Erst nach 1000 Kilometern Laufleistung baut der Motor ab. Wolff: „Wir haben unheimlich viel Verschleiß und auch Zuverlässigkeitsthemen, das ist eine absolut tödliche Kombi. Aber jetzt können wir das stabilisieren.“
Einen Protest gegen ein möglicherweise flexibles Element am Mercedes-Heckflügel legt Red Bull nicht ein. Marko: „Wir haben nicht genug Fakten. Ein Protest wäre das allerletzte Mittel.“
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Red Bull wirkt so ratlos wie Mercedes nach dem Rennen in Mexiko. Mit Katar, Saudi Arabien und Abu Dhabi stehen drei Mercedes-Rennen vor der Tür. „Aber das Pendel kann weiter hin und herschwingen“, mahnt Wolff vor verfrühter Euphorie. Nächsten Sonntag kann die Formel-1-Welt nach dem GP Katar schon wieder ganz anders aussehen…

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Von

Bianca Garloff