Schon kurz vorm Rennstart zum Grand Prix von Katar platzt Red Bull der Kragen: Nach der Strafe gegen Max Verstappen (Rückversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung für das Ignorieren gelber Flaggen im Qualifying), ledern die Bullen-Bosse gegen die Stewards.
„Es ist lächerlich. Die FIA kann kein anständiges Marshalling-System auf die Beine stellen und versucht ihre Inkompetenz zu verstecken, indem sie es auf den Schultern der Fahrer austrägt“, erzürnt sich Red-Bull-Berater Helmut Marko vor dem Start. Weil Teamchef Christian Horner den betroffenen Flaggenposten im TV als „schurkenhaft“ bezeichnet, musste der Brite wegen der Kommentare nach dem Rennen sogar bei der Rennleitung antanzen – und sich kleinlaut entschuldigen.
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„Die Streckenposten machen einen tollen Job. Mein Frust hat sich nicht gegen sie gerichtet, sondern gegen die allgemeinen Umstände“, so der Red Bull-Teamchef. „Der Ärger bezog sich darauf, dass ein Auto keine gelbe Flagge gezeigt bekommt, das nächste eine und das dritte dann zwei. Es ging mir einfach um die Inkonstanz.“
Von der FIA wird Horner trotzdem offiziell verwarnt. Außerdem muss er im Februar eine Schulung der Stewards besuchen, quasi als Strafaufgabe. Mercedes-Teamchef Toto Wolff kann sich die Schadenfreude nicht verkneifen. „Ich will das eigentlich gar nicht kommentieren. Ich weiß nur, dass er ungezogen war...“
Die Verbal-Scharmützel der beiden Top-Teamchefs sorgen immer wieder für beste Unterhaltung im WM-Duell. Horners Konter lässt auch diesmal nicht lange auf sich warten: „Ich habe wenigstens nicht in die Kameras geflucht oder mit dem Finger auf irgendwen gezeigt“, spielt der Red-Bull-Teamchef auf Wolffs Wutausbrüche beim letzten Rennen in Brasilien an.
Horner bekam von der FIA einen Klapps auf die Finger
Ungeachtet des Verbal-Duells neben der Piste: Sportlich ist am Sonntag einmal mehr Mercedes obenauf. „Die gute Nachricht ist: Unser Auto ist sehr gut in Form. Ich habe auch nie aufgehört, daran zu glauben“, bewertet Wolff Mercedes' steigende WM-Chancen. „Wir waren schon in der Türkei sehr stark, auch wenn wir dann in Austin und Mexiko wieder hinter die Erwartungen zurückgefallen sind.“
Den möglichen Wendepunkt in Mercedes' Titelkampf stellt für Wolff aber der Brasilien GP vor einer Woche dar. „Am Samstag in Interlagos haben sie den Löwen geweckt“, sagt der Österreicher in Bezug auf Lewis Hamiltons Disqualifikation und seinen anschließenden Sieg nach Monster-Aufholjagd. „Notsituationen bringen Lewis immer an den Punkt, wo er Superheldenkräfte mobilisieren kann. Die hat er in Interlagos abgerufen. Jetzt ist er voll da: brutal und kaltblütig.“
Auch Hamilton selbst findet nach dem Sieg in Katar: „Ich fühle mich sehr happy mit dem Auto und fitter denn je. Ansonsten habe ich gerade gar nicht so viel Emotionen, ich bin im Moment einfach nur sehr angespornt. Aber es ist toll, dass wir in den letzten beiden Rennen so viele Punkte gutmachen konnten. Jetzt freue ich mich extrem auf die kommenden beiden."
Sein Rückstand in der WM ist auf acht Punkte geschmolzen. Trotz des jüngsten Trends warnt Hamilton aber vor Red Bull: „Sie waren auch hier schnell, sind mit beiden Autos sehr zügig wieder nach vorne gekommen und ziemlich locker an allen anderen vorbeigefahren. Wir haben also schon noch viel Arbeit vor uns.“
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WM-Widersacher Max Verstappen räumt indes ein: „Wir sind etwas zu langsam, dann ist es im Rennen natürlich nicht einfach. Wir müssen jetzt einfach fokussiert bleiben. Man hat ja heute gesehen, wie schnell etwas passieren kann. Es bleibt ein enger Kampf und alles ist möglich.“
Von den politischen Nebengeräuschen des WM-Duells will Verstappen nichts wissen: „Die Strafe hat mich nicht überrascht. Ich wusste schon gestern Nacht: Geschenke bekomme ich keine von ihnen (der Rennleitung; d. Red.).“ Auch den Ärger um Teamchef Horner blendet er aus: „Das Rennfahren ist nicht kompliziert. Es gibt ein Bremspedal, ein Gaspedal und ein Lenkrad. Wir Fahrer wissen schon, was zu tun ist. Und das ganze Drumherum ist nicht wirklich relevant für mich. Ich konzentriere mich einfach auf meinen Job.“
Red-Bull-Berater Marko fügt trotzig hinzu: „Dann müssen wir jetzt halt in Saudi-Arabien gewinnen, auf einer Strecke, die völlig gegen uns spricht.“
Auf dem neuen Highspeed-Kurs in Dschidda gilt Mercedes als Favorit – zumal Sportchef Wolff in Sachen Motorpower für das Rennen am Sonntag bereits angekündigt hat: „Da kommt bei uns dann wieder die richtige Granate ins Auto!“

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Von

Frederik Hackbarth