Formel 1: Die wichtigsten Hersteller in der Geschichte

Formel 1: Red Bulls Antriebszukunft

Renault und Ferrari stellen sich quer

Nach dem Ausstieg von Honda will Red Bull die Honda-Motoren in Eigenregie einsetzen. Doch Ferrari und Renault könnten die Pläne durchkreuzen.
Der Ausstieg von Honda hat in der Formel 1 für ein Erdbeben gesorgt. Red Bull steht ab 2022 ohne Motorpartner da. Das Ziel des früheren Weltmeisterteams: Ab 2022 sollen die altbekannten Honda-Motoren in Eigenregie eingesetzt werden (mehr dazu HIER). Dazu wäre es allerdings notwendig, dass die Motoren 2022 eingefroren – also mit einem Entwicklungsstopp versehen werden.
Doch die anderen Hersteller ziehen da nicht mit – vor allem Renault und Ferrari nicht, die gegenüber Mercedes im Hintertreffen sind.
Im Gespräch mit der „Gazzetta dello Sport“ argumentiert Ferrari-CEO Louis Camilleri: „Wir sind entschieden gegen das Einfrieren des Antriebsstrangs, weil das gegen den Geist der Formel 1 geht. Dabei muss man betonen, dass die aktuellen Regeln ohnehin ein Einfrieren vorsehen, aber erst ab 2023."
Ferraris Standpunkt ist klar. Nach der Klarstellung der Benzin-Einspritzregeln am Ende der Saison 2019 hat Ferrari ein riesiges PS-Manko. „2021 werden wir einen neuen Motor bringen. Er läuft schon auf dem Prüfstand und die Ergebnisse sind vielversprechend“, verrät Teamchef Mattia Binotto. Allein: Was, wenn auch 2022 noch einmal nachgebessert werden muss? Ferrari kann sich kein Einfrieren des Motor-Reglements leisten.

Biosprit das Problem?

Es gibt aber noch einen zweiten Grund: Ab 2022 soll Biosprit in der Formel 1 Einzug halten. „Schon für 2022 sieht das Reglement vor, dass der Anteil von Ethanol im Treibstoff auf zehn Prozent erhöht wird. Die FIA möchte aber so schnell wie möglich 100 Prozent erreichen, idealerweise schon im Jahr darauf“, weiß Camilleri. „Und das bedeutet unweigerlich, dass auch einige Motorenkomponenten weiterentwickelt werden müssen.“

Dr. Helmut Marko und Cyril Abiteboul

©Picture alliance

Unterstützung erhält Ferrari von Renault. Teamchef Cyril Abiteboul: „Wir wünschen uns Gespräche über die mittel- und langfristigen Pläne für die Motoren der Zukunft. Aber wir wollen nicht über das Einfrieren der Motoren sprechen.“
Abiteboul hat kein Mitleid mit Red Bull: „Hätte man mich vor sechs Monaten gefragt, hätten wir für eine noch niedrigere Budgetobergrenze gekämpft, um die Kosten für das Chassis zu beschränken, aber auch jene des Motors zu reduzieren, indem wir einem Einfrieren zugestimmt hätten. Aber Red Bull und Honda waren dagegen, das haben wir akzeptiert“, erinnert er sich.
Sollten Red Bulls Eigenregie-Pläne platzen, der Ausstieg aber dennoch verhindert werden können, müsste Red Bull wieder mit Renault zusammenarbeiten. Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat bereits angekündigt, Red Bull nicht mit Motoren versorgen zu wollen. Eine Kooperation mit AMG ist nur realistisch, wenn Daimler-Boss Ola Källenius persönlich den Deal befürwortet.

Formel 1: Die wichtigsten Hersteller in der Geschichte

Fotos: Red Bull Content Pool

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