Formel 1: Ferrari

Formel 1: Sainz im Ferrari

Kampfansage an Leclerc

Für Carlos Sainz hat am Mittwoch eine neue Zeitrechnung begonnen. Die Zeitrechnung in Ferrari-Rot.
Für Carlos Sainz hat am Mittwoch eine neue Zeitrechnung begonnen. Die Zeitrechnung in Ferrari-Rot. Der Spanier nahm im Rahmen von privaten Testfahrten auf der Haus- und Hofstrecke in Fiorano erstmals in einem roten Renner Platz – allerdings war der zwei Jahre alt.
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Sainz pilotierte den SF71H von 2018 um den Kurs. Laut Reglement ist das erlaubt. Nur jüngere Modelle dürfen im Rahmen der Testbeschränkung nicht bewegt werden. Für den Spanier ist es die erste Möglichkeit, sich an seinen neuen Renningenieur Riccardo Adami zu gewöhnen, der vorher mit Sebastian Vettel gearbeitet hat.
Sainz kommt von McLaren und ist bereits der fünfte Werksfahrer aus Spanien nach Alfonso de Portago (1956/1957), Marc Gené, Pedro de la Rosa (beide nur als Testfahrer) und Fernando Alonso (2010 bis 2014).
Die Scuderia erhofft sich mit seiner Verpflichtung auch mehr Ruhe im Team, nachdem der Kampf um die Nummer eins zwischen Charles Leclerc und Sebastian Vettel in der Vergangenheit gleich mehrfach eskaliert war und in teaminterne Kollisionen mündete.

Für Carlos Sainz hat am Mittwoch eine neue Zeitrechnung begonnen.

©Ferrari

Bleibt die Frage, ob Sainz hinsichtlich der internen Ränkespielchen tatsächlich noch pflegeleichter ist als Vettel. Der Deutsche ist eigentlich bekannt dafür, kein Politiker zu sein – wurde dafür sogar von Leclerc immer wieder gelobt. Sainz dagegen ist der Sohn von Rallye-Legende Carlos Sainz, der eine Ungleichbehandlung seines Filius sicher nicht zulassen wird. Bereits bei Toro Rosso war Sainz senior dafür bekannt, sich auch politisch für seinen Sohn einzusetzen. Damals ging es im teaminternen Duell gegen Max Verstappen heiß her.
Und auch jetzt warnt Sainz junior selbstbewusst: „Mir war sehr wohl bewusst, welche Art Vertrag ich unterzeichne. Ferrari garantiert beiden Piloten gleiche Behandlung. Ich bin zu Ferrari gegangen, um das Team wieder an die Spitze zu bringen und um meine Gegner hinter mir zu lassen, den eigenen Stallgefährten inklusive.“
Die Kämpfer-Mentalität des Spaniers dürfte Ferrari indes bekannt sein, denn die Scuderia hat seine Karriere genauestens analysiert – inklusive Spionage am Boxenfunk. Binotto gibt zu: „Bevor wir Carlos ein Angebot unterbreitet haben, hörten wir seinen kompletten Boxenfunk ab. Wir wollten mehr darüber erfahren, wie er mit seinen Ingenieuren kommuniziert. Die Art und Weise, wie ein Rennfahrer mit seinen Leuten spricht, sagt viel darüber aus, wie er an seine Arbeit herangeht.“
Sainz bestätigt: „Mir war immer bewusst, dass ich in der Formel 1 beobachtet werde, weil jeder Schritt verfolgt wird. Aber dennoch war ich in den ersten Gesprächen mit Ferrari überrascht. Sie haben jedes Team, jede Kategorie analysiert. Ich dachte zunächst, sie hätten mir nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber die Teams schauen sich die Fahrer sehr genau an.“
Allein: Ab sofort schauen auch die Fans noch genauer hin. Ferrari-Fahrer stehen noch mehr im Fokus als andere Piloten. Und sie haben eine Verpflichtung: das lahmende Pferd wieder zurück an die Spitze der Formel 1 zu führen. Sainz: „Ein Ferrari-Fahrer zu sein, das hat eine tiefere Bedeutung für einen Piloten, aber ich werde dennoch versuchen, der gleiche Carlos Sainz zu bleiben. Meine Arbeitsweise und mein Charakter haben mich an diesen Punkt geführt, das war der Schlüssel zu meinen Fortschritten als Rennfahrer. Also werde ich diesen Weg weitergehen. Es gibt nichts, wovor ich mich fürchten müsste.“
Auch nicht Charles Leclerc. Der Monegasse gab bereits gestern  dem alten Ferrari die Sporen und schoss sich so auf die neue Saison ein. Am Donnerstag darf auch Ferrari-Junior Mick Schumacher beim Privattest der Roten üben.

Fotos: Ferrari

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