Mercedes meldet sich zum Start der neuen Formel-1-Ära eindrucksvoll an der Spitze zurück. George Russell sichert sich in Melbourne die Pole-Position, Teamkollege Kimi Antonelli macht mit Platz zwei den Doppelschlag perfekt.
Schon im ersten Qualifying der neuen Hybridgeneration setzt Mercedes damit ein klares Zeichen. Russell fährt im Quali-Finale eine souveräne Bestzeit und verweist Antonelli um 0,293 Sekunden auf Rang zwei.
Besonders beeindruckend: Der junge Italiener war überhaupt erst in letzter Minute einsatzbereit. Nach seinem heftigen Unfall im dritten Training schafften es die Mercedes-Mechaniker erst während des ersten Qualifying-Segments, den stark beschädigten Silberpfeil rechtzeitig fertigzustellen.
Teamchef Toto Wolff ist entsprechend begeistert: „Ich weiß gar nicht, wen ich zuerst loben soll – wahrscheinlich die Mechaniker. Das war eine unglaubliche Leistung. Und George hat diese Runde mit einer beeindruckenden Leichtigkeit hingestellt.“

Mercedes schlägt Konkurrenz klar

Hinter den beiden Mercedes klafft bereits eine deutliche Lücke. Isack Hadjar bringt seinen Red Bull auf Rang drei, liegt aber schon 0,785 Sekunden zurück. Der Franzose ganz offen: "Wir haben nicht die Pace, um zu gewinnen."
Isack Hadjar feiert ein starkes Debüt für sein neues Team.
Bild: Red Bull Content Pool
Dahinter folgen Charles Leclerc im Ferrari sowie die beiden McLaren von Oscar Piastri und Lando Norris. Norris hatte dabei Pech: Der Brite erwischte auf der Strecke einen Lüfter, den Antonelli zuvor verloren hatte, und beschädigte sich dabei den Frontflügel. Der Rückstand der Verfolger zeigt: Zum Auftakt gibt Mercedes klar das Tempo vor. Das erinnert an den Beginn der ersten Hybrid-Ära ab 2014. Leclerc ernüchtert: „Wenn ich mir den Abstand anschaue: Ich hätte vielleicht eine halbe Sekunde erwartet. Aber acht Zehntel sind natürlich viel.“

Verstappen sorgt für Schreckmoment

Der dramatischste Moment des Qualifyings passiert bereits in Q1. Max Verstappen verliert am Ende der Start-Ziel-Geraden die Kontrolle über seinen Red Bull und schlägt in die Streckenbegrenzung ein. Grund war offenbar eine blockierende Hinterachse beim Anbremsen. Am Funk reagiert Verstappen trocken: „Fantastisch!“ Beim Aussteigen hält er sich kurz das Handgelenk.
Später gibt er Entwarnung: „Das Handgelenk ist okay. Ich habe einfach das Pedal getreten und die gesamte Hinterachse hat komplett blockiert, was insbesondere bei diesen Formel-1-Autos sehr seltsam ist. Das habe ich in meinem ganzen Leben noch nie erlebt.“ Insgesamt erneuert der Niederländer seine Kritik am neuen Regelwerk. "Die Formel ist nicht korrekt", so Verstappen.

Hamilton erneut hinter Leclerc

Für Lewis Hamilton verläuft das erste Qualifying im Ferrari enttäuschend. Der siebenmalige Weltmeister hatte sich nach einem mentalen Reset im Winter im Kampf um die vorderen Startplätze gesehen, schaffte es aber nur auf Rang sieben und liegt knapp zwei Zehntel hinter Teamkollege Leclerc.
Lewis Hamilton und Ferrari erlebten eine enttäuschende Qualifikation.
Bild: Pirelli
Überraschend stark präsentieren sich dagegen die Racing Bulls, die beide den Sprung in die Top Ten schaffen.

Audi mit solidem Einstand

Auch Audi zeigt beim ersten Qualifying seines Werksteams eine solide Leistung. Gabriel Bortoleto fährt in die Top Ten, muss sein Auto anschließend jedoch wegen eines technischen Problems in der Boxengasse abstellen. Teamkollege Nico Hülkenberg verpasst als Elfter knapp den Einzug in Q3. Trotzdem ist das Ergebnis positiv.
„Es war ziemlich hektisch heute, wir hatten einige Probleme“, sagt der Deutsche. „Aber die letzte Runde in Q2 hat gepasst. Da steckt noch Potenzial im Auto.“
Für Lance Stroll im Aston Martin und Carlos Sainz im Williams läuft das Qualifying dagegen komplett schief. Beide können wegen technischer Defekte keine einzige gezeitete Runde fahren. Neueinsteiger Cadillac startet aus den Positionen 18 und 19, während Fernando Alonso im zweiten Aston Martin nur Rang 17 erreicht.

Formel 1 Australien Grand Prix 2026
Qualifying, Ergebnis

1. G. Russell, Mercedes, 01:18.518 Min.
2. A. Antonelli, Mercedes, 01:18.811
3. I. Hadjar, Red Bull, 01:19.303
4. C. Leclerc, Ferrari, 01:19.327
5. O. Piastri, McLaren, 01:19.380
6. L. Norris, McLaren, 01:19.475
7. L. Hamilton, Ferrari, 01:19.478
8. L. Lawson, Racing Bulls, 01:19.994
9. A. Lindblad, Racing Bulls, 01:21.247
10. G. Bortoleto, Audi, keine Zeit in Q3
11. N. Hülkenberg, Audi, 01:20.303
12. O. Bearman, Haas, 01:20.311
13. E. Ocon, Haas, 01:20.491
14. P. Gasly, Alpine, 01:20.501
15. A. Albon, Williams, 01:20.941
16. F. Colapinto, Alpine, 01:21.270
17. F. Alonso, Aston Martin, 01:21.969
18. S. Perez, Cadillac, 01:22.605
19. V. Bottas, Cadillac, 01:23.244
20. M. Verstappen, Red Bull, keine Zeit
21. C. Sainz, Williams, keine Zeit
22. L. Stroll, Aston Martin, keine Zeit