To finish first, you have to finish first! Diese alte Rennsportweisheit ist das Letzte, was Max Verstappen (24) im Moment hören will. Weil sie für ihn beim Qualifying zum GP von Saudi-Arabien zur bitteren Wahrheit wurde.
Es fehlte für den niederländischen Wunderknaben nur noch eine Kurve zur perfekten Runde auf dem Jeddah Corniche Circuit. Er war geradezu um den Straßenkurs geflogen, hatte fast eine halbe Sekunde Vorsprung  – doch dann kam sein Red Bull in der letzten Kurve ins Rutschen  und landete in der Mauer.
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Statt der große Hero war er plötzlich die Zero. Die Pole staubte ausgerechnet Titelrivale Lewis Hamilton (36) im Mercedes ab. Verstappen war verständlicherweise frustriert: „Das ist einfach nur schrecklich.“ Dass er trotzdem noch von Platz drei ins Rennen gehen kann und beim Start vier Runden jüngere Medium-Reifen als sein Rivale im Mercedes zur Verfügung hat – das konnte ihn im ersten Moment der Wut auf sich selbst auch nicht trösten. 
„Wir waren vier Zehntelsekunden vorn und dann hat  leider links vorn das Rad blockiert“, rekapituliert Red Bull-Sportberater Helmut Marko und versucht sich den positiven Aspekt des Zeittrainings in Jeddah rauszupicken: „Wir haben gezeigt, welchen Speed wir haben. So etwas kann passieren.“
Selbst Konkurrenz-Teamchef Toto Wolff findet versöhnliche Worte: „Max hätte die Pole verdient, aber so verrückt kann die Formel 1 sein.“
Verstappen wirft im Qualifying zum GP Saudi-Arabien die Pole weg. Jetzt droht ein Getriebewechsel.
Allein: Hätte Verstappen bei einem Vorsprung von fast einer halben Sekunde nicht vorsichtiger zur Linie rollen können? Marko weiß: „Das ist nicht Max, der geht immer volles Risiko.“ Dabei hatte Ex-Teamkollege Daniel Ricciardo kürzlich noch Verstappens „polierte Aggressivität“ gelobt. Der Australier: „Wir alle wissen, wie Max fährt. Grundsätzlich ist er aggressiv, aber im Laufe der vergangenen Jahre hat er einen enormen Reifeprozess bewiesen. Wenn wir eine Saison wie 2021 mit seinen ersten Jahren vergleichen, dann gibt es viel weniger Zwischenfälle oder Crashs. Seine aggressive Grundhaltung ist noch da, wird aber viel dosierter eingesetzt.“
Doch ausgerechnet im Qualifying zu dem Rennen, das ihn zum Weltmeister machen kann, übertreibt es Red Bulls Wunderkind. „Dabei hatte ich nicht den Eindruck, dass ich zu spät gebremst habe“, kratzt sich Verstappen am Kopf, „das linke und die Runde war ansonsten wirklich schnell.“
Jetzt hofft man bei Red Bull, dass das Getriebe heil geblieben ist. Teamchef Christian Horner: „Es ist ziemlich brutal, wir müssen nun die Daumen drücken, dass sein Getriebe keinen Schaden genommen hat. Ich bin mir sicher, dass Max frustriert ist, aber er muss das nun hinter sich lassen.“
Immerhin: Den überlegenen Topspeed aus Brasilien konnte Mercedes nicht bis nach Saudi-Arabien retten. „Hier können sie den Flügel nicht absenken“, erklärt Marko, „weil sie in den Kurven den Abtrieb brauchen.“ Trotzdem glaubt Mercedes-Teamchef Wolff an einen Vorteil im Rennen. „Es sieht so aus, als hätten sie alles aufs Qualifying gesetzt, dann könnte es im Rennen schwer werden für sie.“
Auch neben der Strecke beharken sich Red Bull und Mercedes weiter. Nachdem Hamilton trotz eines missachteten doppelt-gelben Warnsignals im dritten freien Training straffrei ausgegangen ist, hat das Verstappen-Team „prophylaktisch Berufung eingelegt“, verrät Helmut Marko. „Wir verstehen den Unterschied zwischen dem Vorfall hier und Max‘ Strafe in Katar nicht ganz.“
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Vor zwei Wochen bekam Verstappen in Doha eine Startplatzstrafe, nachdem ein Streckenposten die Flagge eigenverantwortlich geschwenkt hatte. Auf den Monitoren der FIA war die Warnung dagegen nicht angezeigt worden.
Am Samstag in Saudi-Arabien argumentierte Mercedes, Hamilton habe das nur kurz aufblinkende Signal nicht sehen können. Wolff: „Die FIA kann es dieses Jahr offenbar niemandem Recht machen.“
Vielleicht auch deshalb hat Red Bull am späten Abend von einer Berufung dann doch Abstand genommen. Der WM-Kampf – er soll auf der Strecke entschieden werden.

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Von

Bianca Garloff