Zumindest der Wettergott hatte am Freitag in Japan, anders als die Formel-1-verrückten Fans in Suzuka, wohl relativ wenig Lust auf die Königsklasse. Mit starkem Regen begann das 14. Rennwochenende der Saison und weckte damit unweigerlich Erinnerungen an die tragischen Ereignisse des Vorjahres. Damals war Jules Bianchi bei ebenfalls starkem Regen im Rennen unter einen Bergungskran gerast und hatte sich schwere Kopfverletzungen zugezogen. Anschließend lag er neun Monate im Koma, aus dem er nicht mehr erwachte.
Jules Bianchi verstorben: Unfallfolgen aus Japan erlegen
Vettel
Trotz Riesenrad noch keine Spaßveranstaltung: Der Regen in Suzuka behinderte am Freitag den Trainingsbetrieb
Für die Formel 1, besonders aber den Nachfolger von Bianchis Marussia-Rennstall Manor, ist es ein emotionales Wochenende. Hinter der Teamgarage hatten Fans Blumen und Karten hingelegt, um ihre Anteilnahme zu bekunden – genauso wie an der Unfallstelle hinter den Leitplanken. Immerhin am Samstag und Sonntag wird sich der unheilvolle Regen, der auf der schnellen Strecke als nicht unproblematisch gilt, wohl verziehen - in der Qualifikation und im Rennen wird vorerst nicht mit dauerhaftem Niederschlag gerechnet. Aus sportlicher Sicht eine Aussicht, die dem Team von Toro Rosso nicht so gut gefallen dürfte: Denn Pilot Carlos Sainz Jr. kam mit den nassen Bedingungen im ersten Training am Freitag deutlich am besten zurecht.
Der Japan GP bei AUTO BILD: Suzuka im Splitter

WM-Aspiranten wie an der Perlenkette

Mit einer Rundenzeit von 1:49,434 Minuten setzte der Spanier die Bestzeit und landete damit gleich 0, 504 Sekunden vor Daniil Kvyat im Red Bull. Nico Rosberg absolvierte von den drei WM-Kandidaten beim verregneten Trainingsauftakt die beste Runde und wurde Dritter. Direkt hinter seinem Landsmann reihte sich auf der Zeitenliste Singapur-Sieger Sebastian Vettel im Ferrari ein. Das Trio der WM-Anwärter machte Rosbergs Teamkollege Leiws Hamilton als Fünfter dahinter komplett. Die Aussagekraft der Zeiten war allerdings überschaubar: Gleich acht der 20 Fahrer fuhren im starken Regen nicht einmal eine Runde auf Zeit. Dazu gehörte auch Nico Hülkenberg im Force India.
So lief das zweite Training in Suzuka: Kvyat knapp vor Rosberg

Von

Frederik Hackbarth