Formel 1: Die wichtigsten Hersteller in der Geschichte

Formel 1: Red Bull-Zukunft

Keine Mercedes-Motoren für Red Bull

Wie geht es mit Red Bull nach dem Honda-Ausstieg Ende 2021 weiter? Von Mercedes bekommt Red Bull bereits eine Absage.
Es war die Nachricht der vergangenen Woche: Honda zieht den Formel-1-Stecker und steigt Ende 2021 aus. Davon betroffen sind die beiden Red Bull-Teams Bull Racing und Alpha Tauri. Max Verstappen zeigt sich gelassen: „Ich wusste das schon vor der Verkündung. Man vernimmt ja gewisse Schwingungen und bekommt ein Gefühl dafür, in welche Richtung es geht.“
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Jetzt ist Red Bull auf der Suche nach einer neuen Lösung.
Eine der sechs Optionen ist bereits geplatzt. Mercedes hat angekündigt, Red Bull keine Motoren liefern zu wollen. „Aus verschiedenen Gründen“, erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. „Vor allem aber, weil wir schon vier Teams haben. Deshalb sind keine Kapazitäten frei.“ Mercedes versorgt ab 2021 neben dem Werksteam auch McLaren, Aston Martin und Williams mit den rund 1000 PS starken 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybridmotoren.

Toto Wolff und Christian Horner

Die zweite Option für Red Bull ist derzeit nicht wirklich erstrebenswert: Motoren von Ferrari. Seit das Reglement vor der Saison 2020 auf dem Motorsektor verschiedene Klarstellungen erfuhr, hat Ferrari ein PS-Defizit. Alle drei Ferrari-Teams (neben dem Werksteam auch Alfa Romeo und Haas) haben gegenüber 2019 an Boden verloren. Zwar hat Ferrari für 2021 einen neuen Motor angekündigt, aber ob der die Lücke zu Mercedes und Co. schließen kann, muss sich erst zeigen.
Die wahrscheinlichsten Optionen
Red Bull hatte schon 2006 Motoren von Ferrari im Heck. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto über eine Neuauflage der Partnerschaft: „Wir haben darüber noch nicht nachgedacht. Red Bull müsste erst einmal auf uns zukommen, dann müssen wir überlegen. Aber es bleibt nicht viel Zeit, 2022 ist bereits morgen.“
Die dritte Option ist Renault. Mit den Franzosen holte Sebastian Vettel alle vier WM-Titel, trotzdem ist die Ehe mit Red Bull nie besonders harmonisch verlaufen. Laut Reglement müsste Renault die Bullen-Teams mit Motoren zu einem Fixpreis versorgen und hat sich diesbezüglich auch offen gezeigt.
Die vierte Variante ist die Entwicklung eigener Antriebseinheiten auf Basis der aktuellen Honda-Triebwerke. Die Motorentwicklung wird nun sukzessive eingeschränkt, ab 2023 sogar komplett eingefroren. Allein: Red Bull müsste Änderungen in Eigenregie vornehmen, weil die Motoren ab 2022 schrittweise auf Biosprit umgerüstet werden. Das erfordert Anpassungen und sorgt für weitere Kosten.
Die fünfte Option wäre ein neuer Motorhersteller. Doch das ist bis zum neuen Motorreglement, das 2026 eingeführt werden soll, quasi ausgeschlossen. Honda hat mehrere Jahre gebraucht, um konkurrenzfähig zu werden. Nur Porsche hat aus den Le Mans-Prototypen noch einen ähnlichen Motor auf Lager und könnte einen kurzfristigen Einstieg stemmen. 
Allein: Mehr Sinn macht es für die Stuttgarter, einen komplett neuen Antrieb für ein neues Reglement zu bauen. Deshalb will Red Bull die FIA und anderen Teams davon überzeugen, das neue Motor-Regelwerk auf 2023 vorzuziehen, wenn 100 Prozent synthetischer Kraftstoff kommt. Dafür müssten aber alle Antriebslieferanten zustimmen. Aber warum sollten die Hybrid-Dominatoren von Mercedes das tun?
Um einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden, treffen sich alle Teamchefs am Montag nach dem GP Portugal in Portimao zu einer Strategiesitzung mit FIA-Präsident Jean Todt und Vertretern von Formel-1-Vermarkter Liberty. Red Bull-Teamchef Christian Horner wirft die Frage in den Raum: „Ist 2026 nicht zu weit weg für einen neuen Motor? Wenn wir uns auf ein neues Konzept verständigen und das vorziehen, dann muss diese Frage schnell beantwortet werden.“
Die fünfte Option wäre für die Formel 1 die schlimmste: ein Ausstieg beider Red Bull-Teams. Auch wenn das derzeit nicht wahrscheinlich ist, vom Tisch ist diese Möglichkeit noch nicht...

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Fotos: Red Bull Content Pool

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